Facetten der Landwirtschaft

Mehr als die Hälfte der deutschen Landesfläche wird für die Landwirtschaft genutzt. Damit ernähren wir uns, wir erzeugen sogar Energie - aber die Landwirtschaft ist auch ein wichtiger Lebensraum für viele Tierarten: Von den Insekten über verschiedene Vogelarten bis zu größeren, z.T. seltenen Säugetieren wie dem Feldhamster - sie alle sind auf diesen Ersatzlebensraum angewiesen. Wie unsere Landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaftet werden, hat deshalb eine große Auswirkung auf die Artenvielfalt. Als Konsumenten können wir hier Einfluss nehmen.

 

In diesem Monat erwarten euch bei den Naturschwärmern Hintergrundinfos, Tipps für einen nachhaltigen Einkauf, Rezepte, Do-it-yourselfs, Spiele und einem Blick auf die lokale und globale Landwirtschaft. 

Am Feldrand (Foto: Michael Mueller via Flickr)
Am Feldrand (Foto: Michael Mueller via Flickr)

Landwirtschaft im Wandel der Zeit

Steinzeit
Steinzeit
Vergangenheit
Vergangenheit
Moderne
Moderne

Während weltweit die Menschen noch als Jäger und Sammler lebten, begann sich vor 12000 Jahren das Leben der Menschen im Nahen Osten zu ändern. Sie wurden sesshaft. Das beständige Klima und das Vorkommen von Wildgetreide wie Wildgerste und Emmer sowie Wildtiere, die domestiziert werden konnten, machten es möglich.

Einen Beweis dafür fanden Archäologen im alten Jordanien. Bei Ausgrabungen entdeckten sie Getreidespeicher, in denen bereits zu dieser Zeit große Mengen Wildgetreide bevorratet wurden. Bei uns in Europa vollzog sich dieser Prozess erst vor ca. 7 500 Jahren.

   Die Landwirtschaft war von jeher ein mühevolles „Geschäft“. Über viele Jahrtausende hinweg bewirtschafteten die Menschen ihr Land mit einfachsten Werkzeugen. Später machten sie sich die Kraft der Tiere zu Nutze und spannte diese vor den Pflug und Holzkarren. In vielen Regionen der Erde werden bis heute Felder nach dieser traditionellen Methode bestellt.

Nach dem 2ten Weltkrieg vollzog sich der entscheidende Wandel. Die Industrialisierung machte auch vor der Landwirtschaft nicht halt. Ertragsstarke Feldfrüchte und Getreide wurden gezüchtet und in „Windeseile“ neue Maschinen entwickelt, welche die aufwendige und zeitraubende Handarbeit ersetzten. So konnten plötzlich in kurzer Zeit und mit wenig Personal große Felder bewirtschaftet werden.

Diese rasante Aufschwung brachte nicht nur Vorteile. Feldgehölze, Wegraine und Brachen, wichtige Rückzugsorte für Tiere, verschwanden weitgehend aus dem Landschaftsbild.

Dafür blicken wir jetzt häufig über grüne Agrarsteppen, die mit Hightech-Maschen bewirtschaftet werden. Die intensive Bewässerung besonders „durstiger“ Kulturen führt weltweit zu Wassermangel und Reste der verwendeten „Pflanzenschutzmittel“ und Kunstdünger lassen sich im Grundwasser nachweisen.

Aber, es gibt auch Alternativen, wie euch das Video „Tierisch gut Leben auf dem Bauernhof“ zeigt. 


Tierisch gut leben auf dem Bauernhof

Das Video gibt euch einen kleinen Einblick in das bunte Leben auf den Kainzlhof in der Nähe Von Bad Endorf. Die Bauersleut‘ Sabine und Andi Mitterer bewirtschaften den Hof seit 25 Jahren nach den Richtlinien des Demeter-Verbands. Dabei ist ihnen der Erhalt der biologischen Vielfalt, der Verzicht auf Pestizide und das Tierwohl ein besonderes Anliegen.

