Klimagerechtigkeit und Naturschwärmereien


Klima(un)gerechtigkeit

Was der Begriff bedeutet und wie unser Leben als Familie eine klimagerechte Welt beeinflusst

Was bedeutet Gerechtigkeit für uns?

Bei dem Begriff Gerechtigkeit denken wir meist an eine vorhandene oder fehlende Gleichbehandlung von Personen innerhalb eines ungerechten Systems. Oft verbinden wir damit auch ein Gericht oder eine andere Instanz, die für die Herstellung der Gerechtigkeit durch eine Strafe oder eine andere Maßnahme zuständig ist. Vor dem Gericht sollen alle Menschen nach den gleichen Maßstäben behandelt werden, doch im Alltag entdecken wir nur zu oft Ungerechtigkeiten. Dabei geht es meist um finanzielle oder rechtliche Aspekte, aber auch persönliche Interessen spielen in unserem Gerechtigkeitsempfinden eine Rolle.

Dabei stößt es uns sauer auf, wenn Personen oder Konzerne Steuern hinterziehen, wir aber einen nicht geringen Anteil unseres Lohns versteuern müssen und auf Produkte des täglichen Gebrauchs Mehrwertsteuer zahlen. Wir stören uns daran, wenn in der Schule Lehrerinnen bestimmte Schülerinnen aus Gründen der Sympathie bevorzugt behandeln. Wie kann es sein, dass in einem entwickelten Land wie Deutschland nicht alle Menschen den gleichen Zugang zu Bildung haben? Warum verschärft eine Pandemie wie Corona die Ungleichbehandlung zwischen Frau und Mann?

Das sind nur einige Beispiele für Fragen der Ungerechtigkeit. Doch welche Rolle spielen Gerechtigkeitsaspekte in der Klimadebatte? Wie trägt mein eigenes Verhalten möglicherweise zu einer Ungerechtigkeit bei? Was kann ich dagegen unternehmen? 


Die Klimakrise und das Ungleichgewicht zwischen Verursachern und Leidtragenden

Zu Beginn steht die Frage: was ist ungerecht am Klimawandel? Dafür müssen wir uns zuerst die Struktur der Verursacher des Klimawandels anschauen. Einfach gesagt entsteht Klimawandel durch einen erhöhten Ausstoß an Treibhausgasen, der zum überwiegenden Anteil aus menschengemachten Prozessen resultiert, die dann in der Atmosphäre zu einer Erhitzung der globalen Temperatur führen. Dazu zählen die Verbrennung fossiler Treibstoffe für Verkehr und Energiegewinnung, aber auch die Emissionen aus Tierhaltung sowie Landnutzungsänderung sowie die Produktion von Konsumgütern, um hier die großen Bereiche zu nennen. Hierbei fällt besonders der Unterschied zwischen Arm und Reich auf. Der reiche Teil der Bevölkerung emittiert den Großteil der Gase, wohingegen die Menschen im globalen Süden die Auswirkungen stärker zu spüren bekommen wird. In der Studie CONFRONTING CARBON INEQUALITY1, die von Oxfam beauftragt wurde, wird ersichtlich, dass ärmsten 50% der Weltbevölkerung für nur 7% der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, wohingegen die reichsten 10% 52% verursachen. Ist das gerecht?


Doch nicht nur die Verursacherseite zeigt eine Diskrepanz zwischen den Armen und den Reichen der Welt. Wenn es um die Auswirkungen geht, eröffnet sich ein ähnliches Bild. So sind arme Gemeinschaften überall auf der Welt einem stärkeren Risiko ausgesetzt, da sie nicht über die ausreichenden Mittel verfügen, sich vor den ökonomischen und gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu schützen oder sich ihnen anzupassen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass Menschen durch den Klimawandel über geringere Ressourcen verfügen, ihre Lebensgrundlagen zu erwirtschaften, da in der Landwirtschaft Wasser oder Saatgut für hitzeresistente Pflanzen fehlen oder Extremeffekte wie Dürren die Lebensmittelversorgung erheblich stören. Auf diese Weise könnte der Klimawandel auch für Hungerkatastrophen oder einer permanenten Mangelernährung und weiten Teilen des globalen Südens führen. Darüber hinaus besitzen arme Bevölkerungsschichten oft über weniger Mittel zum Wiederaufbau nach klimabedingten Naturkatastrophen verfügen.

