Im Herbst ist am Himmel oft besonders viel los: Viele junge Vögel sind aus dem Nest ausgeflogen, die Brutzeit ist vorbei und zahlreiche Vogelarten machen sich auf den Weg in wärmere
Gebiete. Manche fliegen nur ein Stück nach Süden, andere legen viele tausend Kilometer bis nach Afrika zurück.
Dabei ziehen Vögel nicht einfach los, weil ihnen kalt ist. Der wichtigste Grund ist meistens das Futter: Viele Vögel finden im Winter bei uns nicht genug Nahrung. Vor allem
Insektenfresser hätten es in einem kalten Winter schwer — denn wie viele Mücken oder Fliegen habt ihr schon im Winter gesehen?
So eine Reise dauert oft mehrere Wochen. Unterwegs brauchen die Störche sichere Rastplätze und genügend Nahrung. Das ist gar nicht so einfach — denn auf ihrer Reise sind sie auf gute Lebensräume
angewiesen. Und dabei können wir alle helfen!
Zugvögel verbinden viele Länder miteinander. Ein Weißstorch, der den Sommer bei uns verbringt, kann im Winter in Spanien, der Türkei oder Afrika unterwegs sein. Und genau aus solchen Ländern
kommen auch viele Lebensmittel, die bei uns im Supermarkt liegen.
Damit dort viel Obst und Gemüse angebaut werden kann, werden Flächen oft intensiv genutzt. Manchmal werden Wiesen, Grünland und Auen entwässert, um mehr Ackerland zu schaffen. Dadurch
verschwinden Lebensräume, in denen Störche Nahrung finden könnten — zum Beispiel Frösche, Kröten, Mäuse oder andere kleine Tiere.
Wenn wir beim Einkaufen auf regionale und saisonale Lebensmittel achten, können wir also auch an Lebensräume für Tiere denken. Äpfel und Birnen von Streuobstwiesen aus der Region oder Gemüse aus
dem eigenen Garten haben kurze Transportwege und unterstützen eine vielfältigere Landschaft vor Ort.
Der Vogelzug ist eine lange und spannende Reise – aber unterwegs lauern auch Gefahren. In unserer Spielidee könnt ihr selbst ausprobieren, wie schwierig es sein kann, einen Zugvogel sicher vom
Brutgebiet ins Winterquartier zu bringen. Mit einem bemalten Bettlaken, einem Ball oder Plüschvogel und verschiedenen Hindernissen wird der Vogelzug zu einem Bewegungsspiel für Gruppen.
Der Klimawandel verändert auch das Zugverhalten vieler Vögel. Manche Weißstörche überwintern inzwischen in milden Wintern weiter nördlich, zum Beispiel in Spanien, statt bis nach Afrika zu
ziehen. Dadurch sparen sie Zeit und Energie und können im Frühjahr früher zurückkehren.
Für andere Arten kann diese Veränderung problematisch sein. Beim Kuckuck muss die Rückkehr zum Beispiel gut zum Brutbeginn seiner Wirtsvögel passen. Wenn sich Jahreszeiten, Insektenvorkommen oder
Brutzeiten verschieben, kann dieses Zusammenspiel durcheinandergeraten.
Auch die Verbreitung mancher Arten verändert sich. Wärmeliebende Arten wie der Bienenfresser breiten sich durch mildere Bedingungen stärker nach Norden aus.