Challenge: Zeige mir dein liebstes Bauernhofbild

Auf dem Bauernhof gibt es tolle Motive, die du malen oder fotografieren kannst: Schweinchen bei der Fütterung, Kälbchen, die auf der Wiese herumtollen, der Hahn und seine Hühnerschar, das Kätzchen, das sich in der Sonne räkelt und vieles mehr.

Zeig uns dein liebstes Bild und poste es auf Instagram, Facebook oder auf dem Padlet unserer Homepage. Am Schluss verlosen wir unter den Einsendungen ein Bauernhofpuzzle.

Mit Padlet erstellt

Mein eigenes Bauernhofpuzzle

Du hast handwerkliches Geschick und bastelst gerne, dann kannst du mit dieser Anleitung ein eigenes Bauernhof-Puzzle herstellen.  

Wie mache ich ein eigenes Puzzle.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.2 MB

Rezept: Bunte Blüten auf frischgeschüttelter Butter

Immer zum Wochenende möchten wir euch mit einfachen und pfiffigen Rezepten für die ganze Familie verwöhnen. Heute sind es Blütenbrote mit frischgeschüttelter Butter. Was ihr dazu braucht findet ihr in dem Rezept. Es ist wirklich einfach herzustellen und es kann die ganze Familie mithelfen: Blüten sammeln, Sahne schütteln und Brote schmieren.

Guten Appetit!

Rezept: Geschüttelte Butter für Blütenbrote
Rezept Blütenbrote mit frischer Butter.p
Adobe Acrobat Dokument 125.5 KB

Landwirtschaft - Opfer und Täter im Klimawandel

Landwirtschaft ist Opfer im Klimawandel?

Experten gehen davon aus, dass das sich verändernde Klima große Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben wird. Sie beobachten immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse mit schwerwiegenden Folgen wie:

  • Rückgang der Sommerniederschläge bis 2080 um bis zu 30 % an. Mit der Folge, dass die Bodenfeuchte und Grundwasserverfügbarkeit abnehmen.
  • steigende Temperaturen, die eine Verschiebung von Vegetations- und Wachstumszeiten bewirken.
  • Zunahme von Pflanzenkrankheiten und eine
  • Ausbreitung heimischer Schädlinge, die auch die Tierhaltung betreffen

Dies wird zu starken Ernteeinbußen führen. Damit steht die Nahrungsversorgung weltweit auf wackeligen Beinen.

 

Unter den klimatischen Veränderungen leiden in erster Linie kleinbäuerliche Familienbetriebe in den Entwicklungsländern. Sie haben den geringsten Anteil an den Treibhausgasen verursacht. Die Dimension und Geschwindigkeit des Klimawandels übersteigt oft ihre Anpassungsfähigkeit und bedroht ihre Lebensgrundlage. Es fehlt ihnen an Ressourcen und am nötigen Wissen, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen.

 

Landwirtschaft ist Täter im Klimawandel?

Laut der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH (giz) stammen 90 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgase

  • von Stickoxiden aus Böden und Dünger
  • sowie Methan von Wiederkäuern
  • aus dem Reisanbau und der Dungwirtschaft

Diese machen geschätzte 10-12 % der weltweiten durch Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen aus.

Aus: https://www.giz.de/fachexpertise/html/60132.html

 

Hast du dich auch schon gefragt: Hat das etwas mit meinen Essgewohnheiten zu tun?

 

Bauernhof-Activity

Es wird gespielt wie normales „Activity“:

Die Kinder werden in 2 Teams aufgeteilt. Jeweils einer aus dem Team bekommt die Aufgabe, einen Begriff aus dem Bereich Landwirtschaft (z.B. eine bäuerliche Tätigkeit, eine Feldfrucht o.ä.) an sein Team zu übermitteln. Das Drehen an der „Activity-Drehscheibe“ gibt vor, ob er dies mit Hilfe von Pantomime, einer Zeichnung oder einer verbalen Erklärung tun soll – je nach Ergebnis zieht er einen Begriff aus einem der 3 Beutel „Pantomime“, „Zeichnen“ oder „Erklären“ und macht diesen vor, bzw. erklärt oder zeichnet ihn auf. Das Team, das den Begriff als erstes errät, bekommt einen Punkt und den Zettel mit dem Begriff. Jeder sollte einmal drankommen! Das Team, das am Schluss die meisten Punkte hat, gewinnt!

