Ich glaub', ich steh' im Wald...

Bei dem Begriff „Wald“ hat vermutlich jeder Mensch ein anderes Bild vor Augen. Nicht nur, weil es so viele verschiedene Arten und Formen von Wald gibt - vom tropischen Regenwald am Äquator über unsere Laub- und Mischwälder bis hin zum Borealen Nadelwald in Kanada und Alaska -, sondern auch, weil der Wald so vielfältig genutzt wird: Er ist Rohstofflieferant und Sauerstoffproduzent, er dient dem Klima-, Wasser- und Bodenschutz, er ist Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen, er bietet Pilze, Früchte und andere Leckereien, er ist Schauplatz von Mythen und Märchen, und er ist sowohl Arbeitsplatz als auch ein beliebter Ort für Sport und Erholung.  

Die ganze Fülle und Bandbreite des Waldes in einen einzigen Naturschwärmer-Monat zu packen, ist natürlich unmöglich. Aber zumindest einen kleinen Einblick möchten wir Euch in diesem Monat geben und haben deshalb Informationen, Spiele, Rezepte, Bastelvorschläge und vieles mehr für Euch zusammengestellt. Wir freuen uns, wenn Ihr dabei Neues erfahrt, Spaß beim Spielen und Basteln habt und die eine oder andere Anregung bei Euch zuhause umsetzt. Aber vor allem freuen wir uns, wenn Ihr unsere Vorschläge zum Anlass nehmt, selbst mal wieder in den Wald zu gehen. Denn wirklich erleben lässt sich ein Wald nicht am Bildschirm, sondern nur draußen!


Die Umweltstation Straubing stellt sich vor

Die Umweltstation Straubing und das Thema Wald passen perfekt zusammen, denn das Gelände der Umweltstation liegt in einem riesigen Waldstück. Mit über 240 Hektar ist der Rainer Wald das größte Schutzgebiet des LBV und bietet eine ganze Palette an verschiedenen Lebensräumen. Schulklassen und Kindergärten können dort nicht nur den Wald kennenlernen, sondern auch eine Wiese erforschen, im Weiher auf Gewässererkundung gehen, beim Geocaching ihren Spürsinn schärfen oder sich mit einer Vielzahl weiterer Themen beschäftigen. Und natürlich können Besucher auch auf eigene Faust den Rainer Wald erkunden. Ein ausgeschilderter Lehrpfad führt durch den Wald und stellt an ausgewählten Punkten ein paar Besonderheiten vor.

Aber nicht nur im Rainer Wald, sondern auch in der Stadt Straubing ist die Umweltstation aktiv. Schon seit vielen Jahren besteht eine enge Partnerschaft mit dem Johannes-Turmair-Gymnasium, das über einen wunderschönen großen Schulgarten verfügt. Die Umweltstation nutzt diesen Garten für Veranstaltungen wie Kindergeburtstage und Ferienprogramme und unterstützt im Gegenzug die Schulgarten-AGs bei ihrer Arbeit - eine Kooperation, von der beide Seiten profitieren.

Foto: C. Stierstorfer
Foto: C. Stierstorfer

Funfact des Tages

Den ganzen Mai über liefern wir euch jeden Tag kleine Wissenshappen rund um das Thema Wald - mal zum Schmunzeln, mal zum Staunen, mal zum Nachdenken und mal, um in der Familie und im Freundeskreis ein bisschen mit seinem Wissen prahlen zu können 😉 

Der Klimabaum: Weniger CO2, mehr Schutz für den Wald

Bei der Fotosynthese nehmen Bäume und andere Pflanzen Kohlendioxid (CO2) auf und produzieren daraus Glucose und Sauerstoff. Grundsätzlich ist CO2 an sich also nicht schädlich für Bäume. Aber: Durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas oder Erdöl ist die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Wir Menschen setzen viel mehr CO2 frei, als die Pflanzen binden können. Durch den Treibhauseffekt steigt die Erderwärmung – mit katastrophalen Folgen für uns alle: Gletscherschmelze, steigende Meeresspiegel, stärkere Wetterextreme wie Überschwemmungen, Stürme und Dürren oder die Ausbreitung von Parasiten und tropischen Krankheiten sind nur einige Beispiele dafür. Außerdem wird es zunehmend sogenannte Klimaflüchtlinge geben, weil Menschen aufgrund der Umweltveränderungen nicht mehr in ihrer Heimat leben können.

 

Natürlich beeinflusst der Klimawandel auch den Wald. Schon jetzt häufen sich Stürme und Dürreperioden. Krankheiten und Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich immer mehr aus und bringen ganze Waldbestände oder einzelne Baumarten großflächig zum Absterben. Wer Wälder schützen möchte, sollte also dringend seinen CO2-Ausstoß reduzieren. Vorschläge für einen klimafreundlicheren Lebensstil gab es bereits im Februar bei den Naturschwärmern. Wirksame Verhaltensänderungen sind beispielsweise die Umstellung auf vegane Ernährung oder der Verzicht auf unnötige Autofahrten.