Der Klimawandel führt außerdem zu einem Anstieg der vektorübertragenen Infektionskrankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber, zu deren Prophylaxe oder Behandlung ärmere Bevölkerungsanteile schlechteren Zugang haben. Zusätzlich hat der Klimawandel auch Auswirkungen auf die globale Sicherheit und Migrationsbewegungen. Die oben genannten Aspekte, die oft lokal noch durch steigende Meeresspiegel oder Desertifikation verstärkt werden, führen dazu, dass Menschen entweder in ihren Heimatländern in größere Städte migrieren oder sich auf die Reise nach Europa machen. Der Klimawandel wird im 21. Jahrhundert zu einem immer stärkeren Treiber für Flucht in vielen Ländern in Subsahara-Afrika und Asian. Europa dahingegen wehrt sich vehement gegen die Aufnahme von mehr Geflüchteten durch einen verstärkten Einsatz der Grenzschützer im Mittelmeer. Und auch hier müssen wir uns fragen: ist es gerecht, dass wir im globalen Norden durch unseren Lebenswandel die Grundlagen der Existenzen der Menschen im globalen Süden vernichten? Sollten wir sie dann nicht zumindest bei uns willkommen heißen?  


Die Klimakrise verstärkt bestehende Ungerechtigkeiten

Doch nicht nur die Verursacherseite zeigt eine Diskrepanz zwischen den Armen und den Reichen der Welt. Wenn es um die Auswirkungen geht, eröffnet sich ein ähnliches Bild. So sind arme Gemeinschaften überall auf der Welt einem stärkeren Risiko ausgesetzt, da sie nicht über die ausreichenden Mittel verfügen, sich vor den ökonomischen und gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu schützen oder sich ihnen anzupassen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass Menschen durch den Klimawandel über geringere Ressourcen verfügen, ihre Lebensgrundlagen zu erwirtschaften, da in der Landwirtschaft Wasser oder Saatgut für hitzeresistente Pflanzen fehlen oder Extremeffekte wie Dürren die Lebensmittelversorgung erheblich stören. Auf diese Weise könnte der Klimawandel auch für Hungerkatastrophen oder einer permanenten Mangelernährung und weiten Teilen des globalen Südens führen. Darüber hinaus besitzen arme Bevölkerungsschichten oft über weniger Mittel zum Wiederaufbau nach klimabedingten Naturkatastrophen verfügen. 

Doch nicht nur Arm und Reich sind verschieden stark vom Klimawandel betroffen. Auch zwischen Männern und Frauen gibt es deutliche Unterschiede. Besonders in Afrika und Asien besteht die Gefahr, dass der Klimawandel die bestehende Ungerechtigkeit in den Geschlechterrollen verstärkt. Dort sind es oft die Frauen, die von den natürlichen Ressourcen wie Wasser oder fruchtbarem Boden abhängig sind und von der Subsistenzwirtschaft leben. Seltener als Männer haben sie ein unabhängiges Einkommen. Zerstört oder verschlechtert der Klimawandel die Lebensbedingungen vor Ort, leiden überproportional oft Frauen unter den Auswirkungen. Sie müssen dann beispielsweise weitere Wege zu Wasserquellen zurücklegen, erwirtschaften durch ihre körperliche Arbeit nur noch geringere Erträge oder finden weniger Holz als Brennmaterial für den Herd. Außerdem sind sie laut Studien stärker von Naturkatastrophen betroffen als Männer.  

Was können wir tun?

