SDGs - Sustainable Development Goals: 17 Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung

Die so genannte Agenda 2030 wurde im September 2015 verabschiedet. Als ein von der Weltgemeinschaft (UN) verabschiedetes Abkommen, stellt sie eine Art Fahrplan für die Zukunft dar. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt - globale Herausforderungen sollen gemeinsam gelöst werden. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 Ziele berücksichtigen Umwelt, Soziales und Wirtschaft und bedingen einander.  

Im Monat November stellen euch die Naturschwärmer die 17 Ziele einzeln vor und zeigen, wie sie durch Bildung für nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden. Natürlich liefern wir euch wie immer alltagstaugliche Praxisbeispiele dazu, damit auch ihr Euren Beitrag die Ziele zu erreichen leisten könnt.

17 Ziele; Engagement Global gGmbH
17 Ziele; Engagement Global gGmbH

Ziel 1: Keine Armut

Armut in all ihren Formen und überall beenden

Armut hat viele Gesichter 

Was wollen wir mit Nachhaltigkeitsziel 1 erreichen?  

  • Bis 2030 soll kein Mensch auf der Welt mehr in extremer Armut – das heißt mit weniger als 1,70 € pro Tag – leben müssen. (Noch leben 760 Millionen Menschen in extremer Armut) 
  • Die Zahl der Menschen in Armut, gemessen an nationalen Definitionen, soll mindestens halbiert werden. 
  • Alle Menschen sollen durch soziale Sicherungsleistungen abgesichert sein. (Noch leben 71 % der Weltbevölkerung ohne soziale Absicherung) 
  • Alle Menschen sollen gleiche Rechte und Chancen beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Vermögen und natürlichen Ressourcen haben. 
  • Die Widerstandsfähigkeit von Menschen in Armut gegenüber klimabedingten Extremereignissen und wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Schocks soll gestärkt werden. 

Weise Geschichten aus der Tradition der Völker drücken dieselben Ziele in spannender, kurzer und anschaulicher Weise aus und bieten einfache Lösungen für jeden von uns an. Der Verein ARS NARRANDI e. V. „Wenn Worte wandern …“ hat 17 Geschichten aus aller Herren Länder gesammelt.

Eine dieser Geschichten möchten wir euch heute vorstellen. Es ist die Geschichte “Der Korb mit den vielen Früchten” und stammt aus dem Senegal.


Was kannst du tun?

Wir möchten gemeinsam versuchen, das Leben auf der Erde so zu gestalten, dass es keine Armut mehr gibt. Ein paar Tipps dazu, was du ganz konkret dafür tun kannst, findest du hier:

Weitere Infos:

Ziel 2: Kein Hunger

Für die meisten Menschen in Deutschland heute kaum mehr zu glauben, aber für andere tägliche Realität: Weltweit leiden immer noch rund 811 Millionen Menschen an Hunger. Vor allem in Afrika gibt es viele Erwachsene und Kinder, die nicht genug zu essen haben. Und das, obwohl man mit allen Lebensmitteln der Welt locker alle Menschen versorgen könnte. Der Grund sind Ungleichheiten in der Verteilung der Nahrungsmittel – während in Deutschland etwa 12 Millionen Tonnen jährlich an Lebensmitteln verschwendet werden, leiden andere ihr Leben lang an Unterernährung. Dass die Menschen in Afrika weniger zu essen haben als wir, liegt aber zum Teil an dem, was wir konsumieren – Wenn wir zum Beispiel zu viel Fisch aus dem atlantischen Ozean kaufen und essen, werden diese Fische viel weniger und fehlen für die Menschen vor Ort. Deshalb ist unser gemeinsames Ziel, diese Ungleichheiten zu beseitigen, sodass keiner mehr Hunger leiden muss.  

Genetische Vielfalt und was sie mit unseren Lebensmitteln zu tun hat

Was kannst du tun?

Wir haben für dich ein paar Tipps dazu gesammelt, wie du dazu beitragen kannst, dass wir Ziel 2 erreichen:

Weitere Infos:

Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen

Um was geht es?

Die Gesundheit ist die wichtigste Grundlage zu einem erfüllten Leben. Ziel ist es, die gesundheitliche Versorgung für alle Menschen dieser Erde zu verbessern. Dabei sollen weder die politische Lage in einem Land noch die persönlichen finanziellen Mittel des Einzelnen ein Hindernis zu medizinischer Beratung, Vorsorge und Behandlung darstellen. 

Einige zentrale Zielstellungen des Ziels 3 umfassen, die Kinder- und Müttersterblichkeit drastisch zu senken, die Infektionszahlen von übertragbaren Krankheiten zu reduzieren, die Sterberaten von nicht übertragbaren Krankheiten durch Vorsorge und Möglichkeiten der medizinischen Behandlung zu verringern. Neben der physischen Gesundheit spielt aber auch die psychische Gesundheit eine sehr große Rolle.  

 

Darüber hinaus ist auch die Gesundheit unseres Planeten, also unser aller Lebensgrundlage, ein entscheidender Faktor. Denn nur so können Erkrankungen und Todesfälle durch Umweltgifte, Luft-, Wasser- und Bodenverunreinigungen vermieden werden. 

Was hat das Ziel 3 mit dem LBV zu tun?

Die positive Wirkung der Natur auf das menschliche Wohlbefinden ist wissenschaftlich gut belegt.  

