Selbstversorgung - mit und ohne eigenen Garten

Eine zumindest teilweise Selbstversorgung, z.B. mit Obst und Gemüse ist heute noch möglich – mit oder ohne eigenen Garten. Auch Landwirte, die sich früher als Selbstversorger mit Getreide, Fleisch, Milch, Eier, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten versorgten, tauschten oder kauften Lebensmittel dazu (z.B. Kaffee). 

Wir zeigen Euch in diesem Monat, wie man sich mit Obst und Gemüse aus dem Garten möglichst lange eindeckt und sich diese gesunde, transparente Geschmacksvielfalt klimaschonend und nachhaltig für die Küche bewahrt. Marmelade, Tees, Eingewecktes, Eingekochtes, sauer Fermentiertes wie Sauerkraut oder Kimchi, Getrocknetes, Säfte, Kuchen, warme Gerichte- die Gestaltungsvielfalt ist enorm. Dabei entdecken wir natürlich Altbewährtes und Omas Tricks und Wissen wieder neu, greifen aber auch pfiffige und aktuelle Trends neu auf. Wichtig ist uns dabei, möglichst klimaschonend, lokal und unter Berücksichtigung von Stoffkreisläufen und Artenvielfalt im Garten oder Beet zu handeln.

Selbstversorgung par excellence , Foto: T. Kappauf
Selbstversorgung par excellence , Foto: T. Kappauf

Die Umweltstation Lindenhof stellt sich vor

Grundprinzipien zum nachhaltigen Gärtnern für Selbstversorger

Es gibt ganz verschiedene Methoden, Philosophien und Trends – die Bodenfruchtbarkeit, Stoffkreisläufe, Naturkreisläufe, Ökologie und Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Ob Du nun nach Demeter, Bioland, mit Permakultur, Terra preta oder eigenem Kompost deinen Garten bewirtschaftest – alle Wirtschaftsweisen haben einige altbewährte Grundprinzipien gemeinsam, die wir Euch vorstellen möchten.

 

Geschlossene Stoffkreisläufe

Ein möglichst geschlossener Stoffkreislauf ist effizient, natürlich und eigentlich das Ziel jeder nachhaltigen Wirtschaftsweise. In der Landwirtschaft ist das heute aufgrund der Spezialisierung und des Steigerungszwangs (Wachsen oder Weichen) nicht mehr möglich – viele Milchviehbetriebe haben nicht einmal genug Ackerfläche, um entsprechend Futter anzubauen oder die hofeigene Gülle auszubringen. Auch Gartenbaubetriebe kaufen oft Kunstdünger, Substrate oder Kompost zu. Wir wollen Kreislaufwirtschaft konsequenter betreiben.

Nährstoffkreislauf Kompostierung

Kompostieren ist die gängigste Methode, organisches Material, Nährstoffe, Mineralien und Bodenfruchtbarkeit im Garten zu erhalten. Erfahrene Gärtner schwören drauf - zu recht. Sie ist nach wie vor ein Muss für jeden Gärtner, der naturverträglich wirtschaften will. Dabei ist es zweitrangig, ob der Kompostierungsprozess im Komposthaufen, Misthaufen, der Erdmiete, dem Hochbeet, Hügelbeet oder als Mulchschicht im Garten abläuft.

Es gibt aerobe Prozesse, z.B. im klassischen Komposthaufen, wo Grobes mit Feinem, Feuchtes mit Trockenem gemischt wird und Zersetzungsprozesse mit Tieren, Bodenlebewesen, Mikroorganismen und Bakterien unter Sauerstoffzufuhr ablaufen. Eine Steigerung davon ist die Methode, einen „Komposttee“ anzusetzen und diese „Starterkultur“ mittels verstärkter Sauerstoffzufuhr (rühren) und Erwärmen anzukurbeln.

 

Die anaerobe Variante ist die Fermentation, wo unter Luftabschluss durch sogenannte Effektive Mikroorganismen (EM´s), d.h. Milchsäurebakterien, Hefepilze, Rotalgen etc., auch Bokashi- Methode genannt, Abbauprozesse (auch von Fäkalien und bedenklichen Stoffen) ablaufen. Allerdings ist das Bodenmilieu oft zu sauer für die Feinwurzeln von Jungpflanzen und sollte Vorstufe zu einem anschließenden Kompostierungsprozess in der Erdmiete oder im Gartenbeet sein.

Wasserversorgung

Ohne Wasser hilft selbst der fruchtbarste Boden nichts – die Nutzung von Regenwasser oder Oberflächenwasser zum Gießen, sei es per Gießkanne oder als Tröpfchenbewässerung ist Standard. Durch den Klimawandel, extreme Wetterereignisse wie Dürreperioden, Starkregen und Trinkwasserknappheit im Sommer muss die Speicherung von Regenwasser (in Zisterne, IBC- Tanks oder Regenfässern) heutzutage bereits früher im Jahr erfolgen (im Februar/ März). Regelmäßige Regenfälle wie dieses Jahr sind nicht mehr die Norm, daher speichere frühzeitig genug Regenwasser, um auch längere Trockenperioden im Sommer ohne Trinkwasservergeudung zu überstehen.