Betrachtet man das Konzept der Klimagerechtigkeit, erkennt man, dass vor allem der globale Süden und Menschen benachteiligt werden, die oftmals bereits aus anderen Gründen diskriminiert sind, betroffen sind. Doch was hat Klimagerechtigkeit mit uns in Bayern zu tun? Vergleichen wir unsere Lagen mit Frauen des globalen Südens, erscheint es im ersten Moment zynisch zu behaupten, wir wären von Klimaungerechtigkeit betroffen, tragen wir im reichen Deutschland doch zu einem großen Teil der Emissionen bei. Unser Beitrag zu einer klimagerechten Zukunft liegt logischerweise eher auf der Verursacherseite. 

Damit ihr euer Leben als Familie klimagerechter gestalten könnt und somit an der Bekämpfung globaler Ungerechtigkeit mitarbeiten könnt, wollen wir euch im kommenden Monat Wissen zur Klimagerechtigkeit vermitteln, aber auch praktische Tipps an die Hand geben, wie ihr Euch für mehr Klimagerechtigkeit im Alltag einsetzen könnt.  

Wir hoffen, ihr seid dabei!  

2. Februar: Internationaler Tag der Feuchtgebiete

Der internationale Tag der Feuchtgebiete wird seit 1997 am 2. Februar begangen. An diesem Tag soll die Bedeutung von Feuchtgebieten bedacht werden. Diese stellen nicht nur einen besonderen Lebensraum für Wasser- und Watvögel dar.

 

Feuchtgebiete – das sind Gebiete, die im Übergangsbereich von trockenen zu dauerhaft feuchten Lebensräumen liegen. Darunter fallen Auen, Bruchwälder, Feuchtwiesen, Moore, Riede, Sumpfe und Marschland.

 

Wo ist in Deiner Umgebung ein Feuchtgebiet oder ein Moor?

 

Macht doch dorthin mal einen Ausflug – und sendet uns ein Foto an naturschwaermer@lbv.de!

Diepholzer Moor, Foto: M. Bosch
Diepholzer Moor, Foto: M. Bosch

Vom Klimawandel sind auch Feuchtgebiete und mit ihnen die dort lebende Tier- und Pflanzenwelt betroffen. Es wundert also nicht, dass Moorenten (Aythya nyroca) oder diverse Regenpfeifer die in solchen Biotopen brüten, weit oben auf der Roten Liste stehen.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Denn austrocknende Moore sind CO2-Schleudern, die die Klimaerwärmung weiter anheizen. Dabei sind Moore die Ökosysteme, die am meisten CO2 speichern können – sofern sie nicht austrocknen oder trockengelegt werden.

Diese Speicherung funktioniert, weil im nassen Torf Kohlenstoff (CO2) gebunden wird. Und das geschieht so: Im Moor herrscht aufgrund der hohen Wasserstände Sauerstoffmangel. Dieser Mangel verhindert, dass sich abgestorbene Gräser, Moose und Blätter zersetzen können und mitsamt dem Kohlenstoff, den sie enthalten, im Torf eingeschlossen werden. Wenn das Grundwasser aber sinkt oder andere Umstände zur Trockenlegung führen, zersetzt sich diese organische Substanz und darin gespeicherte Klimagase werden frei. In Deutschland treten jährlich 45 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent aus entwässerten Mooren aus. Das entspricht fünf Prozent aller klimawirksamen Gase, die wir in Deutschland in einem Jahr insgesamt ausgestoßen.

Um den Klimawandel nicht weiter anzutreiben, um die Tiere und Pflanzen aus dem Ökosystem der Feuchtgebiete zu schützen, müssen wir also verhindern, dass diese Gebiete trockener werden.

Was können wir tun?

Klimafreundlich handeln. Das heißt möglichst wenige klimaschädliche Gase produzieren.

Und konkret?  Dazu erfahrt ihr diesen Monat noch eine ganze Menge. Aber hier wäre ein ganz konkreter Tipp, zum Schutz der Moore:

Verzichtet auf Gartenerde mit Torfanteilen. Entweder ihr legt euch selbst einen Kompost an, um damit zu gärtnern, oder ihr nutzt torffreie Erde. Diese könnt ihr z.B. beim LBV-Shop beziehen!