Mit unserer Arbeit, unseren Führungen und Angeboten im Bereich Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Naturschutz schaffen wir also nicht nur Verständnis für ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Zusammenhänge, sondern fördern durch das Naturerleben auf allen wesentlichen Ebenen – Körper, Psyche und Gesellschaft – das menschliche Wohlbefinden.

Gemeinsames Naturerleben fördert naturbezogene Gemeinschaftsgefühle. Hierbei wird die körperliche Gesundheit bei Bewegung an der frischen Luft gleichermaßen mit der geistigen Fitness durch unterschiedliche Aktionen und Informationen zu Tier- und Pflanzenwelt angekurbelt.  

Doch auch der Natur- und Biotopschutz des LBV als solcher leistet seinen Beitrag zur Gesundheit der Menschen. Wenn wichtige Naturgebiete bewahrt werden, bietet jenes Engagement dem Menschen nicht nur gesunde Luft zum Atmen, sondern auch die Möglichkeit sich beispielsweise bei einem Ausflug an der Artenvielfalt vor Ort zu erfreuen.  

Naturerlebnisse können zudem helfen, vom Alltag abzuschalten und Abstand zu Problemen zu gewinnen. Also am besten öfter raus in die Natur und tief durchatmen! 

Was kannst Du tun?

Wir möchten jeden von euch dazu einladen, sein Leben verantwortungsbewusst und nachhaltig zu gestalten, damit wir gemeinsam dazu beitragen das Ziel 3 zu erreichen, hier und anderswo auf der Welt.

Ideen, was jeder einzelnen von uns zur Erreichung des Zieles beitragen kann, findet ihr in unserer Tu Du Liste. 

Weitere Infos:

Ziel 4: Hochwertige Bildung

Alle Menschen sollen eine lebenslange, inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung erhalten

Das vierte Ziel richtet sich, wie alle der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung, an die gesamte Weltgemeinschaft. Mit dem erreichen der Ziele soll ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden.

  • Das SDG 4 basiert auf einem breiten Bildungsverständnis und dem Prinzip des lebenslangen Lernens.
  • Bildung ist ein Menschenrecht und eine hochwertige Bildung ist der Schlüssel für individuelle Chancen.
  • In Deutschland soll Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bereichen des deutschen Bildungssystems fest verankert werden.

Denn durch diese Bildung kann der Einzelne erkennen: Mein Handeln hat Konsequenzen – und dieses Denken ist dringend notwendig. 

Deutschland nimmt bei der Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung eine Vorreiterrolle ein.

Gedankenkette

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Weitere Infos:

Ziel 5: Geschlechtergleichheit

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Die Geschlechtergleichstellung schreitet auf der Welt voran. Insbesondere Frauen erlangen immer mehr Rechte und leben immer selbstbestimmter. Aber auch wenn in vielen modernen, wirtschaftlich mächtigen Ländern Frauen über die letzten Jahrzehnte immer mehr gesetzliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung erfahren, gibt es auch in Deutschland beispielsweise bei Thema gleiche Bezahlung noch vieles zu korrigieren.

 

Doch es gibt leider auch noch immer sehr viele Länder, in denen Mädchen und Frauen nahezu keine Rechte der Selbststimmung genießen, zwangsverheiratet werden, Gewalt erfahren und auch in Fragen der Familienplanung und der Verhütung von Männern bevormundet werden.

 

Erklärte Ziele der UNO sind weiterhin auch geschlechterunabhängiger Zugang zu Bildung sowie Aufklärung über religiöse Praktiken, die gesundheitlich schwerwiegende Folgen haben. Die Beschneidung von Mädchen ist hierbei eine Tradition, die körperliche und seelische Schäden hinterlässt, die in vielen Fällen die betroffenen Frauen ein Leben lang belasten.

 

Die Gleichberechtigung der Geschlechter gilt als ein elementarer Faktor für nachhaltige Entwicklung weltweit. Sie ist Ausdruck sozialer Gerechtigkeit und führt zu einer gleichen Teilhabe an individuellen Entwicklungsmöglichkeiten und zu einem selbstbestimmten Leben. 

 

Entdecke mehr zu Ziel 5

Mehr zum Thema erfahrt ihr in unserem Interaktiven Bild. Dazu einfach auf die „Hot Spots“ klicken.

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Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Wasser ist ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Lebens - nicht gelogen, unser Körper besteht aus mindestens 70% Wasser! Auch für andere Tiere und Pflanzen ist Wasser ein lebenswichtiges Element, Wasser ist die Quelle des Lebens. 

Überlege Dir 3 Dinge, für die Du heute schon Wasser verwendet hast - Ich habe heute in der Früh Zähne geputzt.

 

In Europa betrachten wir die Verfügbarkeit sauberen Wassers als selbstverständlich, doch das ist nicht überall auf der Welt der Fall. Selbst hier in Deutschland kommt es immer wieder zu Verschmutzungen. Erinnerst Du Dich noch an die Unwetter letztes Frühjahr? Überschwemmungen hatten das Trinkwasser in Teilen Mittelfrankens verunreinigt. Um Keime abzutöten, wurde dem Wasser Chlor beigemengt. Geruch und Geschmack waren dadurch stark beeinträchtigt. Verunreinigungen des Wassers sind nicht immer sichtbar.  

Überlege Dir: Wie riecht und schmeckt sauberes Wasser?