 

Was du benötigst:

• 3 Beutel mit den landwirtschaftlichen Begriffen (Zettel): „Pantomime“, „Zeichnen“ und „Erklären“

• (Schmier-)Papier zum Zeichnen

• Bleistifte & Radiergummi

• „Activity-Drehscheibe“ aus Pappe

• ggf. Stoppuhr

Begriffe – Pantomime

  1. Getreide ernten (Sense)
  2. Kuh melken
  3. Eier einsammeln (im Hühnerstall)
  4. Kartoffeln ernten (ausgraben)
  5. Äpfel pflücken/Kirschen pflücken
  6. Unkraut jäten
  7. Kutsche fahren
  8. Auf einem Pferd reiten
  9. Getreide aussäen
  10. Garten umgraben
  11. Kuhstall ausmisten
  12. Hühner füttern
  13. Holz hacken
  14. Baum fällen
  15. Pferd striegeln

Begriffe - Zeichnen

  1. Maiskolben
  2. Erdbeere
  3. Apfel
  4. Birne
  5. Kuh
  6. Pferd
  7. Schwein
  8. Huhn, das ein Ei legt
  9. Traktor
  10. Weizenkörner
  11. Kartoffel
  12. Tomate
  13. Schaf
  14. Gummistiefel
  15. Katze
  16. Weintrauben

Begriffe - Erklären

  1. Bauernhof
  2. Getreidefeld
  3. Gemüsegarten/Kräutergarten
  4. Schäfer
  5. Brot backen
  6. Strohballen
  7. Schafe scheren
  8. Cowboy
  9. Apfelbauer
  10. Apfelsaft pressen
  11. Milch
  12. Joghurt
  13. Hahn
  14. Mistgabel
  15. Misthaufen
  16. Heu

Spielanleitung: Bauernhof-Activity
Bauernhof-Activity.pdf
Adobe Acrobat Dokument 88.1 KB

Vielfalt auf dem Teller

Vor tausenden von Jahren begannen die Menschen, Pflanzen durch fortwährende Auslese zu verbessern. So entstand eine Fülle an Sorten. Nur solche Sorten, die an die Bedürfnisse der Menschen und die örtlichen Bedingungen ideal angepasst waren, wurden weiter angebaut und vermehrt. Aus der kleinen Wildtomate beispielsweise entwickelten sich tausende Sorten mit einer enormen Formen-, Farb-und Geschmacksvielfalt. Mit dem Siegeszug der industriellen Landwirtschaft ist diese Vielfalt gefährdet. Doch jeder von uns kann etwas dagegen tun:

 

Industrialisierung vernichtet Vielfalt

Die Industrialisierung hat auch vor der Landwirtschaft nicht Halt gemacht. In den letzten 100Jahren sind laut Schätzungen der Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen 75 Prozent der Kulturpflanzen unwiederbringlich verschwunden. Anbau und Verarbeitung wurden zunehmend spezialisiert und rationalisiert, einheitliche, ertragreiche Sorten gezüchtet. Heute decken gerade mal 30 Pflanzenarten 95 Prozent des Kalorienbedarfs der Weltbevölkerung –allein die Hälfte davon sind Weizen, Reis und Mais.

 

Wert alter Sorten für Gärten und Gaumen

Die einst entwickelte Kulturpflanzenvielfalt ist ein Schatz!

Viele alte Kulturpflanzen sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Zudem sind zahlreiche alte Sorten auf dem Acker hart im Nehmen, widerstandsfähig gegenüber bestimmten Krankheiten und Schädlingen oder robust im Umgang mit Trockenheit. Diese Qualitäten benötigen wir, um sie bei Bedarf in moderne Sorten einzukreuzen. Alte Sorten können also Retter in der Not sein.

 

Was können wir tun?

  • alte Kulturpflanzen regelmäßig nutzen
  • Kauf saisonaler und regional erzeugter Lebensmittel

 

Denn nur was gegessen wird, gerät nicht in Vergessenheit.

