Ein Berg von Müll - wann ist genug?

Foto: Matthias Schwerdtfeger via Flickr
Foto: Matthias Schwerdtfeger via Flickr

Als Naturschwärmer wisst ihr sicherlich, wie wichtig Mülltrennung ist. Denn je öfter unser Müll im Kreislauf geführt wird, desto besser. Das Recycling von Altpapier, Glas und Plastik spart Ressourcen und schützt das Klima. Noch besser ist es, Müll gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn obwohl Deutschland das Mutterland der Mülltrennung ist, produziert im Durchschnitt jede*r Einwoher*in rund 535 Kilogramm Müll pro Jahr (1). Insbesondere Plastikmüll fällt in größeren Mengen an, als in jeden anderem Eu Land (2). Mit eurem Konsumverhalten kann jede*r Einzelne Natur und Umwelt einen großen Dienst erweisen. So könnt ihr vor jeder Kaufentscheidung folgende Fragen prüfen und erst dann einen Neukauf tätigen, wenn alle anderen Alternativen nicht möglich sind. 

1. Kann eine vorhandene Alternative genutzt werden? 

2. Kann es selbst gemacht werden? 

3. Kann es eingetauscht werden? 

4. Kann es ausgeliehen werden? 

5. Kann es gebraucht gekauft werden? 

6. Kaufen, wenn alles andere nicht möglich ist. 

 

Bei Neukauf könnt ihr darauf achten, dass die Produkte langlebig sind und nachhaltig, d. h. ökologisch, klimafreundlich und fair hergestellt wurden. Viele spannende Informationen zum Leihen, Taschen und Selbermachen findet ihr in diesem Monat hier. Schaut euch um und macht mit beim Plastiksparen, Reste verwerten, Upcycling und DIY. 

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(1) https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/deutschland-abfall-in-zahlen-100.html) 

(2) https://www.focus.de/finanzen/experten/iwkoeln/abfall-nur-ein-land-in-der-eu-produziert-noch-mehr-muell-als-deutschland_id_6239128.html  

Müll-Bingo

Macht mit bei unserem Müll Bingo und kreuzt an, wo ihr schon jetzt Müll einspart. Im Laufe des Monats geben wir euch Tipps und Infos zu den verschiedenen Infos und laden euch zum Mitmachen ein – am Ende des Monats könnt ihr das Müll Bingo dann noch einmal machen und sehen, in welchen Bereichen ihr nun zusätzlich Müll einspart. 

Müll Bingo
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Challenge: LBV-TrashCollection  – 100x sauber aufg’räumt!

Als Naturschwärmer könnt ihr jetzt ausschwärmen und aufräumen. Sammelt Müll an eurem Lieblingsplatz in der Natur – egal ob im Wald, am Wegesrand oder im Park. 

Helft uns dabei, unser Monatsziel zu erfüllen und 100 müllfreie Orte in der Natur zu schaffen. Indem ihr aufräumt, tut ihr nicht nur euch selbst, eurer Familie und eurer Umgebung etwas Gutes, sondern geht mit gutem Beispiel voran. 

Damit auch andere von eurem Engagement erfahren, schickt uns eure Vorher-Nachher-Fotos und dokumentiert die gesammelte Müllmenge mit unserem Erfassungsbogen bis zum 25.10.2020. 

Den gesammelten Müll könnt ihr entweder sofort fachgerecht entsorgen (Anleitung hier) oder für unsere Halloween-Müllmonster Bastelaktion aufbewahren.  

Anleitung für die LBVTrashCollection
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Alltagstipp: Wenn schon Rauchen…

In Deutschland rauchen etwa 23% der Erwachsenen, das entspricht ungefähr 12 Millionen Menschen. Jeder vierte Mann und jede fünfte Frau ist Raucher*in. Die Tatsache, dass Rauchen ungesund für den eigenen Körper ist, ist den meisten von uns bekannt. Hinzukommen aber noch viele negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Weggeschnippte Zigarettenkippen sind weltweit das häufigste Abfallprodukt und ein riesiges Sondermüllproblem. Weltweit werden rund 5,6 Billionen Zigaretten pro Jahr geraucht, oder als Zahl 5.600.000.000.000. Bis zu zwei Drittel der gerauchten Zigaretten werden auf den Boden geschmissen. Pro Jahr verschmutzen demnach zwischen 340 und 680.000 Tonnen Kippen unsere Erde.