Gärtnern ohne Torf sollte für jeden Gartenfreund selbstverständlich sein
Foto: C. Brösamle

Und vielleicht interessiert ihr Euch für weitere Informationen. Dann empfehlen wir euch diesen Flyer: "Erfolgreich Gärtnern ohne Torf"

LBV-Flyer: Erfolgreich Gärtnern ohne Torf
Gaertnern_ohne_Torf_Themenflyer.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.2 MB

Was ist eigentlich ein CO2-Fußbadruck?

Die ganze Welt spricht davon, dass wir unseren CO2-Fußabdruck verkleinern sollen. Doch wo kommt der eigentlich her? Wie groß ist euer CO2-Fußabdruck? Wann produziert ihr klimaschädliche Gase, die immer vereinfacht als CO2 oder CO2-Äquivalente bezeichnet werden.

 

Mit diesem CO2-Rechner vom Umweltbundesamt könnt ihr als Individuum oder ihr als Familie errechnen, wodurch euer CO2-Fußabdruck zustande kommt und wie groß er ist.

 

Wenn ihr euch dann genauer anschaut, in welchen Bereichen ihr besonders viel verbraucht, könnt ihr euch überlegen, wie es möglich sein könnte dort etwas weniger zu verbrauchen.

 

Schreibt uns gerne, auf naturschwaermer@lbv.de, wo ihr CO2 sparen wollt und was eure Idee dazu ist.


Klimafreundliche Ernährung im Februrar

Im kalten Februar wünschen wir uns oft die sonnigen Momente des Sommers herbei. Eine Melone, Orangen oder Erdbeeren erinnern uns dabei an die wärmeren Tage. 

Doch Obst und Gemüse im Winter sind durch den Transport aus den Anbaugebieten des Südens oder durch die Einlagerung mit hohen CO2-Emissionen belastet. Um das zu vermeiden, empfehlen wir euch, auch im Winter auf saisonale Produkte aus der Region zurückzugreifen. 

Doch was hat im Februar in Deutschland überhaupt Saison? Dazu fragt ihr am besten die Leute, die es wissen müssen: die Landwirte und Gärtner. Beim nächsten Besuch auf dem Wochenmarkt könnt ihr sie ansprechen. Oder ihr radelt einfach mal zum nächsten Hofladen. 

Ihr wollt nicht mehr warten? Dann werft einen Blick auf unseren Saisonkalender für diesen Monat.


Unser Klimadinner

Es gibt zum Glück viele Bereiche in unserem Leben, in denen wir uns nachhaltig verhalten können. Nachhaltig zu leben ist ein guter Beitrag, um der Klimagerechtigkeit entgegen zu wirken. Jetzt denkt ihr vielleicht – ja, nachhaltig ist ja heute alles, wenn es dementsprechend ausgelegt wird. Aber das stimmt nicht. Es gibt eine klare Definition für Nachhaltigkeit. Diese lautet einfach ausgedrückt: Nachhaltigkeit hat drei Dimensionen (Bereiche): die ökologische, ökonomische und soziale. Nachhaltig ist dann etwas, wenn dadurch weder der Natur geschadet wird noch den Menschen und auch nicht der Wirtschaft. Unmöglich? Doch. Es ist möglich – und sogar mehr als wir glauben. Dafür gibt es auch einen Namen: Starke Nachhaltigkeit. Und um es kurz zusammen zu fassen ist damit gemeint, dass negative Auswirkungen auf einen oder zwei Bereiche nicht durch positive Bilanzen in einem oder zwei, der anderen Bereichen ausgleichbar sind.


Was hat das mit dem Klima-Dinner zu tun? 

Wie eingangs gesagt gibt es viele Bereiche, in denen wir uns nachhaltig verhalten können. In den Bereichen Mobilität und Energieverbrauch beispielsweise. Beides sind Bereiche, die unbestreitbar klimaschädliche Gase hervorbringen können. Ein anderer Bereich, der aber eng mit Mobilität und Energieverbrauch in Verbindung steht, ist der Bereich Ernährung. Jetzt sind wir also beim Klima-Dinner. 