Wenn Euch das schwerfällt, könnte vielleicht unser Klimabaum eine kleine Motivation sein:

Druckt Euch die Vorlage aus und tragt oben den aktuellen Monat ein. Am Ende jedes Tages malt Ihr ein Blatt des Baumes aus – und zwar mit roter Farbe, wenn Ihr an diesem Tag das Auto genutzt habt, und mit grüner Farbe, wenn Ihr ohne Auto ausgekommen seid. Oder Ihr markiert entsprechend Tage mit und ohne den Konsum tierischer Lebensmittel, mit und ohne Nutzung des Smartphones, oder in welchem Bereich Ihr Euch eben verbessern wollt. Am Ende des Monats könnt Ihr Bilanz ziehen: Hat Euer Baum mehr grüne oder mehr rote Blätter? Und schafft Ihr es vielleicht im nächsten Monat, die Zahl der grünen Blätter zu steigern?

Vorlage für den Klimabaum
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Wald-Bingo

Bei diesem Spiel können auch kleinere Kinder schon mitmachen, denn man muss dafür nicht lesen oder schreiben können. Es funktioniert ganz einfach: Jedes Familienmitglied bekommt einen Ausdruck des Bingos sowie einen Stift und spaziert dann mit offenen Augen durch den Wald. Wer eines der gesuchten Objekte entdeckt, kreuzt das entsprechende Kästchen auf seinem Zettel an. Gewonnen hat je nach zuvor vereinbarter Variante entweder, wer zuerst eine waagrechte, senkrechte oder diagonale Reihe ankreuzen konnte, oder wer am Ende des Waldbesuchs insgesamt die meisten Objekte entdeckt hat. 

Bingo Vorlage
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Zecken und Co. - Unliebsame Erlebnisse im Wald

Manche Eltern haben ein ungutes Gefühl dabei, ihre Kinder im Wald spielen zu lassen. Schließlich gibt es so einiges, was man nicht unbedingt erleben möchte: Die Kinder könnten beim Klettern vom Baum fallen, giftige Pflanzen essen, Bienenstiche und Zeckenbisse erleiden oder sich einfach ziemlich schmutzig machen. Oftmals werden die Gefahren aber sehr viel höher eingeschätzt als sie tatsächlich sind. Beispielsweise wird häufig aufgrund des gefürchteten Fuchsbandwurms vor dem Verzehr von Beeren und Kräutern aus dem Wald gewarnt. Tatsächlich aber werden in Deutschland nur rund 40 Fälle pro Jahr gemeldet, in denen Menschen aus diesem Grund erkranken. Im gleichen Zeitraum sterben etwa 3.000 Menschen im Straßenverkehr - und trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, deshalb nicht mehr in ein Auto zu steigen.

Natürlich wollen wir die Gefahren nicht verharmlosen. Ein Zeckenbiss zum Beispiel kann sehr problematisch werden, wenn dadurch Viren und Bakterien übertragen werden. Kinder komplett von der Natur und ihren Herausforderungen abzuschotten, ist aber mit Sicherheit das größte Risiko. Kinder brauchen Kontakt zur Natur, um gesund aufwachsen und zu empathischen, verantwortungsbewussten Erwachsenen werden zu können. Und schließlich gibt es ja durchaus Wege, das Risiko für unliebsame Erlebnisse im Wald zu verringern.

Wie man Gefahren aus dem Weg gehen kann und welche Gefahren vielleicht gar keine sind, seht ihr in diesem Beitrag. Einem unbeschwerten Waldbesuch sollte also nichts mehr im Wege stehen!   

Basteln mit Waldmaterial

Am kommenden Sonntag ist Muttertag, in der Woche darauf Vatertag: eine ideale Gelegenheit, um Mütter, Väter und anderen liebe Menschen mit einem kleinen Geschenk zu überraschen. Der Wald liefert dafür nicht nur Inspirationen, sondern auch jede Menge Material zum Basteln - und das auch noch völlig umsonst. Hier seht ihr drei Vorschläge für nette kleine Geschenke aus dem Wald.


Wer wohnt in und an der Eiche?

