BNE trifft Artenschutz

Seit über einem Jahr begleiten euch die Naturschwärmer nun schon und ihr konntet in viele unterschiedliche Themen eintauchen. Dieser Monat verbindet zwei wichtige Bereiche des LBV: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Artenschutz. BNE meint dabei eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und  Handeln befähigt.

Wir möchten euch einen exklusiven Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Dazu haben wir verschiedene Artenschutzprojekte ausgewählt, die wir euch im Sinne der BNE näher vorstellen wollen. Zusammen mit den Expertinnen und Experten im LBV zeigen wir euch an einigen ausgewählten Beispielen, welche Arten wir gerade aktiv schützen, warum wir das tun und was dazu nötig ist. Natürlich werdet auch ihr wieder teilhaben können. Wir zeigen euch, wie ihr euer Leben so gestalten könnt, dass es einen positiven Effekt auf unsere geschützte Natur hat. 

Lasst euch faszinieren vom bayerischen Luchs und schaut den Profis bei der Vogelberingung über die Schulter. Natürlich dürfen auch Wally und Bavaria, unsere beiden kürzlich ausgewilderten Bartgeierdamen, nicht fehlen. 

Wir wünschen euch viel Spaß und einen abwechslungsreichen Forschermonat.

 

Bartgeier Wally im Flug, Foto: Markus Leitner
Bartgeier Wally im Flug, Foto: Markus Leitner

Forschung an der Bestandsentwicklung von Singvögeln - integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen (IMS)

Am LBV Zentrum Mensch und Natur in Nösswartling (Landkreis Cham) macht eine Gruppe begeisterter Frühaufsteher und Vogelenthusiast*innen unter der Leitung von Markus Schmidberger seit 2017 beim deutschlandweiten Integrierten Monitoring von Singvogelpopulationen mit. In diesem deutschlandweiten Projekt soll die Entwicklung des Bestandes lokaler Singvogel-Population erfasst und über die Jahre deren Entwicklung dokumentiert werden. Noch vor Sonnenaufgang, an insgesamt 12 Tagen von Anfang Mai bis Ende August spannen die Mitarbeiter*innen Japannetze, feinmaschige Netze, in denen Singvögel gefangen werden.


Schaut Euch das Video an, in dem wir Euch zeigen wie die Netze kontrolliert und alle Vögel unbeschadet aus den Netzen genommen werden. Weiter werden die Art, das Alter sowie das Geschlecht und besondere Merkmale, wie Brutfleck oder Mauserstatus der Vögel bestimmt. Jeder Vogel wird mit einem Metallring am Bein markiert, gewogen und die Flügellänge vermessen, bevor er wieder freigelassen wird. Die daraus gewonnenen Daten werden mit anderen Fangstationen verglichen, und Brutgemeinschaften für verschiedene Lebensräume sowie regionale Unterschiede ermittelt. Der Fangplatz in Nösswartling ist auf der an das LBV Zentrum angrenzenden Drahtinsel, einem feuchten Lebensraum mit Auwald-Charakter. Highlights bei diesem Projekt sind Wiederfänge – Fänge bereits beringter Vögel – aus unserem Gebiet, oft nach einigen Jahren, was auf das Alter der Vögel schließen lässt, oder aus anderen Gebieten, wie z.B. Frankreich oder sogar Finnland. 

 

Durch das Projekt werden junge Aktive für den LBV gewonnen, und auch NAJU Mitglieder dürfen im Rahmen einer Ferienfreizeit ihr Glück im Vogelfang versuchen. Nur wenn der Lebensraum mit ausreichend Nahrung und Brutmöglichkeiten vorhanden ist, können sich unsere Singvögel erfolgreich fortpflanzen. Wir alle können dazu beitragen, indem wir bewusst konsumieren, regionale Bio-Landwirtschaft unterstützen und unsere Gärten naturnah gestalten. Wir geben wir Euch 5 Tipps wie ihr unseren Singvögeln helfen könnt.

Singvögeln helfen: 5 Tipps

Wissenschaftliche Untersuchungen können uns nur so viel helfen, sie beschreiben und erfassen Veränderungen, doch handeln müssen wir selbst, jede/r einzelne von uns. Es liegt an Dir etwas zu tun, um negativen Entwicklungen entgegenzuwirken. Du kannst den Vögeln helfen, gemeinsam können wir einen Unterschied erzielen. 