Wir wollen achtsam mit Trinkwasser umgehen. So kann man zum Beispiel Wasser sparen bei der Klospülung. Wie das geht, erklärt Dir hier unser Waldschrazl: „Grauspüler sind Schlauspüler“

 

Gering verschmutztes Abwasser aus Bädern, Duschen oder Waschmaschinen oder Regenwasser aus dem Brunnen kann, bevor es wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt wird, als „Betriebswasser“ für die Toilettenspülung genutzt werden.

 

Und so funktioniert’s hier bei uns am LBV Zentrum Mensch und Natur:

Regenwasser und Grundwasser werden im Brunnen gesammelt – Über ein separates Leitungssystem wird anstelle des Trinkwassers dieses Brunnenwasser in die Spülkästen gepumpt – Wir sparen bei jedem vollen Spülgang 9 Liter sauberes und kostbares Trinkwasser.

Was kannst du tun?

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Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie

Kohle, Erdöl, Erdgas – Mit diesen Stoffen haben wir viele Jahre unseren weltweit stetig steigenden Stromverbrauch gedeckt. Aber die Probleme häufen sich – Nicht nur, dass die Rohstoffe anfangen knapp zu werden, ohne dass sie nachproduziert werden können, sondern auch uns und der Umwelt bereiten sie Probleme: Große Mengen CO2 werden ausgestoßen, Ökosysteme werden beim Abbau der Rohstoffe unwiederbringlich zerstört und Müll mit gefährlicher Strahlung sammelt sich an. Das ist nur ein Teil der Dinge, die uns zunehmend Schwierigkeiten bereiten. Ziel ist es, Strom neu zu denken. Sonne, Wind, Wasser – Es gibt Energie, die ohne CO2-Abbau und Umweltschäden gewonnen werden kann. Während wir unsere Stromproduktion umbauen, müssen wir darauf achten, gleichzeitig bezahlbare Alternativen zu finden und keine neuen Probleme zu schaffen. Hier eine Lösung zu entwickeln, die man möglichst schnell umsetzen kann, ist eine der größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts. 

Energie-QUIZ: welche Vor- und Nachteile bieten erneuerbare Energien?

Der Ausbau von erneuerbaren Energien wie Windkraft, Wasserkraft oder Photovoltaik ist für die Energiewende von zentraler Bedeutung. Die Energiegewinnung soll zunehmend umweltfreundlicher und klimaverträglicher werden. Aber welche Vorteile bieten die alternativen Stromquellen und bringen sie auch Nachteile mit sich? Findet es heraus in unserem Energie-QUIZ:

Was kannst du tun?

Weitere Infos:

Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Wirtschaftswachstum klingt erstmal gut, denn das bedeutet weniger Arbeitslosigkeit und mehr Wohlstand und Kaufkraft für alle. Und mit mehr Kaufkraft lässt sich das Wirtschaftswachstum noch weiter steigern …  Doch Wachstum führt nicht automatisch zu mehr Wohlstand, denn viele Menschen, vor allem in Afrika und Asien, leben in Armut, obwohl sie arbeiten. Insbesondere in der Textilindustrie, der Landwirtschaft und der Rohstoffgewinnung arbeiten Kinder und Erwachsene unter gefährlichen, menschenunwürdigen Bedingungen und verdienen trotzdem nicht genug, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Und sehr oft geht das Wirtschaftswachstum zu Lasten der natürlichen Ressourcen. Ziel ist deshalb ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Alle Menschen weltweit sollen am wirtschaftlichen Wohlstand teilhaben und ihren eigenen Beitrag dazu leisten können.  

Das Ziel 8 beim LBV

"Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern" - das klingt nach einer großen, globalen Herausforderung. Kann der LBV als bayerischer Naturschutzverband da überhaupt einen Beitrag dazu leisten? Wir glauben schon! Zum einen möchten wir natürlich als gutes Beispiel vorangehen. Wir können ja schlecht die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele von anderen fordern und dann selber nichts dafür tun. Und zum anderen ist ein kleiner Beitrag immer noch besser als gar kein Beitrag! Vielleicht lasst ihr euch als Privatperson, als Schule, Institution oder Firma dazu inspirieren, das eine oder andere aus unserem Verband bei euch ebenfalls umzusetzen. Und schon sind wir dem Ziel ein Stückchen näher gekommen!

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.

Was kannst du tun?

Weitere Infos:

Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

Um wirtschaftliche Entwicklung und menschliches Wohlergehen zu unterstützen, soll eine hochwertige, verlässliche, nachhaltige und widerstandsfähige Infrastruktur aufgebaut werden. Insbesondere in Entwicklungsländern sollen kleine Industriebetriebe einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen, Wertschöpfungsketten und Märkten erhalten.

 

Während die Finanzierung der wirtschaftlichen Infrastruktur in Entwicklungsländern gestiegen ist und Fortschritte bei der Mobilvernetzung erzielt wurden, stehen die am wenigsten entwickelten Länder vor großen Herausforderungen. Besonders groß sind diese Herausforderungen, wenn es darum geht, den Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Bruttoinlandsprodukt bis 2030 zu verdoppeln und ausreichende Investitionen in Forschung und Entwicklung zu tätigen.

Was kannst du tun?

Ziel 10: Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit in und zwischen Ländern verhindern

Aus gesetzlicher Sicht sind alle Menschen gleich. In der Realität sind Vermögen und Chancen auf der Welt aber sehr ungleich verteilt. Der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ist in oft verwehrt und es herrscht z.B. keine Chancengleichheit für Männer und Frauen. Auch in Deutschland hat nicht jeder die gleichen Chancen, manche sind in dieser Hinsicht privilegierter als andere. 