Ratespiel: Vielfalt auf dem Teller

Vor tausenden von Jahren begannen die Menschen, Pflanzen durch fortwährende Auslese zu verbessern. So entstand eine Fülle an Sorten. Nur solche Sorten, die an die Bedürfnisse der Menschen und die örtlichen Bedingungen ideal angepasst waren, wurden weiter angebaut und vermehrt. Aus der kleinen Wildtomate beispielsweise entwickelten sich tausende Sorten mit einer enormen Formen-, Farb- und Geschmacksvielfalt. Bei unserem Zuordnungsspiel kannst du dein Wissen unter Beweis stellen. 

Schwere Kost - Agrarpolitik national und auf EU-Ebene

Viel Geld für die intensive Landwirtschaft, wenig Naturschutz –so lässt sich die EU-Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte zusammenfassen. Mit der neuen Förderperiode 2021 bis 2027 muss sich dies endlich ändern, denn das rasante Vogel-und Insektensterben und die sich verschärfende Klimakrise lassen keinen Aufschub zu, so der NABU. Doch dass der Weg dahin mehr als steinig ist, zeigt eine neue NABU-Studie. Sie macht die engen Verflechtungen zwischen Agrarpolitik, Agrarwirtschaft und Bauernverband sichtbar.

 


Warum hat der NABU die Studie in Auftrag gegeben?

 

Wenn man sich die Entscheidungen in der Landwirtschaftspolitikin den letzten Jahren und Jahrzehnten einmal näher anschaut, dann fragt man sich schon, warum von manch guten Ansätzen und Vorschlägen aus Wissenschaft und Politik am Ende so wenig übrigbleibt. Wenn die Beschlüsse, Verordnungen und Gesetze schließlich fertig sind, haben sich meistens die Interessen der Agrarlobby durchgesetzt. Die vor kurzem veröffentlichte forsa-Umfrage im Auftrag des NABU hat klar gezeigt:

  • mehr als die Hälfte der Landwirtinnen und Landwirte fühlen sich vom DBV schlecht vertreten
  • mehr als zwei Drittel sind unzufrieden mit dem aktuellen Fördersystem
  • ganze 87 Prozent der Landwirtinnen und Landwirte würden durchaus mehr für den Naturschutz tun wollen. Doch dieser zusätzliche Aufwand müsste eben auch entsprechend honoriert werden.
  • 91 Prozent wünschen sich mehr Förderung für eine tierfreundlichere Viehhaltung
  • 83 Prozent für eine umweltfreundliche Produktion

 

Eines schein klar zu sein: Das bisherige Fördersystem verschärft die Probleme, statt sie zu lösen! Ihr wollt mehr darüber wissen? Hier der Link zur NABU Studie 

Kinder der Welt, was esst ihr gerne?

Was esst ihr am liebsten und am häufigsten? Da sind bestimmt Brot, Pizza, Pfannkuchen und Nudeln ganz weit oben dabei, oder? Das liegt daran, dass wir in Europa (und z.B. auch in den USA) eine Hauptzutat für unsere Lebensmittel haben: Das Getreide, v.a. den Weizen. Getreide sind bei uns zusammen mit der Kartoffel ein Grundnahrungsmittel. In anderen Ländern sieht das ganz anders aus: In Asien ist wird viel Reis gegessen, in Südamerika bestehen viele Nahrungsmittel aus Mais. In Afrika werden viel Hirse, Mais, Getreide und auch Knollen (Kartoffeln, Maniok) gegessen.   Dazu gibt es je nach Region unterschiedliche Gemüsesorten und natürlich auch die entsprechenden Gewürze.

Allerdings können sich die Kinder der Welt nicht immer ihr Lieblingsgericht wünschen: Viele Kinder leiden unter Nahrungsmangel und Hunger. Andere Kinder haben genug zu essen, ernähren sich dafür aber sehr ungesund. 

Russland: Blini

Thailand: Curry mit Reis

USA: Mac and Cheese

Mexiko: Quesadillas

Nigeria: Erdnusssuppe

Worin besteht der Unterschied: Bio und konventionelle Landwirtschaft. Und, ist bio gleich bio?