Doch nicht nur optisch ist der Zigarettenabfall ein großes Problem. In den Zigarettenstummeln sammeln sich jede Menge giftiger Substanzen wie verschiedene Schwermetalle und Nikotin. Nach und nach werden all diese giftigen Stoffe durch den Regen ausgespült und gelangen so in unsere Böden und Gewässer. Hier sind sie eine Gefahr für Fische und andere Organismen und gelangen so auch in unsere Nahrungskette.

Neben den toxischen Inhaltsstoffen machen aber auch die Filter der Zigaretten große Probleme. Sie bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und dieser braucht viele, viele Jahre, bis er sich zersetzt. Auch können Tiere die Kippen oder kleinere Partikel davon mit Nahrung verwechseln. Dies wiederum kann zu erheblichen Problemen im Verdauungsapparat mit möglicher Todesfolge oder zum Verhungern mit gefülltem Magen führen.

 

 

 

 

Fazit: Wenn ihr schon rauchen müsst, dann schmeißt eure Kippen nicht einfach in die Gegend, sondern bitte in den Restmüll (!).


Rezept: Kastanien-Waschmittel

Ihr wollt Plastik sparen? Prima, dann probiert doch einmal unser Kastanien-Waschmittel. Für die Herstellung ist jetzt die beste Zeit, denn die Kastanien sind fast überall reif. Mit selbst hergestelltem Kastanien-Waschmittel spart ihr nicht nur Geld und Verpackungsmüll, sondern schont mit jedem Waschgang die Umwelt, denn das Waschmittel ist zu hundert Prozent biologisch abbaubar und garantiert mikroplastikfrei. 

Probiert es aus - es macht Spaß und ganz einfach! 

 

Anleitung: Kastanien-Waschmittel herstellen 

  • Sammelt 8-10 Kastanien und säubert sie ggf. von Straßendreck und Erde. 
  • Hackt sie mit einem Messer klein. Positioniert die Kastanien dabei so, dass die helle Einkerbung unten liegt, diese Stelle ist nämlich besonders hart.  
  • Wenn ihr weiße Wäsche waschen möchtet, müsst ihr die Kastanienschale entfernen. Für eine Buntwäsche könnt ihr sie dranlassen. 
  • Legt die kleinen Kastanienstücke über Nacht in ein Glas mit ca. 200 ml Wasser. Wenn die Flüssigkeit milchig wird und sich Schaum bildet, haben sich die in der Kastanie enthaltenen Saponine gelöst. Saponine sind seifenartige, chemische Verbindungen, die eure Wäsche säubern. 
  • Gießt das Kastanien-Wasser durch ein feines Sieb – fertig ist euer selbstgemachtes Waschmittel! 
  • Ihr könnt es nun wie gewohnt in das Spülfach eurer Waschmaschine geben und den gewünschten Waschgang starten. 
  • Achtung: Lasst das selbst gemachte Waschmittel nicht länger als zwei Tage stehen, weil es sonst verdirbt. Um einen Vorrat anzulegen, könnt ihr einige Kastanien vorbereiten und an der Luft trocknen. 