Und so geht‘s:  

  1. 1. Gestaltet Euren Garten oder Balkon vogelfreundlich.

  2. Bietet den Vögeln einen sicheren Unterschlupf und Futter in Eurem Garten. Tipps dazu findet ihr hier. Für den Winter könnt ihr auch Fettfutter selbst herstellen. Wie? Das siehst du in diesem Video.

  1. 2. Lernt Vögel in Eurem Garten kennen - denn nur was man kennt will man auch schützen

  2. Wie viele der heimischen Singvögel könnt ihr mit Namen benennen? Lernt mit unseren online Artenporträts und Videos die heimischen Singvögel kennen – nur so könnt ihr mitreden und erkennen, wie es unseren Singvögeln wirklich geht 

  1. 3. Haltet Eure Katzen im Haus – zumindest während der Brutsaison der Vögel.

  2. Die kumulative Wirkung von Millionen von Freigängerkatzen ist eindeutig: rund 200 Millionen Vögeln pro Jahr sterben durch den Biss einer Katze – dabei wollte Eure Katze bestimmt auch nur spielen 

  1. 4. Macht Eure Fenster sicher, bei Tag und Nacht.

  2. Vor allem Zugvögel sterben an ungesicherten Glasscheiben, erschöpft von ihrem ohnehin langen Flug. Nachts ziehen beleuchtete Fenster Zugvögel an und töten sie; bei Tageslicht reflektieren Fenster das Laub oder den Himmel und ermutigen Vögel, dagegen zu fliegen. 

  1. 5. Trinkt vogelfreundlichen Kaffee.

  2. Nicht nur bei uns lauern Gefahren für Vögel und wird der Lebensraum immer knapper, auch im Winterquartier vieler Zugvögel spitzt sich die Lage zu. Mit einer Tasse Kaffee am Morgen könnt ihr über Tod und Leben entscheiden. Das seht ihr in diesem Video! 


NAJU-Ferienfreizeit "Vögel hautnah"

Wer darf Vögel beringen? 

 

Was meint ihr welche der Optionen ist richtig: 

  • jeder kann in seinem Garten Vögel fangen und beringen 
  • man braucht eine Genehmigung 
  • in Bayern darf man keine Vögel fangen 

Zur Auflösung, schaut Euch an was Markus Schmidberger auf Lukas‘ Frage im nebenstehenden Video antwortet!  


Detailfragen bei der NAJU Kinderfreizeit
Detailfragen bei der NAJU Kinderfreizeit

Wenn ihr auch mal Live bei der Vogelberingung dabei sein wollt und Fragen stellen, dann meldet Euch zur NAJU Freizeit zum Singvogelmonitoring an! 

Jedes Jahr im August könnt ihr bei der Ferienfreizeit der NAJU Bayern Vögel hautnah erleben und selbst am IMS Singvogelmonitoring teilnehmen. Wir fangen Vögel mit Japannetzen, vermessen und beringen sie. Wissenschaftler werten die Daten dann aus und können Aussagen darüber treffen, wie gut es einzelnen Vogelarten geht. Bereits zu Sonnenaufgang starten wir, daher könnt ihr schon am Vorabend anreisen und im LBV-Zentrum „Mensch und Natur“ übernachten.

Nur etwas für Frühaufsteher!


Die Wasseramsel

Die Wasseramsel ist eine ganz besondere Vogelart, denn als einziger der in Deutschland heimischen Singvögel kann sie schwimmen und tauchen. Man erkennt sie gut an ihrem braunen Gefieder mit dem weißen Fleck auf Brust und Kehle. Hauptsächlich ernährt sie sich von Köcherfliegenlarven, Flohkrebsen und Schnecken, die sie mit viel Geschick aus dem Gewässer fischt. Die Wasseramsel lebt gerne an kleinen Flüssen und Bächen mit viel Geröll, die durch den Wald fließen. Allerdings brütet sie nicht im Wasser, sondern in dessen Nähe. Zum Beispiel in der Uferböschung, in Mauern und unter Brücken.

