Weidehaltung und Vögel - Natürliche "Rasenmäher" im Einsatz

 Schafe, Ziegen, Rinder und manche Pferde sind echte Landschaftspfleger. Wenn diese Tiere draußen auf einer Fläche grasen, spricht man von Weidehaltung. Dabei fressen die Tiere Gras, Kräuter, Blätter oder junge Triebe – und verändern so die Landschaft.

 

Das ist gut für viele Pflanzen und Tiere: Auf einer Weide entstehen unterschiedliche Bereiche – kurze Grasstellen, höhere Pflanzen, offene Bodenstellen und manchmal auch kleine Trittspuren. Genau diese Vielfalt hilft Insekten, Wildpflanzen und auch vielen Vögeln.

 

In unserem Rätsel findet ihr heraus, warum Weidetiere für die Natur so wichtig sein können. Die Buchstaben der richtigen Antworten ergeben am Ende ein Lösungswort. Haltet schonmal Zettel und Stift bereit. Könnt ihr es knacken?


Alpenvorland
Alpenvorland - Foto: Dr. E. Pfeuffer

Weide – was ist das eigentlich?

Früher war Bayern zu großen Teilen von Wald bedeckt. Offene Flächen mit Gras gab es viel seltener als heute. Erst durch uns Menschen entstanden viele Wiesen und Weiden: Bäume wurden entfernt, damit dort Gras wachsen konnte. Dieses Gras wurde entweder gemäht oder direkt von Tieren gefressen.

 

Eine Wiese wird gemäht.

Eine Weide wird von Tieren abgefressen.

 

Wenn Tiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen auf einer Fläche grasen, entsteht eine besondere Form der Kulturlandschaft. Sie wird von Menschen genutzt – kann aber gleichzeitig ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen sein.


Wer grast denn da?

In Bayern sieht man auf Weiden vor allem:

  • Rinder
  • Schafe
  • Ziegen
  • manchmal auch robuste Pferderassen

 

Alle diese Tiere leben gerne in Gruppen. Sie sind also Herdentiere. Trotzdem fressen sie nicht alle gleich:

  • Rinder rupfen mit ihrer langen Zunge größere Mengen Gras und Kräuter ab. 
  • Schafe suchen sich ihr Futter genauer aus und lassen manche Pflanzen lieber stehen.
  • Ziegen sind wenig wählerisch. Sie knabbern auch an Blättern, Zweigen und Rinde.

 

So sorgt jedes Weidetier auf seine eigene Weise dafür, dass die Fläche unterschiedlich aussieht. Genau das macht eine Weide für viele Tierarten spannend.


Wusstet ihr schon?

Auch unter den Vögeln gibt es Pflanzenfresser. Die Graugans zum Beispiel frisst gerne Gras und andere Pflanzenteile.

 

Graugans
Graugans - Foto: A. Nelson

Rätselfrage 1: Welcher Schädel gehört zu welchem Tier?

Schaut euch die Schädel genau an. Könnt ihr erkennen, zu welchem Tier sie gehören?

Achtet besonders auf:

  • Hörner oder keine Hörner
  • Form des Schädels
  • Zähne und Schnabel
  • Ähnlichkeiten mit den Tierfotos

 

Der Schädel des Schafes verrät euch den ersten Buchstaben des Lösungswortes.

Fotos von Skulls Unlimited – Verwendung im Bildungsbereich
Fotos von Skulls Unlimited – Verwendung im Bildungsbereich

Rätselfrage 2: Wo ist die Graugans?

Auch ein Vogel hat sich unter den Schädeln versteckt. Findet ihr heraus, welcher Schädel zur Graugans gehört?

 

Der richtige Buchstabe steht an zweiter Stelle des Lösungswortes.

Was haben Weidetiere mit Vögeln zu tun?

Blumenwiese
Blumenwiese - Foto: Dr. E. Pfeuffer

Auf den ersten Blick scheinen Rinder, Schafe und Ziegen nicht viel mit Vögeln zu tun zu haben. Doch in der Natur hängt vieles miteinander zusammen.

Wenn Weidetiere grasen, fressen sie vor allem häufig vorkommende Pflanzen. Dadurch bekommen auch andere, schwächere Pflanzen mehr Licht und Platz zum Wachsen. So können auf einer Weide viele verschiedene Gräser und Kräuter entstehen. Diese Pflanzenvielfalt lockt Insekten an – und Insekten sind wiederum Nahrung für viele Vogelarten. 

 

So entsteht eine kleine Nahrungskette:

Weidetiere fressen Pflanzen → mehr Pflanzenvielfalt entsteht → Insekten finden Nahrung → Vögel finden Futter


Kleine Tritte - große Wirkung

Beim Laufen hinterlassen Weidetiere Spuren. Ihre Hufe und Klauen drücken kleine Stellen in den Boden oder öffnen die Grasnarbe. Das klingt erst einmal unspektakulär, ist aber für die Natur sehr nützlich. 