Tipp: Die Beimengung von Pflanzenkohle (kein Grillkohle!) hilft, Wasser zu sparen, da die Kohle die fünffache Menge Wasser ihres Gewichtes speichern kann. Natürlich unterstützen auch ein natürlicher Verdunstungsschutz, z.B. durch eine Mulchschicht oder ständige Bodenbepflanzung (Gründüngung, Folgekulturen)

 

Permakulturgärtner gestalten sogar durch gezielte Gestaltungselemente (z.B. Kraterbeet) das Kleinklima im Garten, legen Teiche als Wasserreservoir und als „Bioreaktor“ für den Winter an (Fische oder Wasserpflanzen (z.B. Krebsschere, eine Schwimmpflanze) wachsen auch im Winter und produzieren Biomasse.

Kohlenstoffkreislauf und Klimaschutz

Nachhaltig Gärtnern bedeutet auch die Verwendung von Pflanzenkohle, im Garten, Kuhstall oder auf dem Acker. Beim jedem Verrottungsprozess holzigen Materials in der Natur, z.B. Komposthaufen, Asthaufen, sowie beim Verbrennen von Holz wird das Kohlendioxid, das die Pflanze im Laufe ihres Lebens im holzigen Anteil gespeichert hat, wieder freigesetzt. In der Tierhaltung werden aus dem Mist Stickoxide, Methan, Ammoniak freigesetzt und gehen dem Stoffkreislauf (Düngen mit Mist) des Landwirts verloren und schädigen das Klima.

Im Garten kannst du zumindest teilweise einen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf mit Pflanzenkohle betreiben: Eigener Gehölzschnitt (Heckenschnitt, Obstbaumschnitt) wird nicht gehäckselt und kompostiert, sondern mittels Pyrolyseofen (z.B. KON-TIKI- Pyrolyseofen mit Kochfunktion) oder im kleinen Stil mittels Holzvergaser- Ofen (z.B. Sampada, PyroCook) zu sauberer Pflanzenkohle verkohlt. Dabei wird etwa 50 % des Kohlenstoffs nicht als CO2 freigesetzt, sondern in Form von Aktivkohle dauerhaft, wahrscheinlich über Jahrtausende (so lange dauert noch kein Feldversuch) im Boden gespeichert – das zeigen die Untersuchungen von Terra preta- Böden (Andosol) der Amazonas-Indianer. Die Kohle saugt sich wie ein Schwamm voll - wirkt im Boden als Dauerspeicher von Nährstoffen, als Wasserspeicher, und wegen ihrer Porengröße als perfekter Wohnraum für Mikroorganismen. Sie fördert so die Humusbildung im Boden – steigert so die Bodenfruchtbarkeit und den Ertrag.

Aufgrund der enormen Innenoberfläche (300 qm / Gramm) kann die Kohle eben auch Gerüche binden (z.B. Ammoniak im Kuhstall) und so den Stickstoff im Kuhmist für die Pflanzenverfügbarkeit erhalten anstatt den Treibhauseffekt anzukurbeln.

 

Pflanzenkohle ist die perfekte Verbindung von Ökonomie, Klimaschutz und nachhaltiger Bodenbewirtschaftung. Siehe Klimafarming unter www. ithaka-journal.net

Mulchen

Die Bodenbedeckung als Schutz vor Erosion, Austrocknung, Beikräutern in Form von Mulchen ist gängige Praxis zur bequemen Zufuhr und Verwertung organischer Masse (Düngung), v.a. bei Naturgärtnern, die nach der „Philosophie“ von Permakultur, market gardening oder das Drei- Zonen- Modell von Markus Gastl (hortus- Netzwerk) arbeiten.

Angewelkter Grünschnitt wir als Bodenabdeckung und Gründünger im Beet verwendet. Markus Gastl hat sogar die „Mulchwurst“ als Methode zur längerfristiger Bodenabdeckung (abgeernteter Beete oder über den Winter) erfunden, wobei er Heu von Blühwiesen, die er mit der Sense insektenfreundlich gemäht hat, zu einer festen Rolle wickelt. Eine pfiffige Methode zum Mulchen, da heute zwar Blühwiesen für Insekten, spätere Schnittzeitpunkte, Mähen mit Sense wieder im Kommen ist, keiner aber mehr Heu für die Stallhasen oder die Milchziege wie früher braucht.

Der Nachteil von Mulchen ist, dass dies auch ein perfekter Unterschlupf für Nacktschnecken ist, man sollte daher nur dünn mulchen oder wie Markus Gastl die Mulchwurst als „Sammelstelle“ für Schnecken regelmäßig ablesen.

Gründüngung, Mischkultur und Fruchtwechsel

Im Garten dient diese Technik dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit durch Nährstoffzufuhr, Vermeidung von Überanspruchung des Bodens durch einseitigen oder zu hohen Nährstoffverbrauch, der Nutzung von Synergieeffekten (manche Pflanzen mögen sich, unterstützen sich, wehren Schädlinge ab), der Vermeidung von Schädlingen (z.B. Kartoffelkäfer) und dem Erhalt eines biologischen Gleichgewichts, das Schädlinge durch Nützlinge natürlich in Schach hält.

Fruchtwechsel als Strategie zur Vermeidung von Nutzpflanzen (Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer) ist bei Zugabe von Pflanzenkohle im Beet, generell im Hochbeet (mit einer organischen Nährschicht unter der oberen Pflanzschicht) sowie durch regelmäßige Düngergabe in Form von Kompost oder Pflanzenjauche nicht nötig, da es hier nicht an Nährstoffen mangelt. Das haben Bodenanalysen im Rahmen des Feldversuchs mit Terra preta an der LBV-Umweltstation Lindenhof 2018 ergeben. 