Jahr für  Jahr  steigt  die  Anzahl  der  Menschen,  die  sich  für  Bio-Lebensmittel entscheiden. Aber ist Bio wirklich gesünder und ökologischer? Ja, denn es handelt sich um einen geschützten Begriff, d.h. man kann sich darauf verlassen, dass die Produkte auch wirklich ökologisch hergestellt wurden. Zumindest zum Großteil, denn die Vielzahl von unterschiedlichen Bio-Siegeln mit mehrdeutigen Begriffen kann schon mal beim Verbraucher Verwirrung stiften. Zumal jedes Bio-Siegel unterschiedlichen Standards unterlegen ist. Inwieweit sich die verschiedenen Bio-Siegel voneinander  und  vor  allem  von  der  konventionellen  Landwirtschaft unterscheiden, kannst du schnell aus der Tabelle entnehmen.   


Besuch auf dem Hof Gutmann

Wir waren für euch unterwegs auf einem Bio-Bauernhof mit Rindern und Schweinen und allerlei anderem Getier. Dort haben wir Herbert Gutmann interviewt, einen Biobauern mit Leib und Seele, Herz und Verstand. Für ihn sind seine Tiere viel mehr sind als nur Nummern.

Bauernweisheiten

Bauernweisheiten gibt es sehr viele und meist haben sie einen wahren Kern, denn in der Landwirtschaft muss man gut beobachten können, vor allem das Wetter und die Tiere. Aber oft sind sie auch zum Schmunzeln. Wir haben für euch ein paar Bauernweisheiten zusammengestellt. 

Ein Wiesenbild basteln

Blumenvielfalt kennenlernen und den Sommer einfangen kannst du prima mit diesem Blumenbild. Es ist einfach herzustellen und sehr dekorativ. In unten stehendem PDF findest du eine Schritt für Schritt Anleitung, mit der auch du dir die Wiese nach Hause holen kannst. Viel Spaß dabei!

Wie erstelle ich ein Blumenbild.pdf
Adobe Acrobat Dokument 14.9 MB

Tierische Landschaftspfleger

Seit Jahrtausenden werden Schafe, Rinder und Ziegen als Nutztiere gehalten, um Rohstoffe wie Wolle, Fleisch und Milch zu gewinnen. Was viele jedoch nicht wissen, auch als Landschaftspfleger leisten diese Tiere einen tollen Job.

Korn ist nicht gleich Korn - Körner-Fakten

„Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“ – aber welches ist die Frage? Denn Korn ist nicht gleich Korn.

Getreide war bereits in früheren Zeiten Grundlage der Existenz und gehört noch heute zu unseren Hauptnahrungsmitteln und begegnet vielen tagtäglich. Vorteile von Getreide sind der allgemein hohe Nährwert und die gute Lagerungsmöglichkeit. 

Unser heutiges Getreide ist schon lange keine natürliche Pflanze mehr, sondern durch menschliche Eingriffe manipuliertes Gras. Getreidesorten sind also uralte, immer wieder beeinflusste Kulturpflanzen.

 

Mit unseren Körner-Fakten wollen wir euch die große Körner-Vielfalt an „echten“ Getreidesorten und auch Pseudogetreide und andern Körnern ein kleines bisschen näherbringen.

 

GETREIDE-VIELFALT

Zum echten Getreide werden per Definition die Samen der Pflanzen gezählt, welche botanisch gesehen zur Familie der Süßgräser (lateinisch Poaceae) zählen. Und das sind ganz schön viele.

Teil 1 - Weizen-Vielfalt

Was haben Weichweizen, Hartweizen, Dinkel, Grünkern. Einkorn, Emmer und Kamut gemeinsam?

Sie alle gehören der Gattung Weizen (lat. Triticum) an.

Teil 2 -  Noch mehr Süßgräser

Ebenfalls zu den Süßgräsern (und somit zum echten Getreide) gehören Roggen, Hafer, Gerste, Triticale, Hirse und auch Mais sowie Reis.

Teil 3 - Pseudogetreide und andere Körner

Pseudogetreide sind Körnerfrüchte von Pflanzenarten, die nicht zur Familie der Süßgräser gehören, aber ähnlich wie Getreide verwendet werden. Dazu zählen zum Beispiel Chia, Buchweizen, Quinoa, Amaranth. Aber auch Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne sind beliebte und  wichtige Körner-Lieferanten.