Früher war es einfach zu wissen, was gemeint war, wenn die Oma sagte: „Jetzt iss halt was richtiges.“ Damit war gemeint, dass etwas Gesundes verzehrt werden sollte. Oder zumindest etwas Nahrhaftes. 

Und heute? Ja, was ist da richtig. Richtig ist vor allem nach wie vor, dass es Dir guttun soll. Das bedeutet, dass es Dir nicht schadet. Und auch sonst niemanden. Weder jetzt noch in Zukunft. Weder hier noch anderenorts. Aber bevor wir uns jetzt ganz verrückt machen und vor lauter Fragezeichen den Appetit verlieren, oder die Motivation, kommen wir zurück zur Klimagerechtigkeit. 

 

Um das Klima durch unsere Ernährung möglichst nicht weiter zu erhitzen, gibt es eine simple Faustregel. Unsere Lebensmittel sollten  

  • biologisch angebaut werden,  
  • aus der Region stammen und  
  • saisonal eingekauft werden.  

Ein Sternchen obendrauf bekommt ihr, wenn die Lebensmittel, die ihr verwendet  

  • schonend und ohne Müll-Verpackung bis zu Euch nachhause gelangen, 
  • sowie in der Menge gekauft wurden, dass nichts davon im Eimer landet. 

Alles was wir nicht anbauen können und aus fernen Ländern zu uns kommt, gilt als Luxus. Kaffee, Schokolade etc. Aber wenn ihr euch hin und wieder diesen Luxus gönnen mögt, dann kauft sie fair und biologisch produziert.

 

Woher kommt diese Faustregel?

Sie ist ein Ergebnis aus den Fragen, wie Lebensmittel möglichst naturfreundlich, mit möglichst wenig endlichen Ressourcen angebaut und verkauft werden können. Die Nutzung von endlichen Ressourcen für die Herstellung von mineralisch-synthetischen Düngemitteln, das Heizen von Gewächshäusern oder Böden, der Transport und vieles mehr führen zum Klimaanstieg und damit zu Klimaungerechtigkeit. Wenn ihr Euch beim Einkaufen an die Faustregel haltet, tragt ihr automatisch zu mehr Klimagerechtigkeit bei. 

 

Probiert es für heute Abend aus: Bereitet ein Klima-Dinner oder eine Klima-Brotzeit zu. Wir würden uns sehr über ein Foto vom klimafreundlichen Abendessenstisch freuen. Zusenden könnt ihr uns eure Bilder per Mail an naturschwaermer@lbv.de.

Wenn ihr checken wollt, wieviel CO2-Äquivalente einzelne Lebensmittel verursachen, könnt ihr das über den Klimatarier-Rechner

 

Wir haben hier noch ein klimafreundliches Rezept als Anregung für euer Klimadinner:

Rezept für eine Kürbis Quiche
Kürbis Quiche.pdf
Adobe Acrobat Dokument 97.9 KB

CO2-Quiz

Heute haben wir für euch ein kleines Quiz zum CO2-Verbrauch. Wie gut kennt ihr euch mit CO2 und den Ursachen, Folgen und Besonderheiten aus?

Über Salatköpfe & die Heilige Kuh

Eine Kuh im Allgäuer Hochland, Foto: A. Baumgarten
Eine Kuh im Allgäuer Hochland, Foto: A. Baumgarten

Die Diskussionen in Deutschland zu den Themen Tierwohl, organische Düngeberge, überfüllte Ställe, Billigfleisch und Veggie-Days nimmt kein Ende. Die Leberkässemmel, der Sonntagsbraten, das Hendl sind uns lieb.

Es sind uns so liebegewonnene Kulturspeisen, dass wir allzu gern vergessen, damit zu Klimaungerechtigkeiten beizutragen.