Haben die Tiere einmal einen guten Brutplatz gefunden, bleiben sie meist sehr viele Jahre lang dort und ziehen jedes Jahr ihre Jungen groß. An dieser Stelle kann man sie wunderbar unterstützen, indem man ihnen Nistkästen anbietet. Nach einiger Zeit nutzen die Wasseramseln diese gerne, beispielsweise als Zweitbrutplatz.


Nistkästen für die Wasseramsel

Es gibt mehrere gute Möglichkeiten, die aus Holz bestehenden Nisthilfen aufzuhängen. Bei Brücken bietet es sich an, diese an der Unterseite mit genügend Abstand zum Wasser zu installieren, damit bei Hochwasser keine Gefahr für die Brut besteht. Eine bewährte Methode zur Anbringung sind starke Magnete. Diese werden an den Kasten selbst geschraubt. Eine Metall-Platte, als Gegenpol, wird mit Montagekleber an die Decke der Brücke geklebt. Nach dem Aushärten kann der Nistkasten einfach an die Platte gehängt werden. Gelegentlich findet man auch schöne Stellen am Bach, an denen man Baumzwiesel nutzen kann, um eine Nistunterstützung festzuklemmen.  

Wichtig bei der Installation ist, dass man eine Erlaubnis zum Aufhängen hat. Man bekommt diese entweder von den Mühlenbesitzern, oder den zuständigen Ämtern für die Brücken. Zusätzlich sind Wathosen, sowie eine kleine Leiter, bei der Installation sinnvoll. Außerdem sollte darauf geachtet werden, mindestens zu zweit, oder besser zu dritt, unterwegs zu sein, damit die Aktion auch in den schnell fließenden Bächen ein voller Erfolg wird. Als kleine Gruppe ist es sowieso lustiger und man freut sich umso mehr, wenn man währenddessen sogar eine Wasseramsel beobachten kann.

 

Eine detaillierte Bauanleitung zum Nistkasten für Wasseramseln findet ihr hier

Grafik: Pedro G.
Grafik: Pedro G.

Wasseramsel-Projekt der LBV Hochschulgruppe Bayreuth

Die Wasseramsel (Cinclus cinculs) ist der einzige europäische Singvogel, der tauchen kann. Wie kaum eine andere Art beherrscht es die Wasseramsel zwischen Land, Luft und Wasser scheinbar übergangslos zu wechseln. Ihre Nester bauen sie direkt über dem Wasser oder in geschützten Felsnischen am Uferrand. Menschliche Bauten wie Mühlen und Wehre sind seit jeher ein bevorzugter Lebensraum für Wasseramseln.  

Schon im Vergangenen Jahr wurden von der LBV Kreisgruppe Bayreuth Wasseramselnistkästen an Brücken und Weheren im Stadtgebiet Bayreuth angebracht. Diese ersetzen die natürlichen Nischen, die an begradigten und befestigten Bächen selten geworden sind. Geschützt vor den Elementen und Fressfeiden, können die Küken hier in Ruhe aufwachsen. 

Die LBV Hochschulgruppe Bayreuth ist seit Anfang des Jahre dabei die Aktion auch auf die Flüsse und Bäche im Umland von Bayreuth auszuweiten.


Die Hochschulgruppe erkundete mit dem Fahrrad die Umgebung von Bayreuth um geeignete Standorte zu finden. Die Kästen, die durch die Nistkastenpatenschaftsaktion finanziert wurden, wurden in einer Schreinerei in Bayreuth gebaut und anschließend von der Hochschulgruppe an ausgewählten Mühlen, Brücken und Wehren angebracht.  

Ausgestattet mit Wathosen und Montagekleber wagten wir uns in die Fluten der Bäche Mistel und Warme Steinach. Mittlerweile sind mehrere Nistkästen installiert und warten darauf, von Wasseramseln bezogen zu werden. Die Nisthilfen hängen beispielsweise unterhalb von Brücken, oder an Bäumen in der Nähe des Ufers. So können die faszinierenden Vögel gut geschützt brüten. Wir haben noch viele weitere tolle Plätze in Aussicht, an denen wir Nistkästen installieren möchten. 