 

„Würde man das Vermögen der unteren Hälfte auf 1,5 oder zwei Prozent aufstocken, hätte man für die Armen so viel erreicht wie mit 30 Jahren Wachstum, und das, ohne die planetarischen Grenzen weiter zu überschreiten.“

 

Thomas Pogge, Professor für Philosophie

 

Weltspiel zu Ziel 10: Ungleichheit

Beim folgenden Spiel kannst du die Verteilung der Fläche, Bevölkerung, des Reichtums und der CO2-Emissionen der Weltbevölkerung den einzelnen Kontinenten zuordnen. Dabei zeigt sich schnell, dass die Verteilung ungleich und ungerecht ist. 

Die Zahlen stammen aus dem Weltspiel der Mission Eine Welt. 

Tu du´s für weniger Ungleichheit

Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung fassen zusammen, auf was es in den nächsten Jahren ankommen wird. Die Städte und Gemeinden sollen nachhaltig sein. 

  • Was ist unter einer nachhaltigen Stadt oder Gemeinde eigentlich zu verstehen? 

Die Städte und Siedlungen sollen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet sein. 

  • Warum? 

In der Stadt kommt eine bunte Schar an unterschiedlichen Menschen zusammen. Die Menschen suchen in der Stadt die vielfältigen Möglichkeiten. Und die Anzahl der Menschen, die in Städten lebt, steigt in Deutschland, wie auch weltweit immer mehr. 

Das bringt natürlich viele Herausforderungen mit sich. Die Menschen brauchen Platz zum Leben. Sie brauchen Platz fürs Wohnen, für Firmen, Geschäfte, Verkehr, Schulen, Krankenhäuser, Müllentsorgung, …. So ist es besonders wichtig, dass die Stadtplanung und das Stadtmanagement gut funktionieren. 

Doch auch auf dem Land stehen Veränderungen an. Heute fehlt dort oft an Schulen, Ärzten, Berufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und weitere Dinge. Das hat zur Folge, dass die Menschen ihre Heimat verlassen und die Dörfer leer werden. 

Hinzu kommen in der Stadt und auf dem Land die Auswirkungen des Klimawandels. Die letzten Monate haben wir selbst in Bayern einiges davon mitbekommen: Schneelawinen die Dörfer verschütten und Gebäude zum Einsturz bringen, Überschwemmungen und Trockenheit. Es ist also höchste Zeit, dass wir alle unsere Wünsche und Ideen zusammentragen, um eine sichere und glückliche Zukunft zu gestalten.  

  • Aber was ist gut?  

Das müssen die Bürger, dazu zählst auch Du, bekannt geben. Viele Menschen erhoffen sich in den Städten gute Arbeit zu finden und ihre Chance verbessern, Wohlstand zu erreichen oder zu erhalten. Trotzdem sollen nicht Land und Ressourcen belastet werden. Außerdem wünschen sich die Menschen ruhig und mit guter Luft arbeiten und wohnen zu können, gleichzeitig soll der Verkehr funktionieren.  

Andere Menschen wünschen sich in ihrem Ort bleiben zu können. Sie wollen trotzdem die gleichen Bildungschancen, gute Ärzte und Arbeitsmöglichkeiten. Und auch dort sollen die natürlichen Flächen nicht verschwinden. 

  • Wie soll das gehen? 

Alle Menschen sollen die Chance haben, ihre Bedürfnisse und Wünschen äußern zu können. Und das gilt nicht nur für die Städte. Denn auch die Dörfer und Gemeinden müssen lebenswert für ihre Bürger und Bürgerinnen sein. Deshalb muss es den Menschen auch dort möglich sein, bei der Gestaltung mitmachen zu können. Es geht sogar über das Mitmachen hinaus. Die Bürgerinnen und Bürger können Veränderungen anstoßen und verwirklichen (das nennt man Partizipation). 

Meistens ist das einfacher, wenn sich die Menschen mit gleichen Interessen zusammenschließen und ihre Wünsche und Ziele formulieren. (Sie bilden ein Netzwerk). Dazu ist es oft ratsam, noch weitere Menschen zu befragen – Menschen, die sich in Bereichen besser auskennen, die aber mit dem Thema zu tun haben. Denn das kennen wir doch alle – wir können nicht alles wissen und sind oft dankbar, wenn wir auf etwas aufmerksam gemacht werden, das wir selbst in unserer Planung übersehen hätten. (Austausch unterschiedlicher Fachgruppen).  

  • Wo gibt es Unterstützung? 

Gemeinde und Städte haben die Möglichkeit ihre BürgerInnen zu unterstützen, in dem sie Strukturen schaffen, dass die Mitgestaltung möglich wird. Sie können beispielsweise einen Nachhaltigkeitstat in den Stadtrat bringen. Der Nachhaltigkeitsrat kann die Interessen der BewohnerInnen sammeln.  

Städte und Gemeinden können dafür sorgen, dass mehr Bildung in ihrer Region angeboten wird – vor allem Bildung, die dazu ermutigt, dass sich die StädterInnen an der Zukunftsgestaltung beteiligen. Das macht beispielsweise die Landeshauptstadt München. Sie wurde sogar dafür ausgezeichnet.