Kein Gift, kein Kunstdünger kein Torf in Erdmischungen

Ein bunter, abwechslungsreicher Garten, der Nützlingen Lebensraum bietet, natürliche Prozesse unterstützt, der geschlossene Nährstoffkreisläufe und Pflanzenkohle die Bodenfruchtbarkeit erhält und über die Jahre sogar noch steigert, vereinen Natur, Wirtschaftlichkeit und Erholung im Garten.

„Mit statt gegen die Natur arbeiten“ lautet die Devise.

Auf Gift, selbst auf Schneckenkorn wird verzichtet, denn auch Vögel, Igel oder Erdkröte werden dadurch vergiftet. Insektennetze, Mischkultur und ein natürliches Gleichgewicht – manchmal auch etwas mehr Toleranz und Gelassenheit (baue etwas mehr als du brauchst an, dann ist noch genug da, falls mal Wildtiere im Garten naschen) genügen.

Selbst Kunstdünger oder zugekaufter organischer Dünger (z.B. Guano) werden überflüssig, wenn man nach dem Terra preta- Prinzip „aufgeladene“ Pflanzenkohle mit Kompost oder Flüssigdünger (Brennesseljauche, Urin ohne Medikamentenrückstände) verwendet. Hochmoor-Torf, meistens versteckt als Erdbeimischung gekaufter Pflanzerde ist aus Klimaschutzgründen absolut tabu.

Gesteinsmehl oder Kalk aus einheimischem Abbau, z.B. Steinbruch genügen zur Versorgung mit Mineralstoffen oder pH- Regulierung (z.B. bei Bokashi)

Vorausschauende Planung und das Prinzip „Mit der Natur arbeiten“

Im Garten arbeitet man effektiver, wenn man überlegt vorgeht, natürliche Prozesse berücksichtigt statt ständig gegen die Natur zu arbeiten- wie ein Landwirt, der jedes Jahr seinen Acker neu pflügt, düngt, mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und quasi wieder bei Null anfängt (Siehe Becherpflanze als Dauerkultur statt Mais für Biogasanlagen).

Ein Selbstversorger braucht natürlich auch eine gewisse Menge an Ertrag, plane hier etwas mehr ein, damit für die Natur noch was übrig ist.

Mit der Natur arbeiten bedeutet weniger Arbeitsaufwand (Beweidung statt Silage, Wiesen weniger oft mähen, mulchen und hacken statt jäten und umgraben)

 

Ein naturnaher Garten (Siehe https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten) statt Gartenstyling, macht weniger Arbeit, bietet viel mehr Artenvielfalt und Lebensraum für Nützlinge und ein stabiles Gleichgewicht. Das spart Geld und Zeit. Er bietet dir auch viel mehr Erholung, Bestätigung und ist nicht nur ein Ort, der uns gesunde Lebensmittel liefert, sondern auch ein Ort, um Lebensfreude und Energie aufzutanken.

 

So ähnlich muss es einem Landwirt früher gegangen sein, der dankbar und im Einklang mit der Natur sich von der Frucht von Arbeit, Geschick, Erfahrungswissen, Kooperation und der Natur ernährt hat. Das gilt auch heute noch als Ideal, wenn auch neue Herausforderungen wie Klimaschutz und Flächenverbrauch dazugekommen sind. Die Wertschätzung von Boden und Ackerscholle, von Heimat als Ort der „Verwurzelung“ wächst, da wir sie mehr und mehr verlieren. Gestern wie heute geht es einem Selbstversorger so: er vergegenwärtigt sich immer neu die Arbeit, den Schweiß, die Rückschläge, den Nutzwert, das Potential „seiner“ Fläche und ist daher achtsam und verantwortungsbewußt.

Kompostieren Anno 1900

Kompostierung war schon anno 1900 ein Thema. Dieser Deutsch- Aufsatz (oder Diktat) von Heinrich Eichenmüller von der Königlich - landwirtschaftliche Winterschule Wunsiedel (einer Art landwirtschaftliche Berufsschule) zeigt, wie das Thema damals betrachtet wurde: 

 

Die Komposterde

Kompost ist aus dem lateinischen Namen compositum, d.h. zusammengesetzt, entstanden. Es bezeichnet einen Dünger, der aus verschiedenen Stoffen zusammengesetzt ist. Auf den Komposthaufen bringt man alle tierischen und pflanzlichen Stoffe, wie Bauschutt, Asche, Ruß, Waschwasser, Knochen, Blut, Haare, Federn, Holzspäne, Unkraut aus dem Garten, Grabenaushub und Baumlaub.

Bei der Anlage muss man zuerst eine Schicht Erde, dann eine Schicht Dünger, dann wieder eine Schicht Erde u.s.f. aufschichten. Sind noch Rasenschollen darunter, so soll man etwas Ätzkalk hinzubringen. Dieser zersetzt diese Schollen.

Der Komposthaufen muss während des Sommers feucht gehalten werden. Dieses kann man am besten mit Jauche machen. Nach 7-8 Wochen muss der umgestochen werden. Dieses geschieht deshalb, damit sich die verschiedenen Nährstoffe mischen. Man soll ihn verwenden, wenn er schön zerfällt, wenn sich die tierischen und pflanzlichen Stoffe zersetzt haben, so daß diese von den Pflanzen leicht aufgenommen werden. Man soll ihn nur auf Wiesen anwenden, weil sich unter dem Komposthaufen Unkrautsämereien befinden. Wie eine richtige Waldanlage ein Sparkapital ist, so ist der Komposthaufen eine Sparbüchse. In manchen Dörfern findet man fette Straßen und magere Wiesen. Letzteren kann geholfen werden, wenn die Straßen gereinigt werden und ein Komposthaufen angelegt würde. Dadurch entstehen dann fette Wiesen und saubere Straßen. 