 

Unser besonderer Dank gilt dabei Dr. Pedro Gerstberger, der uns bei der Installation der Nistkästen im Stadtgebiet Bayreuth involviert hat und unsere Begeisterung geweckt hat!

Ausmalbild Wasseramsel

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Luchs - Die Rückkehr der Pinselohren

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) war ursprünglich in ganz Europa verbreitet: Von der Grenze der Taiga im Norden bis zum Mittelmeer im Süden und von den Pyrenäen im Westen bis zum Ural im Osten. Die Menschen sahen aber die Katzen zum einen als Nahrungskonkurrenten (Luchse ernähren sich hauptsächlich von Rehen, Gämsen, Hasen und anderen Tieren, die der Mensch ebenfalls gerne jagt), zum anderen als Gefahr für ihre oftmals im Wald weidenden Nutztiere. Als Folge wurden die Luchse gnadenlos gejagt, vergiftet und erschossen und waren schließlich um das Jahr 1900 in West- und Mitteleuropa und somit auch in Deutschland ausgestorben.  

Seit den 1950er Jahren wurden immer wieder vereinzelt Luchse in Deutschland gesichtet, die vermutlich aus Osteuropa zugewandert waren. In den 1980er Jahren wurden in Tschechien insgesamt 17 Tiere ausgewildert, die den Grundstock für die heutige bayerisch-böhmische Luchspopulation bildeten. 

 

Der Europäische Luchs ist in den Bayerischen Wald zurück gekehrt (Foto: Ralph Sturm, LBV-Bildarchiv)
Der Europäische Luchs ist in den Bayerischen Wald zurück gekehrt (Foto: Ralph Sturm, LBV-Bildarchiv)

Um die 100 Luchse leben mittlerweile wieder in Bayern – aber nicht allen Menschen gefällt das. Obwohl Luchse durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die Berner Konvention und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind, fallen sie immer wieder illegalen Nachstellungen durch Menschen zum Opfer. Bekannte Beispiele sind etwa die Luchsin Tessa, die 2012 im Landkreis Regen mit dem verbotenen Kontaktgift Carbofuran vergiftet wurde oder die Luchse Leo und Leonie, deren abgetrennte Vorderpfoten 2015 im Landkreis Cham in der Nähe einer Fotofalle platziert wurden.  

 

Der LBV setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Luchse in ihre angestammten Gebiete zurückkehren können. Er engagiert sich im Netzwerk „Große Beutegreifer“, hat den sogenannten Luchs-Managementplan mit entwickelt und beteiligt sich an dem Ausgleichsfonds, durch den Schäden an Nutztieren, die nachweislich durch den Luchs verursacht worden sind, finanziell ausgeglichen werden. Um kriminellen Handlungen gegenüber Luchsen und anderen Wildtieren gezielter entgegenwirken zu können, wurde gemeinsam mit der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung das Projekt „Tatort Natur“ ins Leben gerufen. Nicht zuletzt spielt der Luchs auch in der Umweltbildung eine Rolle, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit sachlichem Hintergrundwissen und viel Spiel- und Anschauungsmaterial die Katze mit den Pinselohren kennenlernen können. 

 

 

Der Bayerische und der Oberpfälzer Wald bieten für den Luchs geeignete Lebensräume. Ob er wirklich zurückkehrt und bleibt, hängt davon ab, ob wir Menschen ihm eine Chance geben. 

Sehtest: Augen wie ein Luchs?

Neben seinen Ohren sind die Augen das wichtigste Sinnesorgan für den Luchs. Er kann beispielsweise ein Reh aus einer Entfernung von 400 Metern erkennen. Zudem sind seine Augen sechsmal lichtempfindlicher als unsere, so dass er auch bei Dunkelheit eine hervorragende Sicht hat und deshalb nachts oder in der Dämmerung erfolgreich auf die Jagd gehen kann. Wir Menschen hingegen haben große Probleme, uns überhaupt im Dunkeln zurecht zu finden. Bei diesem Sehtest könnt ihr einmal euer Sehvermögen überprüfen. Druckt dafür den Sehtest aus und befestigt ihn in drei Metern Entfernung an der Wand. Dann zählt ihr, wie viele Rehe sich in den einzelnen Reihen befinden. Könnt ihr auch in der letzten Reihe noch alle Rehe erkennen?  