Naturkosmetik selber machen

Besucht man einen gängigen Drogeriemarkt, kann man das Gefühl haben, in ein Meer aus Plastik einzutauchen. Unzählige Varianten Shampoo, Duschgel, Lotions und Cremes in Plastikflaschen, -tuben und –tiegeln füllen die Regale der Drogerien. Der gängigste Kunststoff für diese Verpackungen ist Polyethylen (PE), das energieaufwändig aus Erdöl hergestellt wird. So enthält zum Beispiel eine 250 ml Shampooflasche 1,1 Liter Erdöl in Form von PE. Die Förderung von Erdöl und anderen fossilen Rohstoffen sind eine der Hauptursachen für den Klimawandel. Weil die Reserven dieser Rohstoffe begrenzt sind, fördern Ölproduzenten zunehmend Öl aus sogenannten unkonventionellen Quellen, beispielsweise den Ölsanden in Kanada. Gigantische Waldflächen werden dafür abgeholzt. Das heizt das Klima an. Denn die borealen Urwälder fungieren als große terrestrische Kohlenstoffspeicher. Weit über 50 % des erdgebundenen Kohlenstoffes sind dort gespeichert. Werden sie zerstört, entweicht der im Boden gespeicherte Kohlenstoff in die Atmosphäre. Die Entwaldung ist für 18 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich – weit mehr als beispielsweise der Transportsektor. Gravierende Umweltprobleme kommen dazu, wenn Öl in die Umwelt gelangt. Durch Unfälle, wie etwa dem Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“, werden immer wieder ganze Ökosysteme zerstört. 

 


Hinzu kommt, dass längst nicht nur Peelingprodukte Mikroplastikpartikel enthalten. Viele herkömmliche Kosmetika bestehen aus erdölbasierten Inhaltsstoffen. Diese sind nicht nur schädlich für das Klima und die Umwelt, sondern möglicherweise auch für die Gesundheit. Wer im Drogerie-Markt zu pflanzlicher Bio-Kosmetik greift, vermeidet erdölbasierte Inhaltsstoffe. Doch auch pflanzliche Rohstoffe wie Sheabutter und Avocado-Öl können unter Klimaschutzaspekten bedenklich sein. Sie kommen fast immer aus den Tropen. Ihr Anbau und ihr Transport sind mit hohen CO2-Emissionen verbunden. Die klimafreundlichste Kosmetik ist deshalb selbsthergestellt und besteht aus heimischen Rohstoffen. Als Verpackung dienen recycelte Marmeladengläschen. So wisst ihr genau, was drinsteckt und könnt die Cremes, Shampoos und Seifen individuell auf eure Bedürfnisse abstimmen. Ganz nebenbei vermeidet ihr jede Menge Müll und schützt damit Umwelt und Klima! 

 

 

Kosmetik selber machen ist gar nicht schwer. Wir haben die besten Rezepte für euch ausprobiert und stellen sie euch im Laufe des Monats vor. Ihr habt ein Rezept ausprobiert oder stellt schon lange eure eigenen Pflegeprodukte her? Dann Teilt eure Erfahrungen und Rezepte mit uns auf #naturschwaermer  oder in unserem Gästebuch! 

Feiner Winterbalsam für die normale Haut- und Lippenpflege

Ein feiner Balsam aus gutem Öl und Bienenwachs schützt eure Haut im Winter optimal. Auch zur Lippenpflege ist er hervorragend geeignet. Am besten stellt ihr einen kleinen Vorrat her, denn der Winterbalsam ist ein nützliches, umweltfreundliches Geschenk für eure Freunde und Familie.  

 

Für den Ringelblumen-Öl-Auszug: 

200 ml Bio-Raps- oder Olivenöl 

1 Handvoll Ringelblumenblüten 

1 großes Schraub- oder Einmachglas 

 

Für den Winterbalsam: 

20 g Ringelblumen-Öl-Auszug 

20 g Erdnuss- oder Kokosfett 

5 g Bienenwachs 

Einige Tropfen ätherisches Öl (z.B. Orangenöl, Zimtöl, Mandarinenöl) 

Kleine Schraubgläschen oder Creme-Töpfchen 

  


Stellt zuerst einen Ringelblumen-Öl-Auszug her. Dazu gebt ihr eine Handvoll getrocknete Ringelblumenblüten in gutes Öl und lasst die Mischung mehrere Wochen ziehen. Wem das zu lange dauert, der kann die Blüten fein zermörsern und im Öl ganz leicht erwärmen. Das beschleunigt den Prozess des Ausziehens.  

