Ziel 10: Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit in und zwischen Ländern verhindern

Aus gesetzlicher Sicht sind alle Menschen gleich. In der Realität sind Vermögen und Chancen auf der Welt aber sehr ungleich verteilt. Der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ist in oft verwehrt und es herrscht z.B. keine Chancengleichheit für Männer und Frauen. Auch in Deutschland hat nicht jede*r die gleichen Chancen, manche sind in dieser Hinsicht privilegierter als andere. 

 

„Würde man das Vermögen der unteren Hälfte auf 1,5 oder zwei Prozent aufstocken, hätte man für die Armen so viel erreicht wie mit 30 Jahren Wachstum, und das, ohne die planetarischen Grenzen weiter zu überschreiten.“

 

Thomas Pogge, Professor für Philosophie

 

Globale Gerechtigkeit – was bedeutet das?

Stell euch vor: Die Welt als großes Dorf

Auf unserer Erde leben sehr viele Menschen – Mitte 2024 waren es rund 8,16 Milliarden.

Wenn die Welt ein Dorf wäre, würden die Menschen nicht überall gleich verteilt leben: Mehr als die Hälfte wohnt in Asien, und weniger als jede*r Zehnte in Europa.

Trotzdem sind Geld, Chancen und Ressourcen nicht so verteilt wie die Menschen. Und genau darum geht es bei globaler Gerechtigkeit.

Was heißt „globale Gerechtigkeit“?

Globale Gerechtigkeit bedeutet:

Alle Menschen sollen fair behandelt werden und ähnliche Chancen haben – egal, in welchem Land sie leben oder welche Sprache sie sprechen. Das passt zu SDG 10 „Weniger Ungleichheiten“: Ungleichheit innerhalb von Ländern und zwischen Ländern soll verringert werden, und alle Menschen sollen gleichberechtigt teilhaben können. [bmz.de], [17ziele.de]

Ungleichheit kann viele Formen haben, z.B.:

  • manche haben viel Geld, andere zu wenig zum Leben
  • manche haben gute Schulen/Ärzt*innen in der Nähe, andere nicht
  • manche werden wegen Herkunft, Behinderung oder Religion benachteiligt 

Geld ist viel ungleicher verteilt als Menschen

Wenn wir „Gerechtigkeit“ sagen, geht es auch darum, dass niemand abgehängt wird. Gleichzeitig zeigen aktuelle Berichte: Sehr viel Vermögen liegt bei sehr wenigen Menschen. Oxfam beschreibt z.B., dass das Vermögen von Milliardär*innen 2025 um 2,5 Billionen USDollar gewachsen ist  ein Zuwachs, der fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung entspricht. Das bedeutet nicht: „Die einen sind schuld, die anderen nicht“ – aber es zeigt, wie groß die Unterschiede sind und warum Regeln und Strukturen wichtig sind.1

Auch beim Klima ist es nicht für alle gleich

Beim Klimaschutz geht es auch um Fairness: In reichen Ländern entsteht pro Person oft mehr CO₂ als in ärmeren Ländern. Die Internationale Energieagentur schreibt, dass die fortgeschrittenen (reichen) Volkswirtschaften pro Kopf etwa 70% mehr ausstoßen als der WeltDurchschnitt (Daten für 2023).2

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag der WeltDurchschnitt bei ungefähr 4,73 Tonnen CO pro Person, während Länder mit hohem Einkommen bei etwa 9,79 Tonnen lagen  also ungefähr doppelt so viel.3

Global gerecht ist Klimaschutz dann, wenn Lösungen fair sind: Menschen, die weniger zum Problem beitragen und oft stärker unter Folgen wie Hitze oder Dürren leiden, sollten dadurch nicht noch mehr Nachteile bekommen.

Was können Familien tun?

Globale Gerechtigkeit ist groß – aber ihr könnt im Alltag kleine Schritte machen und euren ökologischen Fußabdruck verkleinern bzw. euren Handabdruck vergrößern, wie zum Beispiel:

  • Beim Einkauf fragen: Brauche ich das wirklich?
  • Dinge teilen, leihen, reparieren
  • Bei Lebensmitteln öfter regional & saisonal wählen
  • In Kita/Schule/Ort eine TauschEcke oder RepairAktion starten
  • Mit Kindern fair handeln lernen: Woher kommen Schokolade, Kleidung, HandyRohstoffe?
  • Projekte unterstützen, die Chancen stärken (z.B. Bildung, Inklusion, faire Arbeitsbedingungen)

Mini‑Weltspiel zu Hause

  • Nehmt 20 kleine Gegenstände (Steine, Legos, Bohnen).
  • Legt sie als „WeltMenschen auf eine Karte oder in 5 Bereiche (Kontinente).
  • Nehmt weitere 20 Gegenstände als „Geld“. Verteilt sie „nach Gefühl“.
  • Sprecht drüber: Warum haben wir so verteilt? Was überrascht uns?
  • So wird sichtbar: Verteilungen fühlen sich anders an, wenn man sie sieht.

Tu Du´s für weniger Ungleichheit