Sehtest: Augen wie ein Luchs?
Der Sehtest zum herunterladen und ausdrucken.
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Unterstützung für den Luchs

Den Luchs kann jeder von uns unterstützen, egal ob wir im "Luchsgebiet" leben oder nicht. Wir zeigen euch, was ihr für den Luchs tun könnt:

Quizfragen für Luchsexperten

In den letzten Tagen habt ihr einiges über den Luchs gelesen und gesehen. Wenn ihr wollt, könnt ihr hier nun euer Wissen testen. Seid ihr echte Luchsexperten? 

Der Große Brachvogel - Stellvertreter im Wiesenbrüterschutz

Großer Brachvogel am Wasser
Großer Brachvogel am Wasser (Foto: canva.com)

Der Große Brachvogel (lat. Numenius arquata) ist der vielleicht auffälligste Bewohner von Feuchtwiesen. Sein unverkennbares Markenzeichen ist der lange gekrümmte Schnabel.  Dieser kann 10 bis 15 cm lang werden. Das ist so, als hätte ein Erwachsener eine ungefähr 30 cm lange Nase.

Ursprünglich verbrachte der Große Brachvogel seine Tage gern in moorigen Gebieten, wo er wunderbar mit seinem langen Schnabel z. B. nach Regenwürmern, Schnecken, Käfern oder Heuschrecken stochern konnte. Das macht er heutzutage zwar immer noch, nur musste er dafür weitestgehend in ausgedehnte, feucht-nasse Wiesengebiete ohne dichten Heckenbewuchs umziehen. Denn Moore sind inzwischen – nach starkem Eingriff durch Menschenhand – nur noch selten zu finden. 

Große Brachvögel leben verstreut von Westeuropa bis Ostsibirien – aber nur, solange es ihnen dort auch warm genug ist und sie genug Futter finden. Wenn es bei uns kalt wird, zieht er nach Südspanien oder weiter nach Nordwestafrika, um dort der kalten Jahreszeit zu entfliehen. 

Sobald er aus dem „Urlaub“ zurück ist, beginnt zwischen März und April die Brutzeit. Nun legt das Weibchen meist vier unauffällig grün-bräunliche Eier in ein Nest am Boden. Nach etwa einem Monat schlüpfen die Küken. Nach weiteren 40 Tagen sind sie flügge. Doch selbst bei bis zu drei Nachgelegen schaffen es längst nicht alle Küken, das Erwachsenenalter zu erreichen. Bis zu 20 Jahre alt kann ein Tier sonst werden – würden in jungen Jahren nicht so viele verschiedenen Gefahren lauern.

Oftmals überleben in einem Jahr nicht einmal genug Jungvögel, um die Population aufrechtzuerhalten. In den letzten Jahren hat die Anzahl an Großen Brachvögeln so massiv abgenommen, dass er inzwischen als stark bedroht gilt.

 

Für unser Interview haben wir mit dem Gebietsbetreuer Tobi gesprochen und ihn gefragt, was man alles zum Schutz dieser besonderen Vögel tun kann.

Mit dem Rucksack auf Forschungsreise

Gegen Ende des Sommers ziehen die ersten Brachvögel von ihren Brutgebieten in ihre Winterquartiere im Süden. Doch wo genau ziehen sie hin und auf welchem Weg?

Seit 2017 besendern wir mit modernster Technik Große Brachvögel, um mehr über das Leben dieser Art herauszufinden und um ihren Schutz zu verbessern. Hier geben wir euch einen kleinen Einblick in dieses spannende Forschungsprojekt.

Noch mehr zum Telemetrie-Projekt und dem Großen Bachvogel findet ihr hier:

https://www.lbv.de/naturschutz/arten-schuetzen/voegel/grosser-brachvogel/telemetrie-grosser-brachvogel/

Brachvogel-Quiz

Der Große Brachvogel gehört zur Familie der Schnepfen (Scolopacidae). Wie sein Name vermuten lässt, handelt es sich um die größte Brachvogelart. Auffällig für den graubraun gefleckten Vogel ist sein langer, kräftiger und gebogener Schnabel. Diesen nutzt er, um Nahrung vom Boden aufzupicken, aus Erdlöchern und Flachwasser zu entnehmen, oder durch Sondieren im weichen Substrat aufzuspüren.