 

 

Für den Balsam schmelzt ihr 20 g Erdnuss- oder Kokosfett im Wasserbad. Gießt die Ringelblumen-Öl-Mischung durch ein Sieb und wiegt 20 g von dem Öl-Auszug ab. Das gebt ihr zum Kokosfett. Fügt 5 g Bienenwachs dazu. Lasst das Wachs bei geringer Hitze langsam schmelzen. Gebt wenige Tropfen ätherisches Öl in die bereitgestellten Creme-Töpfchen und gießt das flüssige Gemisch hinein. Zum Abkühlen bedeckt eure Creme-Töpfchen mit einem sauberen Küchentuch. Verschließt die Töpfchen erst, wenn der Balsam festgeworden ist. 

Echt Dufte - Deo selber machen

Deo-Spray für Körper und Klima

Herkömmliche Deodorants sind meistens aufwändig verpackt und machen jeden Menge Müll. Nicht selten enthalten sie bedenkliche Inhaltsstoffe und synthetische Duftstoffe, die bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen können. Wer genug davon hat, stellt ein plastikfreies, klimafreundliches Deo aus natürlichen Zutaten selbst her. Dafür braucht ihr nur wenigen Zutaten, die in der Drogerie (in Papier- und Glasverpackung) erhältlich sind. Am besten stellt ihr für jedes Familienmitglied ein eigenes Deo mit dem jeweiligen Lieblingsduft her.

 

Potzblitz-Deo

  • 100 ml abgekochtes, lauwarmes (!) Wasser
  • 2 TL Natron
  • 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • Sprühflasche aus Glas

Alle Zutaten gut miteinander vermischen. Die Deodorant-Mischung in eine Sprühflasche aus Glas füllen – und schon ist euer selbstgemachtes Deo fertig! Es kann ca. 1 Monat bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

 

Tipp: Natürlich könnt ihr auch ein anderes ätherisches Öl verwenden. Minze wirkt sehr erfrischend, Salbei beugt Schweißbildung vor und Rose duftet eher lieblich.

 

Zitronen-Deo

  • ½ Zitrone
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • ½ TL Natron

 

Zitrone auspressen und Schale abreiben. 1 TL Saft, die Schale und das Wasser in einem Glas mischen und ca. 1 Stunde stehen lassen. Durch ein Feinsieb filtrieren und in eine Zerstäuberflasche füllen. Zum Schluss das Natron dazugeben und gut schütteln, bis es sich aufgelöst hat. Dieses Deo ist bei Zimmertemperatur 1-2 Wochen haltbar.


Spritzige Sprudel-Badekugeln selbst gemacht

Zutaten Sprudel-Badekugel: 

  • 57 g Kakaobutter 
  • 57 g Natriumcarbonat (Speisesoda) 
  • 28 g Zitronensäure 
  • 3 EL Stärke 
  • 10 Tropfen Rosenöl oder ein anderes ätherisches Öl 
  • optional einige Tropfen Lebensmittelfarbe

 

So geht´s: 

Kakaobutter bei niedriger Temperatur schmelzen. Die restlichen Zutaten in eine Schüssel geben. Dann die geschmolzene Kakaobutter und, falls gewünscht, die Lebensmittelfarbe dazu gießen und gut umrühren. Zum Schluss tropft ihr das ätherische Öl hinein und rührt nochmal um. Die Mischung sofort in Silikonförmchen füllen und im Kühlschrank fest werden lassen. Alternativ könnt ihr das Gemisch abkühlen lassen, bis es sich mit den Händen formen lässt. Dann rollt ihr Kugeln daraus und gebt sie danach noch einmal in den Kühlschrank. 

Verpackt die Badekugeln in kleine Stoffsäckchen, dann habt ihr ein wunderbares Geschenk.

 


 

Tipp: Es können auch getrocknete Kräuter mit eingearbeitet werden. 

Zahnpasta ohne Mikroplastik - einfach selbst gemacht

Stört es euch auch, dass Zahnpasta immer in Plastik- oder Metalltuben verpackt ist? Und mal ganz ehrlich: Wer kann anhand der langen Zutatenliste sagen, was die Paste enthält? Wer Müll vermeiden und sicher sein möchte, dass die tägliche Zahnpflege aus natürlichen Stoffen besteht, der macht sie ganz einfach selbst. Nur vier Zutaten sind dafür nötig, die man in fast allen Drogerien erwerben kann.