Selbstversorgung ohne eigenen Garten

Zur Selbstversorgung, z.B. mit Obst und Gemüse ist nicht unbedingt ein eigener Garten nötig!

Folgende Möglichkeiten gibt es, sich ohne eigenes Gartengrundstück selbst mit Obst und Gemüse zu versorgen und durch Einmachen und Konservieren sich für das ganze Jahr einzudecken:

...für Eigenbrötler und Familienmenschen

Der „Klassiker“ ist die Pacht einer Parzelle in einer Kleingarten-Kolonie oder einer Schrebergarten- Vereins. Allerdings ist hier in den letzten Jahren die Nachfrage wieder stark gestiegen und die Ablösesummen (z.B. für ein bestehendes Gartenhaus) sind sehr hoch. 

...für Kontaktfreudige, Anfänger, interkulturelle Interessierte

Leichter ist es, sich in einem Gemeinschaftsgarten aktiv als Gärtner zu beteiligen: im Zuge des urban gardening-Trends gibt es in vielen Städten Gemeinschaftsgärten, die auf Stadtbrachen, ungenutzten Grünstreifen, an Treppenhäusern, Flachdächern, Fassaden etc. Beete anlegen und zum Eigengebrauch bewirtschaften. Prominentestes Beispiel hierzu ist der Prinzessinnengarten in Berlin/Kreuzberg und Neukölln. 

 

Gemeinschaftsgärten haben aber nicht nur einen Fokus auf gemeinsam Gärtnern und sich auszutauschen, sondern auch einen interkulturellen, generationsübergreifenden, integrativen und bildungsbezogenen Charakter- sind also nichts für Eigenbrötler, die für sich garteln und im Familienkreis grillen wollen, sondern für interessierte Gärtner, die Lust auf Austausch, Gemeinschaft, Kooperation haben. Meistens haben sie eine sehr gute Infra- und Organisationsstruktur sowie Ausstattung mit Geräten, oft aber eine höhere Fluktuation der aktiv Beteiligten. Ein gute Übersicht über urbane Gemeinschaftsgärten mit unterschiedlichen Trägerstrukturen und Ausrichtungen (Beteiligung von Geflüchteten, Migranten, Senioren, Jugendliche etc.) findest du unter „anstiftung“, einem Dachverband für interkulturelle und urbane Gärten und bottom-up-Initiativen, der Angebote zur Vernetzung, Fortbildung, Beratung von Akteuren, aber auch zur Forschung über Gemeinschaftsgärten, z.B. für die Städteplanung, Stadtentwicklung und Integrationsarbeit bietet. 


...für spontane Gärtner und „Ernter“

In vielen Städten gibt es Initiativen zur „Essbaren Stadt“ nach dem Vorreitermodell der Stadt Andernach, die 2010 im Stadtgraben nach dem Motto „Pflücken erlaubt statt betreten verboten“ Gemüsebeete statt Blumenrabatten für die Bürger anlegte, was weniger Kosten, mehr Biodiversität und mehr Bürgerbeteiligung bewirkte. Die „Essbare Stadt, die es z.B. in Kassel, Nürnberg, München, Köln gibt, arbeitet nach dem Prinzip der Permakultur und hat gerade durch den aktuellen Trend, insektenfreundlicher Gärten und kommunale Anlagen zu bewirtschaften, neuen Auftrieb bekommen. Eine verlässliche Selbstversorgung ist aber dadurch nicht möglich, da Ernteerfolg so wie die aktiven Gärtner schwanken- die meisten Menschen kommen ja lieber zum Ernten als zum Unkraut jäten. 


...für Bequeme mit wenig Zeit und für Anfänger im Gartenbau

Die „Solidarische Landwirtschaft“ oder Solawi. . Hier schließen sich Verbraucher d.h. Privathaushalte mit Erzeuger zu einer Wirtschaftsgemeinschaft zusammen. Mehrere private Haushalte tragen die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes oder Gemüsegärtnerei- Betriebes, der speziell für diese Verbraucher Gemüse etc. anbaut und den Ernteertrag auf diese aufteilt. Herstellung, Anbauweise etc. sind voll transparent, ehrlich und nachvollziehbar. 

Die Formen der Solawis können dabei sehr unterschiedlich sein: Vom Landwirt, der dich mit Maschinen (Pflügen, eggen, kompostieren) und betrieblicher Infrastruktur beim Gemüseanbau auf einer Ackerparzelle unterstützt, bis hin zum „Komfortpaket“ mit wöchentlicher Gemüsekiste vor der Haustüre.

...für Checker mit Ortskenntnis oder Ortsansässige

Obst – und Gartenbauvereine, Landschaftspflegeverbände, Naturschutzverbände wie Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz in Bayern sind auch wichtige Anlaufstellen zum Thema Streuobst und Versorgung mit lokalem Obst. Frag nach Möglichkeiten zur fachlichen Beratung. Unterstützung und Mitwirkung (Edelreiser, Bezugsquellen für alte Obstsorten, Fördermittel, Obstbaumschnitt, lokale Keltereien, Streuobstwiesen und Tauschbörsen) nach Streuobstinitiativen (z.B. wie Apfelgrips), Streuobstallianz Bayreuth „BayernNetzNatur“  oder Mitwirkungsmöglichkeiten (z.B. beim Obstbaumschnitt, Ernten, Apfelsaft pressen). 