Die Geschichte des Großen Brachvogels in Mitteleuropa ist - wie bei vielen Vogelarten - eng verknüpft mit der Geschichte der Landwirtschaft. Ohne den Schutz geeigneter Mähwiesen als Biotop kann der stark bedrohte Vogel nicht überleben.

Fledermausschutz in Bayern

Mit dem Thema "Fledermäuse" ist der Naturschwärmer im August 2020 gestartet. Hier könnt ihr euch nochmal alle Beiträge zum Monatsthema Fledermaus anschauen. Nun wollen wir euch in diesem Monat den Fledermausschutz in Bayern vorstellen, auf die Gründe für deren Rückgang eingehen und euch ganz konkrete Tipps geben, was ihr selbst für die Fledermäuse tun könnt. 

Zu Besuch beim Fledermausexperten

In diesem Experteninterview berichtet Fledermausschützer Thomas Bormann von seinen Erfahrungen aus 20 Jahren ehrenamtlicher Arbeit mit den Fledermäusen. Er berichtet von Erfolgen in der Pflege der Tiere und der guten Zusammenarbeit, aber auch über die Ursachen für deren Rückgang.

Online Spiel Fledermausschutz

Bei diesem Spiel könnt ihr euer Wissen testen: Was ist gut für die Fledermaus, was schadet ihr? Zieht die Bilder in die passenden Felder und schaut, ob ihr richtig liegt!

Fledermäusen helfen - 7 Tipps für zu Hause

Hier haben wir für euch nochmal zusammen gefasst, was ihr selbst zu Hause für die Fledermäuse tun könnt. 

Bartgeier - ein Urbayer kehrt in die Alpen zurück

Ursprünglich waren dieser mächtigen Vögel mit einer Flügelspannweite von 2,90 m in den Gebirgen Afrika, Asien und Europa verbreitet. Als „Lämmergeier“ hatte er einen schlechten Ruf bei den Menschen. Ihm wurde nachgesagt, Vieh, Wild und selbst kleine Kinder davonzutragen und zu töten. Die damit verbundene Verfolgung führte dazu, dass der Bartgeier zu Beginn des 20. Jhd. im gesamten Alpenraum ausgerottet wurde.  

Heute weiß man es besser und schon 1986 starteten die ersten Auswilderungsversuche in den Alpen. Am 10. Juni hat der LBV die beiden jungen Bartgeier namens Bavaria und Wally im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert. Von diesem spektakulären Projekt wollen wir euch berichten. Wir werden euch viele interessante Infos über die Tiere und mögliche Beobachtungorte bieten, den Projektleiter Toni Wegscheider interviewen, euch in Videos die majestätischen Vögel vorstellen und über die Aktivitäten der beiden Jungvögel berichten. Und, wir stellen uns die Frage wie wir als Naturliebhaber einen Beitrag zu mehr Vielfalt und zur Sicherung von Naturräumen, die uns Menschen ebenso zugutekommen, leisten können.


Video: Bavaria und Wally - Zwei Urbayerinnen kehren zurück

Rundfunk, Fernsehen und Presse, alle haben über das LBV-Auswilderungsprojekt der zwei Bartgeierweibchen Walli und Bavaria im Nationalpark Berchtesgaden berichtet. Über 100 Jahre galten die Bartgeier in den deutschen Alpen als ausgerottet, nun gleiten sie wieder majestätisch über Watzmann und Steinernem Meer. Der LBV und der einzige Alpennationalpark Deutschlands beteiligen sich damit an einem internationalen Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen. Unser Video gibt euch einen kleinen Einblick in das wohl spannendste LBV Naturschutzprojekt 2022. Weitere Infos findet ihr hier!


Ein Bartgeierquiz...

...für Expert*innen. In unserem Video haben wir euch einige Infos über das Leben der zwei ausgewilderten Bartgeierweibchen im Nationalpark Berchtesgaden vorgestellt. Bei unserem Bartgeier-Quiz könnt ihr euer Wissen noch einmal unter Beweis stellen. Viel Spaß dabei!