 

 

Zutaten:

  • 5 TL Bio-Kokosfett
  • 2 TL Natron
  • 4 TL Schlämmkreide (auch Heilkreide/Calziumkarbonat genannt, erhältlich im Reformhaus oder der Apotheke)
  • 1-2 Tropfen Pfefferminzöl

 

Schmelzt das Kokosfett vorsichtig in einem Topf. Wenn es flüssig ist, gebt ihr 2 TL davon in ein kleines Schraubglas. Dort vermischt ihr es mit dem Natronpulver, der Schlämmkreide und dem Pfefferminzöl. Rührt solange um, bis ein gleichmäßiger Brei ohne Klümpchen entsteht. Dann gebt die restlichen 3 TL Kokosfett dazu und rührt immer wieder um, bis die Mischung hart wird. Fertig ist eure biologische Zahnpasta!

 

Tipp: Wenn eure Zahnpasta im Winter sehr fest wird, stellt sie in ein warmes Wasserbad. Dadurch wird sie wieder cremig.


Plastikfreie Woche mit Max & Paul

(Rechts auf dem Bild) 

Mein Name ist Max Walgenbach, ich habe am 01.09.2020 mein Bundesfreiwilligendienst im Jugendbüro der NAJU begonnen. Ich komme aus Köln und wohne während meinem Jahr bei der NAJU in einer WG mit anderen BFDlern/innen und Praktikanten/innen des LBV. Nach meinem BFD möchte ich Grundschullehramt studieren und den Kindern die Natur, sowie den Umweltschutz durch meine bei der NAJU gemachten Erfahrungen näherbringen.

 

(Rechts auf dem Bild)

Hallo, ich heiße Paul, bin 19 Jahre alt und wohne in Reichenschwand. Der Ort ist eine selbstständige Gemeinde im Nürnberger Land und 25 Kilometer von Nürnberg entfernt. Seit September mache ich einen Bundesfreiwilligendienst im Jugendbüro der NAJU Bayern. 


Uns liegt das Thema Umwelt sehr am Herzen. Deshalb finden wir es umso erschreckender, Bilder zu sehen, auf denen Strände und Meere von Plastik förmlich überschwemmt sind. Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land findet man Plastikmüll. In den Städten vor allem in Parks und auf den Straßen. Auf dem Land findet man Plastikrückstände auf Feldern und in Wäldern. Kein Wunder, wenn man die herkömmlichen Supermärkte betrachtet. Diese verpacken, meist unnötig, alles in Plastik. Sei es Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Joghurt, usw…  

   

Wir wollen deshalb dem Plastik den Kampf ansagen, in dem wir versuchen, eine Woche lang ohne Plastik auszukommen.  Max und ich werden diesen Zeitraum dokumentieren und unsere Erfahrungen mit euch teilen. Unser Ziel ist es, euch Inspiration und Anregungen zu geben, damit ihr euch mit dem Thema Plastik auseinandersetzt und euch traut, ebenfalls soweit wie möglich auf Plastik zu verzichten.  

Viel Spaß mit unseren Videos! 😊 

Natürlich freuen wir uns, wenn ihr uns Feedback gebt oder eure eigenen Erfahrungen beim Plastik-Verzicht mit uns teilt. 

Plastikfreies Shampoo von Max & Paul

Ein Shampoo ohne Plastikverpackung? In herkömmlichen Drogerien oder Supermärkten wird man nur selten fündig. Wer keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat, kann sich mit diesem Rezept und nur 4 Zutaten ein pflegendes Shampoo selbst anrühren. 

 

Zutaten: 

15 g Kernseife 

250 ml warmes, nicht zu heißes Wasser 

400 ml Kokosmilch 

4 Tl Honig miteinander verrühren

 

Kernseife auf einer Küchenreibe raspeln und mit dem warmen Wasser verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Kokosmilch und Honig in einem extra Gefäß verrühren. Dann mit der Flüssigseife vermischen. In ein verschließbares Glas füllen und ab unter die Dusche! 