Teil 4 - Hülsenfrüchte

Der Name Hülsenfrucht verrät schon, worum es sich handelt: Damit sind Pflanzen gemeint, deren Samen in einer Hülse stecken. Sie gehören zu den Schmetterlingsblütlern innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler oder auch Leguminosen genannt. Hülsenfrüchte sind nicht nur gesund und lecker, sondern oft auch nachhaltig. Sie sind einfach anzubauen und kommen mit vielen Böden und Klimabedingungen zurecht. Ihre Blüten bieten vielen Insekten eine Nahrungsquelle. 

Die Pflanzen haben zudem an ihren Wurzeln kleine Knöllchen. An diesen sitzen Bakterien, die den Stickstoff aus der Luft in nährstoffreiche Verbindungen umwandeln. Hülsenfrüchte liefern dem Boden so wichtige Nährstoffe. Sie sind deshalb eine beliebte Zwischenfrucht in der ökologischen Landwirtschaft. Dank ihnen brauchen die Landwirte weniger Stickstoffdünger. 

Die meisten Hülsenfrüchte werden überreif geerntet und getrocknet und lassen sich so leicht und lange lagern.  

Naan-Brot aus regionalem Biogetreide

Brotbacken hört sich immer sehr kompliziert an. Bei diesem Rezept kannst du keinen Fehler machen. Gelingt immer!

 

Naan ist eine Brotsorte, die vor allem Asien und vorderen Orient meist als Beilage zu heißen Speisen gegessen wird. Es hat eine flache, fladenartige Form. Geschmacklich ähnelt es dem Pizzaboden oder auch dem Stockbrot. Traditionell wird es aus gesäuertem Teil hergestellt. Heute verwendet man häufig Weizen, während ursprünglich Hirse dafür benutzt wurde.

Rezept Naanbrot.pdf
Adobe Acrobat Dokument 75.2 KB

Getreidepflanzerl mit Wildkräutersalat

Zum Wochenende gibt es wieder ein leckeres Rezept mit Getreide. Zu den Bratlingen lässt sich fast jedes Korn verwenden, vermengt mit gedünsteten Zwiebeln, Kürbis und Lauch (gerne auch anderes Gemüse) stellt es selbst die Fleischpflanzerl in den Schatten. Dazu gibt es leckeren Wildkräutersalat. Lasst es euch gut schmecken.  

Rezept: Getreidebratlinge mit Wildkräutersalat
Getreidepflanzerl mit Wildkräutersalat.p
Adobe Acrobat Dokument 169.8 KB

Kino Kino

Sich an einem regnerischen Tag gemütlich auf die Couch verkrümeln und mit der ganzen Familie einen Film schauen. Wir wollen euch dazu zwei interessante Vorschläge rund um das Thema Landwirtschaft machen:

Film 1: „Der Bauer und ein Prinz“ aus dem Jahr 2013 Bertram Veerhag

Der britische Thronfolger hat eine Vision: Er möchte zeigen, dass die Welt mit Hilfe der biologischen Landwirtschaft ernährt werden kann. Dieses Ziel verfolgt der „grüne Prinz“ mit seinem engagierten Farmmanager David Wilson bereits seit 30 Jahren auf der Duchy Home Farm. Der Prince of Wales fühlte sich dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung schon verbunden, als das Wort „Nachhaltigkeit“ nur Fachleuten bekannt war. Schon vor mehr als 30 Jahren war ihm klar, dass man nur mit praktischen Beispielen überzeugen kann, wenn es darum geht, Landwirtschaft im Einklang mit der Natur ohne Gifte zu betreiben. Ein toller Film für die ganze Familie!