Es gibt ganz viele verschiedene Programme, in Deutschland und auf der ganzen Welt, die Städte und Gemeinden auszeichnen, wenn sie dafür sorgen, dass eine lebenswerte Zukunft entstehen kann. 

Es ist schön, wenn die Stadt oder Gemeinde Strukturen schafft, dass sich alle Menschen an der Zukunftsgestaltung beteiligen können. Trotzdem sollten wir BürgerInnen uns dafür interessieren, was in unserer Heimat passiert und bei der Gestaltung mitmachen. Denn es gibt so viele unterschiedliche Bedürfnisse – und wer nichts sagt, der wird nicht gehört.

 

Mein Wunschort

Jetzt versuch doch mal selbst, Deine Wunschstadt zu planen. So kannst Du vorgehen: 

Setz Dich doch einfach mit Deinen Freunden oder Deiner Familie zusammen und malt gemeinsam Eure Wunschheimat auf. 

Redet darüber, warum ihr Euch wünscht, was ihr aufgemalt habt. Lasst erstmal alle Ideen als gut gelten. Alles was ihr Euch wünscht, darf auf Eure Wunschzeichnung. 

Später habt ihr Zeit zu diskutieren, ob Euer Entwurf eine realistische Möglichkeit wäre. Dann könnt ihr gemeinsam überlegen, wem Eure Veränderungsideen etwas nützt, wem sie schaden könnten. Stellt vielleicht solche Fragen: 

  • Ist es ein Ort, an dem alle Menschen die gleichen Chancen haben? (Mitsprache, Arbeit, Bildung, Respekt,…) 
  • Ist es ein Ort, in dem die Natur bewahrt bleibt? 
  • Ist es ein Ort, … lasst Euch selbst Fragen einfallen, die ihr überprüfen könnt. 

Vielleicht findet ihr für die Ideen, die nicht ganz so gut für alle(s) sind, Lösungen, die es doch ermöglichen, die Idee nicht verwerfen zu müssen. 

Wenn Euch das zu aufwändig ist, müsst ihr ja nicht gleich Euer ganzes Dorf oder Eure Stadt gestalten, sondern rausfinden, was Eurem Ort helfen kann, noch toller zu werden. Dann lasst Eurer Fantasie freien Lauf und entwickelt erstmal nur eine Idee. 

 

Und vielleicht reicht Ihr Eure Idee dann in der Gemeinde ein. 

 

Wir würden uns auf jeden Fall freuen, wenn ihr uns Eure Ideen / Gemälde als Foto zusenden würdet 😉

 

Was kannst du tun?

Tu Du’s  

  • Fragt Eure Lehrkraft, ob ihr eine Zukunftswerkstatt machen könnt. Überlege dann mit Deiner Klasse, was ihr Euch für Eure Stadt (Gemeinde, etc.) wünscht, um sie nachhaltiger werden zu lassen. Reicht Eure Ideen und Wünsche im Rathaus ein oder bittet darum, dass Eure Wünsche und Ideen – zum Beispiel im Bürgerhaus -  ausgestellt werden.  
  • In vielen Gemeinden gibt es die Möglichkeit für Kinder ein- bis zweimal im Jahr ins Rathaus zu gehen. Dort stellen sie ihre Forderungen an die Stadt. Vielleicht ist das auch in Deiner Heimat möglich. Wenn nicht, wende Dich an den Kreisjugendring. Dieser hilft dir sicher, solch eine Beteiligungsform zu gründen. In München sieht das so aus.
  • Du bist in einem Verein in Deinem Heimatort aktiv? Das könnte ein Fußball-Verein sein, ein Turn-Verein, ein Reit-Verein… oder Du bist vielleicht in einer kirchlichen Institution eingebunden. Was kann die Stadt für Euch (als Verein/Institution) machen, dass ihr nachhaltiger leben könnt? Wünscht ihr Euch schon immer einen guten Fahrradweg zum Vereinshaus oder eine bessere Busanbindung, dass ihr nicht mit dem Auto gefahren werden müsst? Dann reicht doch gemeinsam als Verein diese Forderung im Rathaus ein.  
  • In Deiner Stadt oder in Deinem Ort gibt es wenig natürliche Flächen. Entweder findest Du Rasen, Pflaster, Asphalt, … Eine nachhaltige Stadt, ein nachhaltiger Ort sollte viele Naturräume bieten, in denen Wildbienen, Schmetterlinge und auch Vögel ein Zuhause, ein Versteck und Futter finden können. Vielleicht kennst Du einen Platz, an dem eine Wildpflanzenhecke wachsen und eine Wildblumenwiese blühen könnten. Das kann am Parkplatz Deiner Schule sein, im Gewerbegebiet, am Platz vor dem Rathaus. Schau Dich mal um. Mach dann gerne eine Zeichnung von Deiner Vorstellung. Du kannst diese Zeichnung mit Deinen Gedanken an die Stadtzeitung senden und um die Veröffentlichung bitten.
  • Gründe mit Deinen Freunden eine Zukunftsgruppe. Gemeinsam könnt ihr die Menschen aus Eurem Ort befragen, was sie sich für ihren Ort wünschen würden. Am besten befragt ihr ganz unterschiedliche Leute– denn so verschieden die Menschen sind, so verschieden sind auch ihre Wünsche und Bedürfnisse. Versucht dann die meisten Überschneidungen herauszufinden und Lösungen dafür zu basteln. Gerne könnt ihr zur Lösungsfindung auch wieder viele Menschen befragen. Euer Ergebnis solltet ihr Euren regionalen Politikern überreichen. 