Tipp: Das Shampoo duftet sehr dezent nach Kokos. Wer mehr Duft möchte, gibt 2-4 Tropfen ätherisches Öl dazu.  

 

 

 

 

 

 

 

Nudeln mit Paprika-Sahne-Sauce

Arbeitszeit ca. 20 Minuten

Gesamtzeit ca. 20 Minuten

 

Rezept für 4 Personen:

  • 500 g Nudeln
  • 1 Paprikaschote(n), gelb, gewürfelt
  • 1 Zwiebel(n), fein gehackt
  • 1 Zehe/n Knoblauch, fein gehackt
  • 4 EL Tomatenpüree
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Käse (z.B. Parmesan), gerieben
  • 1 EL Frischkäse mit Kräutern
  • 200 ml Sahne
  • Salz und Pfeffer
  • Paprikapulver
  • wenig Oregano

Zubereitung:

Nudeln zubereiten. Paprika, Zwiebeln und Knoblauch in wenig Öl andünsten. Tomatenpüree dazugeben, kurz mitdünsten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, kurz einköcheln lassen. Hitze reduzieren. Reibekäse und Frischkäse dazugeben, gut unterrühren. Sahne beigeben, nochmals einköcheln lassen. Mit Gewürzen nach Geschmack abschmecken und mit geriebenen Käse servieren.

 

Quelle: www.chefkoch.de

 


Beutel für Brot, Obst oder Gemüse einfach selbst genäht

In diesem Video zeigen wir euch, wir ihr einen einfachen Beutel für euren nächsten nachhaltigen und müllfreien Einkauf selbst nähen könnt. Dazu braucht ihr nicht viel: Nur ein altes Stück Stoff, z.B. ein T-Shirt, ein Geschirrtuch oder ein Bettlaken, eine Kordel und ein paar Nähutensilien. Daraus habt ihr im Handumdrehen einen Beutel genäht. Die Anleitung ist auch für Anfänger geeignet.  

Kompost - Der perfekte Kreislauf

Ein Komposthaufen ist ein ganz besonderes Stück Natur. Hier leben eine große Vielzahl an kleinen und kleinsten Wesen, die gemeinsam dazu beitragen, dass aus Küchen- und Gartenabfällen gesunder Humus wird. Kompost ist eine einfache und effektive Möglichkeit, aus organischem Material eigene Komposterde, den besten ökologischen Dünger für Zimmerpflanzen, Balkon, Garten und Feld herzustellen. Mit einem Kompost übernimmt man die Verantwortung für die eigenen Abfälle, die in einen sinnvollen ökologischen Kreislauf zurückgeführt werden können.

 

Doch was darf denn überhaupt auf einem Komposthaufen landen? 

Wer einen Garten hat, kann seine Gartenabfälle wie Laub, Pflanzenreste, Strauchschnitt und auch Rasenschnitt (nicht zu viel), Schnittblumen, Erde vom Umtopfen oder auch Einstreu von Kleintierkäfigen wie Stroh kompostieren. Aus der Küche kommen noch Gemüse-, Obst-, Eierschalen, Kaffeefilter, Teebeutel (bitte ohne Metallklammern) dazu. Man darf auch ein wenig Küchenpapier, Taschentücher oder auch Bio-Müllbeutel hineingeben. Doch gerade Biobeutel aus Folie verrotten sehr langsam und sind deshalb nur nicht zu empfehlen. Wenn man für den Komposteimer eine einfache und kostengünstige Lösung möchte, dann empfiehlt es sich, Kompostbeutel aus Zeitungspapier selbst zu falten. Mit ein bisschen Übung geht das ganz schnell und ersetzt die Anschaffung von Kompostbeuteln. 

Einige Dinge sollte man auf keinen Fall auf den Kompost werfen. 