....für eine Nachbarschafts-Gemeinschaft

Mit anderen Obstbaumbesitzern, ob im Verein oder in der Nachbarschaft, kannst Du Obst tauschen oder für dich ernten, wenn z.B. die Erntemenge die Verwertungsmöglichkeiten für einen Einzelnen übersteigt. Über diese Kontakte mit Initiativen, Bekannten oder Nachbarn kannst Du dich lokal mit Obst oder Gemüse versorgen, das Du nicht im Garten hast. 

Vielleicht ist deine betagte Nachbarin mit großem Garten dankbar für deine Mithilfe im Garten und du darfst dafür ein eigenes Hochbeet für Gemüse anlegen oder Obst mit ernten. Frag nach etwas Fallobst und komm mit einem leckeren Apfelkuchen zum Verhandlungsgespräch vorbei. 

Übrigens: Fallobst am Weg aufsammeln oder Obst von einem Obstbaum am Feldweg pflücken ist Diebstahl und nach § 242 StGB strafbar, wird meist mit einer Geldstrafe geahndet. Der Obstbaum und damit die Früchte gehören dem Grundstücksbesitzer. Frag bei dem Besitzer nach, bevor du eine Strafanzeige riskierst oder lass die Finger davon, wenn dir die Besitzverhältnisse unbekannt sind.  

Unter ... findest du eine Karte eingetragener Obstflächen, wo das Pflücken von Obst erlaubt ist, allerdings auf eigenes Haftungsrisiko, falls der Tippgeber sich nicht richtig informiert hat und der Obstbaum doch in Privatbesitz ist. 

Das Ernten von kleinen Mengen Obst wilder Bäume sowie wilde Beeren, Pilze und Kräuter ist laut Bundesnaturschutzgesetz § 39 III für den privaten Verbrauch erlaubt

...für professionelle / gewerbliche Anbieter wie Direktvermarkter

Das Prinzip von Market gardening stammt aus Frankreich aus dem 19 Jahrhundert. Seit der Buchveröffentlichung „The Market Gardener“ des Kanadier Jean-Martin Fortier im Jahr 2012 hat dieses Prinzip immer mehr Anhänger gefunden.

 

„Market gardening“ bedeutet “viel Gemüse auf wenig Raum“. Es ist ein effektiver, meist gewerblicher Gemüseanbau auf kleiner Fläche (1-2 ha Betriebsfläche) ohne große Maschinen, ohne Bodenbearbeitung wie Pflügen, ohne große Investitionen in Maschinenpark. Es wird von meist von Biobetrieben mit 2-4 Angestellten, Solawis oder Individualisten in abgelegenen Regionen praktiziert, ist aber grundsätzlich sehr gut für Menschen, die autark leben und wirtschaften wollen, geeignet. Es wird nach dem Prinzip der Permakultur gearbeitet. Die Beete sind 0,7m x 10 m groß. Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Kompost einer dicken Mulchschicht und Fruchtwechsel, z.T. mit Bokashi oder Pflanzenkohle (Terra preta) erhalten. Die Pflanzen werden sehr eng gepflanzt und wurzeln tiefer. Schädlinge werden durch Insektennetze statt Gift abgehalten. Die Arbeitsgeräte (Säen, Topfen, Pflanzen, Ernten) sind äußerst effizient und pfiffig, meist reicht ein Akkuschrauber, um z.B. eine Salaterntemaschine anzutreiben. So wird die meiste Zeit mit Ernten statt mit Jäten, Bodenbearbeitung oder Schädlingsbekämpfung aufgewendet. Viele dieser Kleinbetriebe vermarkten ihr Gemüse direkt auf Wochenmärkten, beliefern Gastronomen und Privathaushalte. 

 

Market gardening oder auch Mikrofarming verbindet für die Landwirtschaft Wirtschaftlichkeit mit Nachhaltigkeit (Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeit, geringer Flächenverbrauch) und umweltfreundliche Bewirtschaftung.  

Market gardening ist ein Zukunftsmodell für unsere Landwirtschaft - weg von Wachstumszwang, steigender Pachtpreise, schwindender landwirtschaftlicher Flächen durch Flächenverbrauch, Bodenzerstörung durch Monokulturen, Erosion und intensiven Pestizid- und Düngemitteleinsatz.

Erfolgreich Gärtnern

In dieser Reihe geben wir ein paar grundlegende Tipps zum erfolgreichen Gärtnern. 

Nützlinge ansiedeln

Geeignete Gemüsesorten für Anfänger


Fruchtwechsel

Schnecken


Zucchini, Zucchini

Zucchinis sind ein gutes Gemüse für Einsteiger, da sie im Kübel oder Hochbeet üppig wachsen und uns reichlich mit Gemüse versorgen. Wir zeigen Euch, was ihr alles mit der diesjährigen „Zucchini- Schwemme“ anstellen könnt – ob als Auflauf, Reibekuchen, gegrillt, als Suppe, Kuchen, Chutney, Rohkostsalat oder süß- sauer Eingemachtes.

 

Anbau:  

Zucchinipflanzen könnt ihr veredelt kaufen oder aus einem Samen ziehen. Wer eigenes Saatgut möchte, hebt einfach im Spätsommer aus einer voll ausgereiften, großen Zucchini die dicksten Kerne (getrocknet und ohne Fruchtfleisch) auf. Im Februar / März könnt ihr diese im Topf ansäen und im Zimmer vorziehen, bis ihr sie nach den Eisheiligen (Mitte/Ende Mai) auspflanzen könnt. 