Ziel 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Shoppst Du noch oder lebst Du schon?

Spätestens seit den Klimademonstrationen der fridays-for-future-Bewegung wissen wir: 

There is no Planet B! 

Damit wir und auch weitere Generationen gut leben können, müssen unser Konsum und unsere Produktionstechnik verändert werden. Ein Baustein davon ist es, das private Konsumverhalten nachhaltig zu gestalten und so die globalen Auswirkungen unseres Verhaltens besser in den Blick zu nehmen. 

 

 

Anhand eines gemütlichen Wochenend-Frühstücks wollen wir verschiedene Bereiche vorstellen, in denen man nachhaltigen Konsum leben kann: 

  • Ganz wichtig: Kaffee! Woher kommt der, wie wurde er angebaut? Hier sind Bio und faire Produktionsbedingungen gut. 
  • Dazu gibt es einen Multivitaminsaft. Aber muss das sein? Der Saft ist aus vielen exotischen Früchten, die von weit her kommen. Vielleicht schmecket ein Apfelsaft von heimischen Streuobstweisen genauso lecker?  
  • Hm, die frischen Brötchen vom Bäcker um die Ecke duften gut. Drauf kommt Bio-Butter, selbstgemachte Marmelade oder Bio-Käse vom Markt. Regional und saisonal ist eine leicht zu merkende Richtlinie für Obst und Gemüse und andere frische Lebensmittel. 
  • Und eine Scheibe Wurst wäre auch noch lecker. Bei Fleisch gilt, weniger ist mehr: Herstellung von Fleisch ist sehr Ressourcen-intensiv.  
  • Und noch ein gekochtes Ei zu den Brötchen? Bei Eiern ist es wichtig, auf die Haltung der Hühner zu achten. Auch hier gilt in der Regel: am besten ist regional und Bio. Und wie wurde das Ei gekocht? Mit Öko-Strom? 
  • Oder seid ihr eher die Süßen und esst Schoko-Müsli? Auch bei der Schokolade ist es gut, auf die Produktionsbedingungen zu achten und Bio-Müsli zu kaufen.  
  • Und jetzt kommt leider der Abwasch. Hier kann man einen Beitrag durch die Nutzung non umweltfreundlichen Putz- und Waschmittel und Wassersparen leisten. 
  • Und danach: rauf aufs Rad und ab in die Natur! Radfahren ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit besser.

TIPP:

Bei der Orientierung, welche Artikel wie und unter welchen Standards produziert wurden, helfen Euch verschiede Siegel. Eine Übersicht dazu gibt es hier.

 

Ihr seht: In vielen Bereichen und durch viele kleine Dingen ist es uns möglich, Kohlendioxid oder Rohstoffe einzusparen. Bestimmt fallen Euch noch viele Beispiele ein! Führt einen Nachhaltigkeits-Kalender oder startet eine Challenge. Und redet auch mit Euren Freund*innen darüber: Auch als Kind oder Jugendliche seid Ihr schon Konsument*innen, die Zeichen setzen können. Wenn viele mitmachen, gebt Ihr klare Signale an die Industrie, welche Produkte Ihr wollt und welche nicht! Setzt dabei aber nicht Euch und andere unter Druck, dass ihr sofort die perfekten Öko-Ritter sein müsst! Sonst macht es keinen Spaß mehr und führt eher dazu, dass man gar nichts mehr macht. Viele kleine Schritte helfen schon weiter. 

Was z.B. unsere LBV-Kollegin Janina Klug für einen nachhaltigen Lebensstil macht, erfahrt ihr in unserem LBV- Podcast, Folge 6!

 

Und jetzt, war das schon alles? Wenn wir alle nachhaltig konsumieren, haben wir die Welt gerettet? So einfach ist es leider nicht, denn auch die Produktion von Waren spielt eine wichtige Rolle beim Verbrauch von Energie und Ressourcen. Eine nachhaltige Produktion erfordert eine Modernisierung unserer Wirtschaft hin zu einer Wirtschaft, die Ressourcen lediglich nutzt, anstatt sie zu verbrauchen – von der Linearwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft. Dazu gehört auch, den Wandel von einer auf fossilen und endlichen Rohstoffen basierenden Wirtschaft zu einer auf nachwachsenden Rohstoffen beruhenden nachhaltigen Wirtschaft, die die Belastbarkeitsgrenzen der Erde achtet, weiter voran zu bringen. 

 

Da wir nicht nur Konsument*innen, sondern auch Bürger*innen sind, haben wir die Möglichkeit, durch Wahlen und auch politisches Engagement Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes zu nehmen. Somit können wir auch für andere Länder Vorbild sein, damit auch global nachhaltiger konsumiert und produziert wird.

 

Was kannst du tun?

Weiter Infos:

Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Die Klimakrise ist eines der dringendsten Probleme unserer Zeit mit einem globalen Einfluss auf Mensch und Natur. Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Extremwettereignisse, Trockenheit und Hitzeperioden wirken sich auf uns und unsere Umwelt aus. Darunter leidet insbesondere der Wald, der durch Hitze und Trockenheit geschädigt und anfällig für den Borkenkäfer geworden ist. Das ist besonders fatal, da der Wald eine wichtige Senke für das Treibhausgas CO2 darstellt. Global sind die Auswirkungen der Klimakrise z.T. noch deutlich verehrender. Diejenigen, die am wenigsten zur Klimakrise beitragen und bereits unter Armut, Krankheit und Hunger leiden betreffen die Klimaveränderungen besonders stark. 

