Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist ein etwa 17 bis 20 Zentimeter großer, gedrungener Vogel mit kurzem Schwanz und auffällig weißer Kehle und Brust. Ihr dunkles Gefieder ist sehr
dicht und damit gut an das Leben am Wasser angepasst.
Sie lebt fast ausschließlich an schnell fließenden, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen und sucht ihre Nahrung oft direkt am Gewässergrund. Dabei frisst sie vor allem Insektenlarven und
andere kleine Wassertiere, gelegentlich auch kleine Fische.
Typisch für die Wasseramsel ist ihr Verhalten am Bach: Sie knickst auffällig, fliegt schnell und geradlinig knapp über der Wasseroberfläche und taucht zur Nahrungssuche ins Wasser ein. Ihre
Nester baut sie unter Brücken, in Uferböschungen, zwischen Wurzeln, in Mauernischen oder in geeigneten Nistkästen.
In Deutschland gilt die Wasseramsel derzeit als nicht gefährdet; der Bestand wird auf etwa 8.000 bis 14.500 Brutpaare geschätzt. Für Bayern nennt der LBV etwa 2.300 bis 3.600 Brutpaare.
Ein schönes Beispiel für praktische Naturschutzarbeit kommt aus Oberfranken: Die LBV Ökostation Helmbrechts kontrolliert jedes Jahr rund 90 Wasseramselnistkästen an geeigneten Flüssen und
Bächen im Landkreis Hof, um Bruten zu erfassen und zu dokumentieren.