Was fressen Vögel im Winter?

Im Winter ist es für viele Vögel gar nicht so einfach, genug Nahrung zu finden. Insekten sind kaum unterwegs, Würmer verstecken sich im Boden und viele Pflanzen haben ihre Samen und Früchte schon im Herbst gebildet. Manche Vögel ziehen deshalb in wärmere Gebiete, andere bleiben bei uns und suchen auch in der kalten Jahreszeit nach Futter. 

Wenn ihr Vögel im Winter beobachten möchtet, könnt ihr im Garten oder auf dem Balkon eine Futterstelle einrichten. Dort lässt sich gut entdecken, welche Vögel kommen — und welche Nahrung sie besonders mögen.

Wacholderdrossel im Schnee vor einem Stück Fallobst
Wacholderdrossel im Winter

Warum ziehen manche Vögel weg?

Viele Vogelarten ernähren sich von Insekten. Schwalben jagen zum Beispiel fliegende Insekten in der Luft. Im Winter gibt es davon bei uns aber nur sehr wenige. Deshalb ziehen Schwalben und viele andere Zugvögel in wärmere Gebiete, wo sie leichter Nahrung finden.

 

Auch Stare und andere Arten verlassen uns im Winter teilweise, weil sie hier zu wenig Futter finden oder nicht mehr an Würmer und andere Bodentiere gelangen, wenn der Boden gefroren ist.

Ein großer Schwarm Stare, die auf einem kahlen Baum sitzen bzw. um diesen herum fliegen
Starenschwarm © Ralph Sturm / LBV-Bildarchiv

Welche Vögel finden auch im Winter Nahrung?

Einige Vögel bleiben auch im Winter bei uns und sind richtige Nahrungssucher. Spechte können mit ihrem kräftigen Schnabel Larven aus Holz holen. Der Buntspecht frisst zum Beispiel Käferlarven, auch Larven des Borkenkäfers. Der Schwarzspecht sucht gerne nach Rossameisen in Wurzelstöcken und Baumstämmen.

Auch Meisen finden im Winter noch Insekten oder Insektenlarven an Baumrinden und Ästen. Außerdem können sie mit ihrem Schnabel auch Körner und Samen fressen.

Samenfressende Vögel haben es im Winter oft etwas leichter. Sie finden Beeren, Samen von Gräsern und Stauden oder Knospen, die Pflanzen im Sommer und Herbst gebildet haben.

Schwalbe

Die Schwalbe jagt ausschließlich in der Luft nach fliegenden Insekten und auch viele andere heimische Vogelarten fressen ausschließlich Insekten. Die meisten Insekten gibt es im Sommerhalbjahr und ein großer Teil der Insekten überwintert als winziges kaum auffindbares Ei. Die Zugvögel wie die Schwalben und Stare fliegen im Winter von uns weg in den wärmeren Süden, weil sie hier bei uns zu wenige Insekten finden oder nicht an die Würmer und anderen Tiere im gefrorenen Boden rankommen. 


Buntspecht

Manche Insektenfresser finden bei uns aber auch im Winter ihre Beute: Ameisen- und Käferlarven kann man auch im Winter aus dem Holz rausmeißeln, wenn man ein geeignetes Werkzeug hat. Zum Beispiel frisst der Buntspecht gerne Käferlarven, auch vom gefürchteten Borkenkäfer.


Schwarzspecht

Der Schwarzspecht liebt Riesenholzameisen (Rossameisen), die er aus Wurzelstöcken und dem Stamm lebender Bäume herausholt.


Blaumeise

Meisen finden an der Baumrinde und an Ästen Insekten oder Insektenlarven, die dort überwintern, und sie können mit ihrem recht kräftigen Schnabel auch auf Körnernahrung zurückgreifen. 

Samenfressende Vogelarten haben weniger Probleme und finden bei uns auch im Winter Futter: Beeren, Samen von Gräsern und Stauden und Knospen werden von vielen Pflanzen im Sommer und Herbst gebildet und stehen den Vögeln dann im Winter zur Verfügung. 


Vogelfreundlicher Garten im Winter

Vögel finden im Winter vor allem dort Nahrung, wo der Garten nicht zu stark aufgeräumt ist. Wenn im Herbst alle Stauden abgeschnitten, Sträucher zurückgeschnitten und Laubschichten entfernt werden, verschwinden viele natürliche Futterquellen. Unter Laub leben zum Beispiel Insekten und andere kleine Tiere, die manche Vögel im Winter suchen.

 

Auch Schotterflächen oder mit Folien abgedeckte Beete bieten Vögeln kaum Nahrung. Besser sind naturnahe Gärten mit heimischen Sträuchern, Samenständen, Laub, Hecken und wilden Ecken. Dort finden Vögel Futter, Schutz und Verstecke.

 

Tipps für einen vogelfreundlichen Garten findet ihr hier oder auf den Seiten des LBV

Futterstelle: Vögel beobachten und unterstützen

An einer Futterstelle könnt ihr verschiedene Vogelarten aus nächster Nähe beobachten. Besonders spannend ist es, auf die Schnäbel zu achten: Manche Vögel picken kleine Stückchen heraus, andere knacken Samen oder holen sich weiche Nahrung. Die Schnabelform verrät viel darüber, was ein Vogel gut fressen kann.

Wichtig ist: Eine Futterstelle ersetzt keinen naturnahen Garten. Am besten ist es, wenn Vögel auch draußen natürliche Nahrung finden — zum Beispiel Beeren, Samen, Insekten und Verstecke

Welches Futter mögen welche Vögel?


Selber machen und weiter forschen

Futter und Futterstellen könnt ihr auch selbst herstellen. Das ist eine schöne Beschäftigungsidee für Familien — und ihr könnt danach direkt beobachten, welche Vögel eure Futterstelle besuchen.

Passend dazu findet ihr bei uns auch Anleitungen für selbstgemachte Meisenknödel und plastikfreie Meisenknödelhalter. Außerdem könnt ihr in unserem Spiel entdecken, welcher Vogel welches Futter besonders gerne frisst.