 

Achtung: Zucchinis im Hochbeet wachsen explosionsartig, da sie durch die üppige Nährstoffversorgung mit organischem Material (siehe Hochbeetvideo) bzw. mit Kompost gut wachsen – ihr müsst da mit 80 cm² pro Pflanze rechnen. Überlegt daher gut, ob ihr so viel Platz im Hochbeet frei habt. 

Auch in einem großen Blumenkübel (ca. 40 l) wachsen sie gut – hier bitte mit einer ordentlichen Portion Kompost versorgen und im Sommer ab und zu mit Brennnesseljauche (1:10 mit Regenwasser verdünnt) als Flüssigdünger gießen.  

Im Gartenbeet wächst die Zucchini weniger üppig, kann aber mit Kompostgaben und Brennnesseljauche „aufgepeppt“ werden. 

 

Tipp:  

  • Borretsch oder andere Blühpflanzen am Zucchinibeet locken Hummeln zum Bestäuben an. Sind natürlich auch gut für Wildbienen etc. 
  • Zucchinipflanzen nie überbrausen, die Blätter möglichst nicht befeuchten, also mit Gießkanne ohne Gießtülle gießen, da sie schonst schneller Mehltau bekommt und die Ernte geringer wird. 
  • Junge Zucchiniblüten sind auch lecker, z.B. frittiert in der Pfanne. Im Internet findet ihr dazu viele Rezepte. 
  • Früchte, die an der Spitze ganz schmal sind oder zu faulen beginnen, früher abernten, da sie das Nachwachsen jüngerer Fruchtansätze bremsen. 

Zucchini Rezepte in Bildern:

Zucchini-Chips

Zucchini Kuchen

Zucchini Suppe


Zucchinirezepte zum Download:

Weitere Zucchinirezepte zum Download
Hier gibt´s Rezepte für gegrillte Zucchini, Zucchinikuchen, Zucchinilasagne und Zucchinipuffer zum Herunterladen.
Zucchinirezepte.pdf
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Rezeptvorschläge

Rote Beete Cocktail

Grüne Tomaten-Marmelade

Was tun, wenn am Ende der Saison die Tomaten am Strauch einfach nicht mehr rot werden wollen? Unser Tipp, probiert doch mal eine Marmelade aus grünen Tomaten. Klingt ungewöhnlich? Ist es auch, aber sehr lecker! 

Rezepte für Marmelade und Konfitüre

“Grüne Smoothies”

sind als Nahrungsergänzung sehr gesund. Wir nutzen dabei Wildkräuter- und Gemüseblätter aus dem Garten und mischen diese mit „Geschmacksträgern“ – also Obst, das gerade reif ist. Das Blattgrün und die Blätter enthalten oft ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralstoffen, essentielle Fettsäuren, als Obst oder Gemüse.

Grüne Smoothies füllen den Energietank von Gehirn und Muskeln wieder auf, dienen aber auch der Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Man fühlt sich fitter, geistig wacher, körperlich gut.


Historische Rezepte

Uromas Spezialrezept – Altbewährtes neu entdeckt

Vor 100 Jahren gab es keinen Supermarkt um die Ecke, wo man sich schnell mal eindecken konnte.  Zur Jahrhundertwende gab es schon „Weck“- Gläsern, Einkochtöpfe, Dampfentsafter, Kochkisten, obwohl man noch mit Holzfeuer kochte, weder Spülmaschine, Mixer, Thermomix oder Schnellkochtopf hatte.

Um 1900 konservierte auf Vorrat, um gewappnet vor überraschenden Familienfeiern zu sein, später, in Krisenzeiten der Weimarer Republik und der Kriegs- und Nachkriegszeit mehr aus Gründen der Not und des Nahrungsmangels. Selbstversorgung , „Hamstern“, Tauschen waren Strategien, um gewappnet zu sein für die „Schlechte Zeit“. Ab den 1930 ern wurden erstmals Kochbücher und Hauswirtschaftskurse für „einfache Mädchen vom Lande“ angeboten, um diesen eine berufliche Perspektive (als Dienstmagd, Hauswirtschafterin) zu bieten oder sie gezielt in ihre „Hausfrauenrolle am Herd“ zu lenken.

Interessant sind auch heute noch die Methoden (die sich z.T. nicht viel geändert haben), die Rezepte zur Selbstversorgung, die wieder an Aktualität gewinnen, weil sie wieder „in“ werden (Fermentieren, Kochkiste, Wildkräuterrezepte) oder weil sie sich weltweit durchgesetzt haben (z.B. Ketchup) - obwohl sich unsere Gesellschaft, Lebensstile, Herausforderungen und Politik in dieser Spanne stark verändert haben.

 

Guter Geschmack und kulinarische Kreativität sind eben zeitlos!


Historische Rezepte Teil 1: Wer erkennt es?

Heute haben wir das erste historische Rezept für euch. Erkennt ihr, worum es sich handelt? Dann schreibt uns doch eine Nachricht mit eurer Lösung. Unter dem historischen Rezept findet ihr mittlerweile die Auflösung.

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Auflösung: Historisches Rezept Tomaten Catsup

Unter Catsup versteht man eine dickflüssige Sauce, welche als Beigabe zum Fleisch gegessen wird. Tomatencatsup ist eine in England durchaus gebräuchliche Verwendungsart für Tomaten. In Deutschland ist dieselbe noch fast unbekannt.

