Die Wasseramsel - ein Ausnahmetalent

Die Wasseramsel ist ein echter Profi am Bach. Sie ist der einzige einheimische Singvogel, der schwimmen und tauchen kann.

Unter Wasser ist sie erstaunlich geschickt: Sie kann sogar mehrere Meter über den Gewässergrund laufen und benutzt dabei ihre Flügel wie Schwimmhilfen.

Weil sie an schnell fließenden Bächen und Flüssen lebt, bekommt man sie nicht überall zu sehen. Wer sie entdeckt, kann sich über einen ganz besonderen Vogel freuen.

Im Video erfahrt ihr mehr über dieses Ausnahmetalent am Wasser.


Hintergrundwissen für Erwachsene

Wasseramsel mit Nistmaterial im Schnabel
Wasseramsel mit Nistmaterial im Schnabel (Foto: Canva)

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist ein etwa 17 bis 20 Zentimeter großer, gedrungener Vogel mit kurzem Schwanz und auffällig weißer Kehle und Brust. Ihr dunkles Gefieder ist sehr dicht und damit gut an das Leben am Wasser angepasst.

Sie lebt fast ausschließlich an schnell fließenden, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen und sucht ihre Nahrung oft direkt am Gewässergrund. Dabei frisst sie vor allem Insektenlarven und andere kleine Wassertiere, gelegentlich auch kleine Fische. 

Typisch für die Wasseramsel ist ihr Verhalten am Bach: Sie knickst auffällig, fliegt schnell und geradlinig knapp über der Wasseroberfläche und taucht zur Nahrungssuche ins Wasser ein. Ihre Nester baut sie unter Brücken, in Uferböschungen, zwischen Wurzeln, in Mauernischen oder in geeigneten Nistkästen.

In Deutschland gilt die Wasseramsel derzeit als nicht gefährdet; der Bestand wird auf etwa 8.000 bis 14.500 Brutpaare geschätzt. Für Bayern nennt der LBV etwa 2.300 bis 3.600 Brutpaare.

Ein schönes Beispiel für praktische Naturschutzarbeit kommt aus Oberfranken: Die LBV Ökostation Helmbrechts kontrolliert jedes Jahr rund 90 Wasseramselnistkästen an geeigneten Flüssen und Bächen im Landkreis Hof, um Bruten zu erfassen und zu dokumentieren.