Schneidet man im Garten kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile ab, ist es besser diese anderweitig zu entsorgen, um eine Ansteckung gesunder Pflanzen zu vermeiden. Tierische Abfälle wie Käse, Wurst, Fleisch oder Knochen dürfen auch nicht kompostiert werden, da sie Mäuse und Ratten anlocken könnten. Vorsichtig sollte man auch mit den Schalen von gespritztem Obst, wie Orangen oder Bananen sein. In Bio-Qualität dürfen die natürlich auch auf dem Kompost. 

 

Kompostbeschleuniger selber machen 

Möchtet Ihr eurem Kompost Beine machen? Dann versucht es doch mit einem selbstgemachten Kompostbeschleuniger. Dafür benötigt ihr eine Gießkanne mit Wasser, einen Würfel Hefe und Zucker. Verrührt die Hefe in einem Eimer mit circa 10 Liter Wasser. Danach rührt man eine Tüte Zucker ein, bis sich dieser komplett aufgelöst hat. Mit Hilfe einer Gießkanne lässt sich dieser Kompostbeschleuniger dann gleichmäßig auf dem Kompost verteilen. Danach sollte auch hier der Kompost noch einmal gut durchgemengt werden. Auch Pflanzen wie Baldrian, Beinwell, Scharfgarbe oder Brennnesseln und Löwenzahnrosetten, sowie Farnwedel beschleunigen als natürliche Kompostbeschleuniger den Verrottungsprozess. 

 

Hättet ihr gewusst, dass es in einem Komposthaufen bis zu 70 Grad warm/heiß werden kann? 

Bei der Zersetzung des Pflanzenmaterials entsteht große Wärme, die den Prozess beschleunigt. Gerade weil es so warm wird, nutzen manche Tiere den Komposthaufen zur Aufzucht ihres Nachwuchses. Ringelnattern und Blindschleichen zum Beispiel legen gerne ihre Eier in einen Kompost, die durch die gleichmäßige Wärme ausgebrütet werden. Darum sollte man, wenn sich der Kompost in der Nähe eines Gewässers befindet mit dem Umsetzen des Kompostes besonders vorsichtig sein. Ringelnattern und auch Blindschleichen sind übrigens vollkommen harmlos und sehr schön anzusehen. 

Blindschleiche, Foto: Julia Römheld

Ringelnatter, Foto: Hans-Joachim Fünfstück


Kompostbeutel aus Zeitungspapier falten:

Man nehme 2 Doppelseiten Zeitungspapier, ein bisschen Zeit und schon kann es los gehen: 

  1. Die 2 Doppelseiten aufeinanderlegen und 2 Mal falten 
  2. Das Papier so drehen, dass die geschlossenen Kanten nach oben und nach links zeigen, die offenen Kanten nach unten und nach recht. 
  3. In der rechten unteren Ecke 2 Seiten anheben und nach links klappen, während der Rest liegen bleibt, dabei entsteht ein dachförmiges Gebilde, dessen rechte untere Ecke nun nach links geklappt wird. 
  4. Nun nimmt man wieder an der rechten unteren Ecke die beiden oberen Seiten und legt sie nach links ab, so dass der obere Teil wieder zu einem Dreieck faltet. 
  5. Nun die zuvor eingeschlagenen Seiten zurückklappen, man erhält ein dachförmiges Papier mit 4 beweglichen Seiten. 
  6. Die rechte Seite so einklappen, dass sie über die Mittellinie herausragt und dann die linke Seite genauso weit nach recht falten. Das sieht nun so ähnlich wie ein Briefkuvert aus, dessen untere Kante nun nach oben klappen und die rechte Ecke unter der Schräge einfalten. 
  7. Papier wenden und auf der anderen Seite genauso vorgehen: rechte Seite über die Mittellinie Falten (dabei an Unterlage orientieren) und linke Seite nach recht über die Mittellinie falten. Unteren Überstand hochklappen und rechte Ecke unter die Schräge einfalten. 
  8. Nun kann man das Gebilde aufziehen und erhält einen rechteckigen Papierbeutel. Mit einem der Länge nach gefalteten Zeitungspapier, welches man je nach Format 2-3mal faltet kann man den Boden des Kompostbeutels zusätzlich verstärken.