Film 2: „Das Wunder von Mals“ aus dem Jahr 2018 von Alexander Schiebel

Ein wahrer Krimi, der eindrucksvoll zeigt wie sich die Gemeinde Mals, gelegen in Südtirol, gegen die Macht der Agrarlobby zur Wehr setzt. Es ist das Jahr 2015. Ganz Südtirol wird von Monokulturen überrollt und in Pestizid-Wolken gehüllt … Ganz Südtirol? Nein! Ein von unbeugsamen Vinschgern bewohntes Dorf kämpft mit einem Feuerwerk der Ideen gegen eine Übermacht aus Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie. Mals im Obervinschgau soll die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden. 76 % der Bevölkerung entscheiden sich bei in einer Volksbefragung für ein Pestizidverbot auf dem Gemeindegebiet. Doch die Südtiroler Apfellobby denkt keinen Augenblick daran dieses Votum der Bevölkerung zu akzeptieren. Sie bekämpft das kleine widerspenstigen Dorf im Vinschgau mit allen verfügbaren Machtmitteln. Ein ungleicher Kampf beginnt, indem die Menschen in Mals über sich hinauswachsen werden. Denn ihr „Nein“ zu Pestiziden und Monokulturen ist gleichzeitig ein „Ja“ zu Vielfalt, Schönheit und Eigenart, ein „Ja“ zur eigenen Identität. Der Kampf dauert bis heute an.

Dazu gibt es Popcorn aus eigener Herstellung:

Zutaten:

  • Popcorn
  • Öl
  • Puderzucker

Zubereitung:

  • Öl in den Topf geben
  • Popcorn bodenbedeckend dazugeben
  • Deckel auf den Topf und Herd einschalten
  • Mais aufpoppen lassen (deutlich zu hören, bitte den Deckel nicht öffnen, kann zu Verbrennungen führen)
  • Popcorn umfüllen und mit Puderzucker bestreuen
  • Guten
Filmauswahl und Popcorn-Rezept zum Download
Kino Kino.pdf
Adobe Acrobat Dokument 111.0 KB

Alltagstipp: Einkauf auf dem Wochenmarkt

Wenn wir einmal ehrlich zu uns sind, dann macht den meisten Menschen das Einkaufen im Supermarkt selten viel Spaß, es ist wohl eher eine Pflicht, die man schnell hinter sich bringen möchte. Nahrung zu besorgen kann aber auch ganz anders sein: Der Wochenmarkt oder auch der Bauernmarkt hat einen ganz andern Flair. Bekannte, Nachbarn und Freunde treffen und tauschen sich über verschiedenste Rezepte aus, während man die frischen Produkte des Gemüseverkäufers probiert und die Düfte der verschiedenen Gewürze oder Blumen genießt, so schön kann es sein und mit ein paar Tipps vielleicht sogar noch schöner:

 

1. Eigene Einkaufstaschen

Ein Wochenmarkt/Bauernmarkt bietet eine wunderbare Möglichkeit eine Alternative zu der gängigen Plastiktüte zu wählen. Mit einem nachhaltigen, wiederverwendbaren Beutel kannst du genauso gut dein Obst und Gemüse einpacken, das Brot vom Bäcker und selbst Käse oder Wurst kannst du in eine Aufbewahrungsbox packen. Dann bleibt auch am Ende kein Müll für dich und du hast der Erde etwas Gutes getan! Auch im Kühlschrank hast du hinterher länger Freude mit dem Gemüse, da es in einer Plastiktüte schneller schimmeln würde, als wenn es so drin liegt. Überlege dir am besten vorher schon, was du einkaufen möchtest, damit du dann auch die passenden Verpackungen dabeihast.

 

2. Einkaufsliste

Wenn du dir überlegst, was du für die Woche alles brauchst, dann kannst du das meiste oder sogar alles auf dem Wochenmarkt/Bauernmarkt besorgen. Damit unterstützt du die heimischen Landwirte und Erzeuger sehr und das kommt am Ende uns allen zugute. Auf dem Wochenmarkt kaufst du automatisch nicht nur regional, sondern auch saisonal ein, und das tut auch deiner Gesundheit gut! Die Natur hat nämlich nicht alles ohne Grund so eingerichtet, wann bestimmte Nahrungsmittel bei uns wachsen.

Wer saisonal einkauft und sich auf ein wechselndes Angebot einlässt, der lebt mit der Natur und freut sich schon im Sommer auf die ersten Beeren.