Klar ist: Wir müssen handeln. Sofort! 

Der Beitrag des LBV zu Ziel 13

Was kannst du tun?

Weitere Infos:

Ziel 14: Leben unter Wasser

Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Ozeane machen den größten Teil des Wassers auf der Erde aus, nicht umsonst heißt unsere Erde der Blaue Planet: Die gesamte Wassermenge auf der Erde wird auf rund 1,4 Millionen km³ geschätzt; im Vergleich, das Wasservolumen, z.B., des Starnberger Sees entspricht ca. 3 km³; das sind also fast eine halbe Million Starnberger Seen. Das meiste Wasser, über 97%, ist Salzwasser, 2% Polareis und nur 0,2% für Menschen, Tiere und Pflanzen direkt nutzbar.

 

Welche Bedeutung hat das für uns in Bayern, wo das nächste Meer doch weit weg ist?

Die Bäche und Flüsse Mitteleuropas münden ins Meer. Alles was bei uns in die Gewässer gelangt, wie Dünger und Pestizide, landen schlussendlich im Meer. Auch unser Müll, z.B. Deine Plastikflasche, die vom Fluss weggeschwemmt wird. 

 

Erkennst Du diesen bayerischen Fluss, der ins Meer fließt? Wie heißt er?

Passau (Foto: Marcus Bosch, LBV Bildarchiv)
Passau (Foto: Marcus Bosch, LBV Bildarchiv)

Dein Fisch am Teller ist vielleicht auch einmal im Meer geschwommen. Obwohl Fisch gesund ist und regelmäßig auf unserem Speiseplan stehen darf - oder vielleicht gerade deshalb - werden zu viele Fische aus den Ozeanen gefangen. Dabei schwimmen in Bayern über 90 Süßwasser-Fischarten in Flüssen und Teichen, die auch vorzüglich schmecken.

 

Kannst Du eine Fischart nennen, die bei uns gefangen und gegessen wird?

 

Mit Klick auf die Bilder gibt´s die Aufläsung

Eine neue Bedrohung von noch ungeahntem Ausmaß für Gewässer aller Art ist die Verschmutzung mit Plastikmüll. Jedes Jahr landen unvorstellbare Mengen - etwa 10 Millionen Tonnen - Plastik in den Ozeanen. Sie können nicht biologisch abgebaut werden, sondern zerfallen in immer kleinere Teilchen, sogenanntes Mikroplastik, und werden zum Problem: Seevögel verwechseln Plastik mit natürlicher Nahrung, Delfine verfangen sich in alten Fischernetzen. 

Was ist Mikroplastik?

 

Mikroplastik sind winzig kleine Plastikteilchen, die man fast nicht mehr mit bloßem Auge bzw. nur mit einem Mikroskop sehen kann. Viele Mikroplastik-Fasern kommen von Kleidung aus synthetischen Fasern wie Nylon, Acryl und vor allem Polyester. Wenn man diese wäscht, brechen die Fasern ab und Kläranlagen können diese mickerig kleinen Fussel nicht rausfiltern. Teilchen bleiben auch übrig, wenn Plastiktüten und -flaschen zerbrechen und in immer kleinere Bestandteile zerfallen.

Auch an bayerischen Seen findet man Plastik in allen Größen, wie eine Studie des Landesamtes für Umwelt erst kürzlich gezeigt hat. Vor allem in Proben der Ufersedimente großer Seen fanden Forscher Makro- und Mikroplastik, also Plastikteilchen, die weniger als 5 mm groß sind.

 

Achte drauf, welche Dinge bei Dir zu Hause in Plastik verpackt sind. Überlege, welche Plastikverpackung Du weglassen könntest? Welche kannst Du wiederverwenden?

Was kannst du tun?

Weitere Infos:

Ziel 15: Leben an Land

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen. 

 

„Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“

 

Albert Schweitzer

 

Die Worte von Albert Schweitzer sollten wir ernst nehmen, denn gelingt es uns nicht Ziel 15 umzusetzen, gefährdet dies auch die Erreichung von etwa 80 % aller anderen SDG’s wie Ernährungssicherheit, Gesundheit und Wohlergehen oder die Bekämpfung des Klimawandels. 

  • Boden als Lebensraum wird häufig vergessen. Wir verlieren weltweit dramatisch an Boden und damit die Lebensgrundlage für die Menschen und alle anderen Lebewesen auf der Erde. Der Verlust hat enorme Auswirkungen auf das Klima, die Artenvielfalt und die weltweite Ernährungslage.
  • Mit zunehmender Zerstörung der Landlebensräume wird die Gefahr für weitere Pandemien steigen. Die Corona-Pandemie hat die Aufmerksamkeit auf den direkten Zusammenhang zwischen der Zerstörung von Lebensraum und Zoonosen gelenkt. Der Wildtierhandel ist in der öffentlichen Wahrnehmung stärker in den Fokus gerückt.
  • Ohne Erhalt der Tropenwälder ist das 1,5 Grad Ziel nicht zu erreichen. 