Die Bereitung ist eine verschiedene. Die einfachste ist folgende: Vollständig reife Tomaten werden, nachdem sie sauber abgewischt sind, in Stücke geschnitten und in einem geeigneten Kochtopf aufs Feuer gesetzt. Wenn vollständig zu Brei geworden, wird der Brei durch ein Haarsieb gestrichen, damit die Kerne und unverkochten Schalen . Das gewonnene Mark wird nun gewogen. Auf 1 kg desselben nimmt man ¾ Liter feinsten Weinessig, einen Teelöffel gemahlenen Piment, einen Eßlöffel Salz, einen Teelöffel gemahlene Gewürznelken und eine halbe geriebene Muskatnuß. Alles wird gut durcheinander gerührt, nochmals aufs Feuer gesetzt und unter fleißigem Umrühren 60 Minuten gekocht. Abgekocht wird es dann in möglichst kleine Gläser getan (vorzüglich eignen sich hierzu auch die kleinsten Saftflaschen)  und in denselben 40 Minuten bei 100° sterilisiert.

Hochfein zu Ragouts, Kotelettes und Bratensaucen.

 

Aus J. Weck "Koche auf Vorrat", Band 1, 1905

Historische Rezepte Teil 2: Wer erkennts?

Wir haben ein weiteres historisches Rezept für euch. Erkennt ihr es, und mögt ihr es auch so gerne wie unser Naturschwärmer Team? Schreibt uns gerne eine Nachricht, wenn ihr eine Idee habt, worum es sich handeln könnte. Unter dem Rezept gibt es mittlerweile die Auflösung.

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Auflösung: Kartäuserklösse

Zutaten:

8-10 alte Semmeln

1-2 Eier

10g Zucker

½ l  Milch

Zitronenschale

1 Ei oder Eireste

Semmelbröseln

Zucker, Zimt

1 /4 l heißen Wein oder Most

Ausbackfett

 

Zubereitung:

Die abgeriebenen, harten Semmeln halbieren, in einer Flüssigkeit aus Milch, Eier, Zucker und geriebener Zitronenschale kurz einweichen, in Ei und Semmelbröseln wenden, schwimmend im Fett oder auf der Stielpfanne backen, in Zucker und Zimt gemischt wälzen.

Dazu heißen Wein reichen oder die Klöße mit heißen Wein begießen (ich verwende am liebsten eine Weinschaumsoße aus Eischnee, Wein, Zimt und Zucker), dann nennt man sie versoffene Jungfern.

 

Rezept von 1927 , Kochbuch des Bayerischen Vereins für Wirtschaftliche Frauen- Schulen auf dem Lande

Historische Rezepte Teil 3: Wer erkennts?

Heute stellen wir Dir ein historisches, vegetarisches  Rezept für die Kochkiste aus dem Jahr 1926 vor. Das Essen wird kurz aufgekocht und im heißen Topf in eine gut isolierte Kiste gestellt. Das Essen gart schonend und hält sich stundenlang warm. Obwohl die Kochkiste bereits nach der Jahrhundertwende und v.a. im 1. Weltkrieg modern war, um Holz (Energie) zu sparen, ist sie heute wieder brandaktuell, denn sie spart Zeit, Energie und Geld – sie ist nachhaltig, klimafreundlich und ideal fürs Homeoffice. 

Wisst ihr, um was es sich bei unten stehendem Rezept handelt? Dann schreibt uns doch eine Email mit eurem Tipp. Am kommenden Montag gibt es hier dann die Auflösung.


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Auflösung: Historisches Rezept Bayerischer Topf

Zutaten:

1 kleiner Kopf Weißkraut

Salzwasser

1 Pfund gelbe Rüben

Pfund Kartoffeln

60 gr Fett

1 Zwiebel, Kümmel, Salz

¼ l Gemüsewasser

30 gr Mehl

 

Zubereitung:

Kraut putzen, vierteln, in kochendem Salzwasser halb weich kochen. Rüben waschen, putzen, in Schieben schneiden, Kartoffeln in Würfel, Fett erhitzen, lagenweise Krautblätter, Rüben und Kartoffeln, Kümmel, fein geschnittene Zwiebel und Salz inzwischen einlegen, ¼ Liter Gemüsewasser zugeben, fertig kochen. Aus Mehl und Gemüsewasser Teiglein anrühren, ¼ Stunde vor Garzeit zugeben und gut mitkochen lassen, abschmecken.

Anzuchttöpfe

Konservierungsmethoden

Alles Apfel: Die richtige Lagerung

Äpfel verarbeiten - Apfelmus einmachen

Wir zeigen euch, wir ihr Äpfel zu leckerem Apfelmus verarbeiten könnt.


Erdmiete: Lagern von Wurzelgemüse

Den ganzen Winter über frisches Gemüse aus dem eigenen Garten? Das geht – sogar ohne Strom! Wir zeigen Dir, wie du im Gartenbeet – oder am Einfachsten im Hochbeet- eine Erdmiete anlegst, in der du frostfrei und kühl Wurzelgemüse bis ins Frühjahr einlagern kannst.

Obst und Gemüse richtig einkochen: Die Basics

Die Apfelbäume biegen sich unter ihrer Last, täglich gibt es neue Zucchini zu ernten, und die Tomaten reifen schneller nach, als man sie essen kann – wer einen Garten hat, kennt diese Situation. Um nicht dreimal täglich Zucchini essen zu müssen und vor allem um einen Teil der Ernte für den Winter haltbar zu machen, ist Einkochen eine perfekte Möglichkeit.

Kurz gesagt passieren beim Einkochen zwei Dinge: Die Hitze tötet Keime und Mikroorganismen ab, die ansonsten dazu führen, dass Lebensmittel faulen oder schimmeln. Und im Glas bildet sich ein Vakuum, das verhindert, dass neue Keime von außen eindringen können.  