 

Auf solchen offenen Bodenstellen können neue Wildpflanzen keimen. Manche Wildbienen nutzen offene Bodenstellen außerdem, um Material für ihre Nester zu sammeln oder dort zu nisten.

 

Auch Vögel profitieren davon: Wo viele Pflanzen und Insekten leben, finden sie mehr Nahrung.

Auen-Sandbiene - Foto: M. Bosch
Auen-Sandbiene - Foto: M. Bosch

Rätselfrage 3: Kennt ihr die Trittspuren unserer Weidetiere?

Der Buchstabe der Trittspur des Rindes passt an die dritte Stelle im Lösungswort.

Rätselfrage 4: Wer hat denn hier etwas fallen lassen?

Und zu guter Letzt düngen Weidetiere die Wiese mit ihrem Kot. Das freut besondere Insekten, wie die Mistkäfer, die eben diesen Kot, auch Dung genannt, fressen. Habt ihr gewusst, dass rund zehn verschiedene Dungkäfer-Arten in einem Haufen Pferdeäpfel zu finden sind?

Der Buchstabe vom Pferdekot verrät euch einen weiteren Buchstaben des Lösungswortes.

Viele unserer heimischen Vögel fressen am liebsten Insekten. Dazu gehören Stare, Braunkehlchen oder auch der bei uns seltene Wiedehopf. Wenn ihr genau schaut, könnt ihr Stare beobachten, wie sie Käfer aus dem Dung picken. Und was hat der Wiedehopf hier (siehe Foto) Leckeres gefangen?

Aber auch langbeinige Watvögel, wie Bekassine oder Großer Brachvogel, fressen Insekten auf der feuchten Wiese.

Weidetiere schaffen also ein Festmahl für die Vogelwelt!

Wiedehopf - Foto: M. Bosch / Stare - Foto: R. Roessner


Rätselfrage 5: Vogelarten erkennen

Könnt ihr die Fotos diesen Vogelarten zuordnen?

Braunkehlchen - Großer Brachvogel - Kiebitz - Star

 

Der Buchstabe des Großen Brachvogels verrät euch den letzten Buchstaben des Lösungswortes.

Warum ist Weidehaltung gut für die Artenvielfalt?

Eine gut gepflegte Weide kann vielen Arten helfen. Denn dort gibt es nicht überall das Gleiche, sondern viele kleine Unterschiede:

  • kurze und höhere Pflanzen
  • blühende Kräuter
  • offene Bodenstellen
  • Insekten
  • Samen
  • Verstecke und Nahrung für Vögel

Diese Mischung macht Weiden für viele Tiere interessant. Besonders Vögel, die Insekten fressen oder Samen suchen, können davon profitieren.

So schaffen Rinder, Schafe und Ziegen gute Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere. Allerdings nur, wenn es nicht zu viele Weidetiere auf der Fläche sind. Denn sonst zertreten sie Pflanzen und Insekten oder fressen die Pflanzen alle auf, bevor sie blühen können. Das nennt man dann extensive Weidehaltung. 

Wo sieht man Tiere auf der Weide?

Gruppe Rotvieh auf Weide vor Wald
Rotviehherde

Wir haben einige Orte in Bayern für euch in einer Liste zusammengestellt, wo ihr Tieren beim „Rasenmähen“ auf tollen Naturschutzflächen zusehen könnt. Vielleicht findet ihr eine Weide ganz in eurer Nähe und könnt solche Tiere persönlich „kennenlernen“. Aber bitte stört sie nicht bei ihrer wichtigen Arbeit und bleibt außerhalb der Zäune!

Download_LBV Beweidungsprojekte.pdf
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So gut schmeckt Bio aus der Umgebung

Weidetiere sind nicht nur gut für Pflanzen, Insekten und Vögel. Wir Menschen bekommen von ihnen Milch, Fleisch, Wolle und ein tolles Naturerlebnis, wenn wir sie beobachten. Tiere auf der Weide zu halten, ist nicht immer einfach für den Bauern. Es müssen täglich Zäune kontrolliert werden sowie die Gesundheit der Tiere, die oft weit über die Weide verstreut sind. Für die Tiere aber sind Bewegung und frisches Futter ganz bedeutend und das schmecken wir auch in den Produkten, die sie liefern. Daher ist es wichtig, dass wir Bio-Bauern unterstützen.

 

Viele freuen sich, wenn ihr sie besucht und in ihrem Hofladen einkauft. Vielleicht gibt es einen Biobauern ganz in eurer Nähe, schaut mal nach:

www.mein-bauernhof.de/bio-bauernhof/

www.heimischehoflaeden.de

www.bioregional.de

 

Viel Spaß beim Entdecken und Genießen!