 

Der Blick aus dem Weltall ermöglicht einen Perspektivenwechsel. Er zeigt, wie zerbrechlich unser Planet Erde ist. Die Atmosphäre liegt wie ein kleiner Nebelschleier über ihr und es erscheint, als könnte man sie mit einem Atemzug wegpusten, so Alexander Gerst.


Vom All aus sieht man die bis zu 1000 km lange    Rauchfahnen der Brandrodungen im globalen Süden. Sie wehen über Grenzen hinweg und beeinflussen weit entfernte Regionen. 


Die Menschheit führt einen Krieg gegen die Natur. Das ist selbstmörderisch.

 

António Guterres, seit 2017 UN-Generalsekretär

Interaktives Schaubild: Ökosystemleistungen

Interaktives Schaubild: Leben an Land


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Ziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Frieden, körperliche Unversehrtheit sowie Schutz durch ein stabiles Rechtssystem sind notwendige Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung und Wohlstand. Dazu braucht es aber auch stabile Institutionen, zu denen ALLE Menschen Zugang haben. Im Grunde geht es also auch um Inklusion/Teilhabe.

 

Beispiel aus dem LBV:

Unser Beitrag zur Teilhabe besteht darin, dass wir Bildungsprogramme anbieten, die auch Menschen mit Handicap zugänglich sind. Die LBV Umweltstation am Rothsee hat beispielsweise Kooperationen mit Einrichtungen für Menschen mit Handicap, wie etwa dem Auhof Hilpoltstein:

Eines der ersten realisierten Projekte im Rahmen "Biologische Vielfalt trifft Soziale Vielfalt" war der Bau eines rollstuhlgerechten Hochbeetes auf dem Gelände der Umweltstation. Das Jahr über wurde fleißig gegärtnert und im Herbst konnte geerntet werden. Die Ernte wurde zu leckeren Schmankerln verarbeitet. Das Ganze mündete in ein sogenanntes "Teacch"-Kochbuch, ein Kochbuch mit Bildern und wenig Schriftsprache. Ein Rezept aus diesem Buch findet ihr HIER!

In den letzten Jahren hat sich eine feste Gruppe von am Auhof lebenden Menschen mit Handicap gefunden, welche über das Jahr verteilt bei ca. sechs Veranstaltungen immer montags oder freitags an der LBV Umweltstation anzutreffen ist. Neben aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, wie z.B. „Reduce, Reuse und Recycle", stehen auch klassische Naturraumthemen, wie „Wie kommen unsere Gartenvögel gut durch den Winter?“ oder im Frühling eine Wiesensafari mit Becherlupen und Bestimmungsbuch auf dem Programm. Ein sicherlich auch 2022 im Herbst wiederkehrendes Programm - soweit die Apfelernte gut ausfällt - ist das Apfelsaft pressen mit Muskelkraft.

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Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben füllen

Das 17. Entwicklungsziel ist die Grundbedingung für die Erreichung aller weiteren SDGs. Eine Trendwende hin zu einer nachhaltigen Entwicklung kann nur durch eine globale Partnerschaft mit gemeinsamen Anstrengungen aller Staaten, Zivilgesellschaften, Volkswirtschaften und Akteuren gelingen.

 

Wir zeigen euch am Beispiel LBV – Umweltstation Lindenhof , wie wir als LBV-Umweltstation auf regionaler Ebene Partnerschaften zur Erreichung der Ziele, z.B. eine Transformation zu mehr Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu verankern, in den letzten 15 Jahren beleben und ausweiten. Die grafische Darstellung dieses Netzwerkes als mind map zeigt unterschiedliche Veranstaltungsformate, Kooperationspartner und Zielgruppen und wird kontinuierlich gepflegt und ausgeweitet.

Partnerschaften auf regionaler Ebene

Regional: Gesellschaftliche Akteure, Initiativen und Verbände, Kommunen, Firmen, Wissenschaftler und Bildungseinrichtungen, Einrichtungen / Verbände zur Integration, Politiker müssen stärker in Sachen BNE vernetzt werden und globaler denken und lokal handeln.

 

Partnerschaften auf globaler Ebene

Entwicklungspartnerschaften zwischen Ländern, Menschen und Städten oder Firmen müssen ausgebaut werden. Stoffströme, Ressourcen, Lieferketten, Klimaschäden sind überwiegend global – auch wenn wir auf regionale Produkte bei Einkauf achten.

Fair Trade gehandelte Produkte sind von Firmen, die auf Augenhöhe mit Hersteller und Vermarkter handeln und dabei Nachhaltigkeit für Mensch und Natur im Blick behalten. Wir als Konsument müssen stärker auf Herstellungs – und Verarbeitungswege von Produkten achten, statt auf Werbung oder Preis. Wir alle müssen mehr für Klimaschutz, Erneuerbare Energien, faire Preise, Druck auf Politiker und gesellschaftspolitisches Engagement tun – als Konsument, Ehrenamtlicher oder Förderer / Mitglied gemeinnütziger NGO´s. Über unser Einkaufverhalten, unser Engagement als Bürger, unsere Empathie für Umwelt und Menschen (auch aus anderen Kulturen) kann jeder von uns aktiv mitgestalten, Einfluss nehmen und das Miteinander zu einer gesellschaftlichen Transformation zu mehr Nachhaltigkeit beschleunigen.

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Quiz zu den 17 Zielen

Mach mit bei unserem Quiz zu den 17 Zielen und finde heraus, wie gut du dich mittlerweile auskennst. Es ist bestimmt auch der eine oder andere überraschende Fakt dabei.