Im heutigen Baumportrait stellen wir euch die Stieleiche vor. Große, alte Eichen sind mit ihrer riesigen Blätterkrone und ihren knorrigen Ästen wirklich beeindruckende Geschöpfe. Aber nicht nur wir Menschen finden die Eiche toll, sondern auch viele Tiere. Eichelhäher, Eichhörnchen, Eichenbock …  Die Namen verraten es schon: Viele Tiere sind auf den Lebensraum Eiche spezialisiert. In einer großen Eiche können über 170 Schmetterlings-, mehr als 1.000 Käferarten und unzählige andere Insekten leben. Zahlreiche Vögel und Säugetiere ernähren sich von ihren Früchten oder finden in der Eiche Schutz und Brutplätze. Hier könnt ihr einige Bewohner der Eiche kennenlernen: 

Tierische Waldbewohner

Das Reh ist die Frau vom Hirsch - oder?

Echte Naturschwärmer wissen natürlich: Reh und Rothirsch sind zwei verschiedene Tierarten. Beide gehören zur Familie der Hirsche, zu der beispielsweise auch Elche und Rentiere zählen.  

Das Reh (Capreolus capreolus) ist mit einer Schulterhöhe von etwa 50 bis 85 Zentimetern deutlich kleiner als der Rothirsch (Cervus elaphus), der eine Schulterhöhe von bis zu 130 Zentimetern erreichen kann. Bei beiden Arten entwickeln die Männchen ein Geweih, die Weibchen nicht. 

 

Und wie heißt nun die Frau vom Hirsch? In der Jägersprache gibt es verschiedene Bezeichnungen, aber allgemein wird ein weiblicher Hirsch als Hirschkuh bezeichnet, während ein männlicher einfach Hirsch genannt wird. Ein männliches Reh nennt man Rehbock und ein weibliches Ricke. Und die Jungtiere von Reh und Rothirsch heißen nicht etwa Bambi, sondern Kitz und Kalb. 

 

Mehr über Rehe, Hirsche und andere Waldbewohner könnt Ihr in der kleinen Bildergalerie erfahren. 

Waldbewohner-Quiz

Fuchs und Wildschwein kennt natürlich jeder, aber wie sieht es mit den anderen Waldbewohnern aus? Bei diesem Bilderquiz könnt ihr euer Wissen überprüfen. Kleiner Tipp: Ein paar der gesuchten Tiere haben wir euch heute in der Bildergalerie vorgestellt.  

Von A wie Ahorn bis Z wie Zitterpappel: Bäume im Portrait

Rund 60.000 Arten von Bäumen gibt es weltweit – eine durchaus beeindruckende Zahl. Auch wenn in Deutschland mit ungefähr 70 bis 90 Arten (je nachdem, wie viele Unterarten dazu gezählt werden und ob man einzelne Exoten mit berücksichtigt) die Vielfalt deutlich kleiner ist: Man muss schon ein wahrer Waldexperte sein, um alle heimischen Bäume bestimmen und auseinander halten zu können. Aber man kann ja klein anfangen und sich zumindest mit den wichtigsten und häufigsten Bäumen vertraut machen. In diesem Monat stellen wir euch einige Bäume vor, mit Angaben zu Größe, Standort und Aussehen. Außerdem gibt es zu jedem Baum Hintergrundinfos und praktische Tipps, wie man den jeweiligen Baum kulinarisch, medizinisch oder anderweitig nutzen kann.

Zitronenfalter - Wer lange schläft, ist früher wach

Viele Menschen bringen Schmetterlinge ausschließlich mit dem Lebensraum Wiese in Verbindung. Beim Wald denken die meisten eher an Tiere wie Wildschwein, Reh oder Buntspecht. Tatsächlich aber gibt es rund 30 heimische Tagfalter, die auf den Wald angewiesen sind. Und an Waldrändern oder auf Lichtungen, wo die Lebensräume ineinander übergehen, kann sich eine ganze Reihe von Arten tummeln.  

Ein Schmetterling, den man bereits im zeitigen Frühjahr häufig im Wald sieht, ist der Zitronenfalter. Weil er als ausgewachsener Falter überwintert, ist er schon vor den anderen Schmetterlingen unterwegs und legt seine Eier. Seine Raupen ernähren sich von den Blättern des Faulbaums oder anderer Kreuzdornarten.  

Der Naturfotograf Ralph Sturm hat Zitronenfalter bei der Eiablage gefilmt und dabei faszinierende Bilder aus der Schmetterlingsperspektive eingefangen. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Zuschauen!

Rekorde in der Baumwelt

Baumhöhe messen

So hoch wie die Mammutbäume in den USA werden unsere heimischen Buchen, Eichen und Fichten zwar nicht – aber ein paar können dennoch eine stattliche Größe erreichen. Und mit einem einfachen Trick könnt ihr ganz leicht herausfinden, wie hoch der Baum ist, vor dem ihr gerade steht.


Wald-Poesie

Der Wald bietet seit Menschengedenken für Künstler, Schriftsteller, Gelehrte u.v.m. Inspiration, Denkanstöße oder einfach Ruhe. Heute bieten wir euch einen kleinen, bunten Haufen ausgewählter Waldanregungen.