 

3. Der frühe Vogel fängt den Wurm

Auf dem Wochenmarkt gilt die alte Regel: „Was weg ist, ist weg!“. Es lohnt sich also früh aufzustehen, damit man auch sicher noch das bekommt, was man will. Nimm dir auch an dem Tag viel Zeit, um die verschiedenen Preise, sowie die Qualität zu vergleichen. Je öfter du den Markt besuchst, desto besser wirst du dich auskennen, wo es die saftigsten Erdbeeren und die schönsten Blumen gibt.

Aber auch für die Spätaufsteher lohnt sich noch ein Besuch auf dem Wochenmarkt. Kurz vor Ende des Marktes könntest du bei den Händlern noch einen Rabatt ergattern.

 

4. Profitiere vom Wissen des Verkäufers

Anders als im Supermarkt, kannst du auf dem Bauern-/Wochenmarkt sehr gut vom Wissen des Verkäufers profitieren. Probiere einfachmal was Neues und frag den Verkäufer, was er empfehlen kann z.B. „die Himbeeren sind heute besonders süß“. Der Verkäufer freut sich bestimmt und niemand kennt seine Produkte so gut, wie der Verkäufer selbst. Wer weiß, vielleicht findest du bald dein neues Lieblingsgemüse.

 

5. Bio einkaufen auf dem Wochenmarkt

Bio oder nicht Bio, das ist hier die Frage. Wenn du sehr darauf Wert legst, Bio zu kaufen, dann musst du wahrscheinlich auf einem normalen Markt genauer schauen, oder auch mal beim Verkäufer nachfragen. Entspannter einkaufen kannst du auf einem Bio-Wochenmarkt. Wenn du aber geldtechnisch etwas aufpassen musst, dann schau doch einfach mal auf der Webseite von „neovida“ vorbei. Sie voröffentlichen jedes Jahr eine Liste der „Dirty Dozen“ und „Clean 15“, wo du dich ein bisschen orientieren kannst, was du in Bioqualität kaufen solltest, da es in der konventionellen Landwirtschaft mehr mit Pestiziden belastet ist. „Clean 15“ bedeutet, dass diese Produkte in der konventionellen Landwirtschaft zu dieser Zeit am wenigsten belastet sind. 

Spiel: Virtuelles Wasser

Du weißt Bescheid? So viel Wasser steckt in unseren Lebensmitteln

Tatsächlich denkt man bei Wasser nur an den reellen Verbrauch für’s Duschen, Waschen, Kochen und die Toilettenspülung und vergisst dabei, dass bei der Herstellung eines Produkts oft viel Wasser benötigt wird. Bei unserem Spiel könnt ihr euer Wissen testen.  

Hier noch einmal der Link zu unserem Video vom virtuellen, d. h. unsichtbarem Wasser.  

Schwalben: Glücksbringer in Not

Dem Volksmund nach sollen Schwalben jenen Höfen Segen bringen, unter deren Dächern sie Nester bauen. Leider werden Rauch- und Mehlschwalbe immer seltener. In Bayern stehen sie mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste.

Was ist das Problem?

1. Schwalben benötigen zum Nestbau feuchten Lehm. Leider werden selbst auf dem Land immer mehr Wege asphaltiert. Parkplätze werden betoniert und Flussläufe befestigt. Offene Lehmpfützen sind deshalb selten geworden.

2. Schwalben bauen ihre Nester fast immer in der Nähe des Menschen. Sie brüten in Viehställen oder an den Außenwänden der Hofgebäude. Viele Schwalben haben ihre Nistmöglichkeit verloren, weil Hofgebäude und Ställe modernisiert wurden. Sie können nicht mehr ins Innere der Gebäude gelangen und an den glatten Wänden ihre Nester befestigen. 

3. Schwalben fressen Insekten. In der Nähe von intensiv bewirtschafteten Flächen finden Schwalben oft zu wenig Nahrung. Auch die Verbauung der Landschaft verringert die Anzahl an Insekten.

 

Hier findet ihr weitere Anregungen wie ihr die Glücksbringer unterstützen könnt. 

Bastelanleitung: Schwalbennest
Schwalbennest Anleitung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 4.2 MB