Leider liest man immer wieder, dass Lebensmittel wie zum Beispiel Apfelmus einfach nur heiß abgefüllt werden. Das klappt aber nur, wenn das Eingefüllte sehr viel Säure oder sehr viel Zucker enthält und dadurch konserviert wird, also zum Beispiel bei Marmelade. Wer sicherstellen möchte, dass die Lebensmittel tatsächlich haltbar sind und man sich keine Lebensmittelvergiftung einfängt, sollte sie auf jeden Fall einkochen. Wie das funktioniert, könnt ihr euch in diesem Video anschauen.    

Bauanleitung Dörrautomat

Dörren ist Konservierung durch Feuchtigkeitsentzug, wobei Vitamine und Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Es ist eine altbewährte und schonende Methode. Früher wie heute kann man dazu die Abwärme von Öfen benutzen – wir zeigen Euch, wie man heute einfach und günstig – ohne Strom- Obst oder Pilze trocknen kann oder ganz klimafreundlich – mittels Solar- Dörrapparat Gemüse, Obst, Kräuter oder Pilze trocknen kann. 

Sauerkraut – typisch deutsch und sehr gesund

Sauerkraut entsteht durch Fermentation von Weißkohl. Im Ausland gilt Sauerkraut als typisch deutsch. Es enthält viel Vitamin C, enthält Ballaststoffe und unterstützt eine gesunde Darmflora. Früher war es gerade über den Winter eine wichtige Vitamin-C- Quelle. Die Älteren erinnern sich noch ans Sauerkraut- Stampfen (barfuss) in großen Krautfässern aus Steingut (50-100 l) – heute reicht uns ein 10 l Gärtopf mit Wasserrinne. In Gläser eingekocht hält das Kraut mind. ein Jahr. Gekauftes Sauerkraut wird pasteurisiert (kurz stark erhitzt) und enthält daher nicht so viel Aroma und gesunde Inhaltsstoffe wie selbst Gemachtes.

Kochen in Bildern

Kochen verbindet, sowohl Generationen, Kulturen, als auch Menschen mit oder ohne Handicap. Die LBV Umweltstation Rothsee mit Schwerpunkt “Inklusion” hat eine Broschüre „Kochen in Bildern“ herausgegeben, aus der wir einige Anleitungen verwenden dürfen. Die Rezepte eignen sich gut für Menschen mit Handicap, mit Demenzkranken oder fürs Kochen mit Kindern, die noch nicht so gut lesen können und sich eher an Bildern orientieren. Viel Spaß ! 

Kürbisse gehören zum Herbst dazu. Sie sind nicht nur ein bunter Farbtupfer, sondern auch lecker. Köstliche Beispiele sind z. B. eine Kürbismarmelade, Kürbisspalten oder eben die klassische Kürbissuppe, welche wir euch heute zeigen.


Quiz: Grüne Zebras und andere Kuriositäten

Alte Obst- und Gemüsesorten

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung schätzt die Anzahl der weltweit existierenden Apfelsorten auf etwa 20.000, andere Schätzungen gehen von bis zu 30.000 aus. In den Supermärkten findet man im Schnitt aber nur fünf verschiedene Sorten von Äpfeln. Tatsächlich tauchen im gewerblichen Obstanbau nur rund 70 Sorten auf, und die vier häufigsten Apfelsorten machen zusammen mehr als die Hälfte aller verkauften Äpfel aus. Zahlreiche alte Obst- und Gemüsesorten sind deshalb schon vom Aussterben bedroht. Dabei gibt es eine Vielzahl guter Gründe, diese alten Sorten zu erhalten: Neben der Bewahrung der biologischen Vielfalt ist ein großer Genpool wichtig, um neue Sorten züchten zu können, die etwa den Klimaveränderungen oder dem Auftreten neuer Krankheiten gewachsen sind. Viele Sorten konnten sich deshalb jahrhundertelang erhalten, weil sie robust und wenig krankheitsanfällig sind. Auch aus kulturhistorischer Sicht haben alte Sorten eine große Bedeutung, weil sie oft mit bestimmten regionalen Bräuchen, traditionellen Rezepten oder lokalen Geschehnissen verknüpft sind. Nicht zuletzt sind alte Sorten für den eigenen Anbau im Garten oder auf dem Balkon deutlich besser geeignet als die für die industrialisierte Landwirtschaft optimierten Neuzüchtungen, welche zudem oft nicht samenfest sind, also nicht mehr weiter vermehrt werden können. Aus alten Sorten hingegen kann man Jahr für Jahr neues Saatgut gewinnen und die Obst- und Gemüsepflanzen weiter anbauen. Und es macht Spaß, einmal etwas Neues zu probieren und sich über die Vielfalt an Geschmacksnoten, Farben, Formen und auch Namen zu freuen. Wie wäre es also mal mit einer Roten Sternrenette statt einem Galaapfel, mit einer Tomate namens Big Rainbow oder der Bohne Blauhilde?

 

Hier könnt Ihr Eurer Wissen über alte Obst- und Gemüsesorten testen:

September-Abschlussquiz

Dieser Monat steckte voller Tipps, Tricks und Rezepten, die zur eigenen Versorgung nutzen. Wir hoffen, ihr hattet Gelegenheiten einiges auszuprobieren und seid vielleicht inspiriert, auch in Zukunft ein wenig Selbstversorgung zu betreiben.

Zum Abschluss nun wieder eine spannendes Quiz!