 

Das sind die Fakten: In Deutschland verursacht laut BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) jeder Bürger und jede Bürgerin aufgrund des persönlichen Fleischkonsum jährlich 600.329 Liter Wasser, 34 Antibiotika-Behandlungen und trägt zudem zu 412,72 kg CO2-Emissionen bei. Jedoch sollten wir doch von unseren knapp 10 tCO2/Kopf nur 2tCO2/Kopf verbrauchen, um den Menschen auf diesem Planeten hier und heute, anderenorts und in Zukunft eine brauchbare Erde zuzugestehen.


Es geht nicht darum, dass jede und jeder sofort seine Essgewohnheiten auf vegan umstellen muss. Aber wir werden die Klimaungerechtigkeit nicht aufhalten, wenn wir weiter machen wie bisher. Etwas Flexibilität und Experimentierfreudigkeit auf dem Teller hin zu fleischarmer Ernährung, reduziert unseren persönlichen CO2-Fußabdruck und trägt zu mehr Klimagerechtigkeit bei.

 

Mit diesem Blitz-Rechner könnt ihr euren CO2-Verbrauch der durch eure Ernährungsgewohnheiten zustande kommt, genauer bestimmen.

Die Graphik wurde uns zur Verfügung gestellt von https://www.blitzrechner.de/presse/#infografiken-zum-thema-fleischkonsum
Die Graphik wurde uns zur Verfügung gestellt von https://www.blitzrechner.de/presse/#infografiken-zum-thema-fleischkonsum

Diese nachstehende Tabelle versucht eine Übersicht über den CO2-Verbrauch verschiedener Lebensmittel zu geben. Die angegebenen Werte sind lediglich Durchschnittwerte konventioneller Waren, wenn nichts weiter angegeben ist.  Im Bereich Gemüse ist außerdem exemplarisch aufgezeigt, welche Unterschiede die Anbaumethode, Herkunft oder Konservierung hinsichtlich des CO2-Verbrauchs mit sich bringen.

 

Produkt

ca. CO2e*-Verbrauch je 1 kg

MILCHPRODUKTE & MILCHERSATZ

 

Kokosmilch

0,5 kg je Liter

Sojamilch

0,7 kg je Liter

Bio-Milch 

1,0 kg je Liter

Milch 

1,4 kg je Liter

Joghurt 

2,4 kg 

Quark 

3,4 kg 

Mozzarella 

4,3 kg 

Frischkäse 

5,7 kg 

Sahne 

7,6 kg 

Hartkäse (Kuhmilch) 

8,5 kg 

Butter 

9,0 kg 

 

 

FLEISCH, FISCH, KÄSE, EI

 

Eier (15-20 Stk.) 

2,0 kg 

Geflügel (frisch) 

3,6 kg 

Schwein (frisch)  

3,6 kg 

Schwein (Tiefkühlung) 

4,2 kg 

Tiefkühlhähnchen 

4,5 kg 

Krabben 

5,5 kg 

Heimisches Rindfleisch (frisch) mit Weidefutter  

8,4 kg 

Heimisches Rindfleisch (frisch) mit Kraftfutter  

14,0 kg 

 

 

SATTMACHER

 

Kartoffeln 

0,17 kg 

Kürbis 

0,20 kg 

Haferflocken 

0,4 kg 

Nudel 

0,5 kg 

Bio-Backwaren, Brot 

0,55 kg 

Erdnüsse 

0,7 kg 

Backwaren, Brot 

0,90 kg 

Tofu 

1,7 kg 

Reis 

3,0 kg 

Tiefkühlpommes 

7,4 kg 

 

 

GEMÜSE

 

Bio-Gemüse* (frisch) 

0,12 kg 

Gemüse* (frisch) 

0,15 kg 

Tiefkühlgemüse

0,41 kg 

Avocado

0,5 kg 

Gemüsekonserve 

1,50 kg 

Oliven 

1,50 kg 

                 *Tomate Bio-Anbau,  regional, saisonal 

0,035 kg 

                 *Tomate konventionell, regional, saisonal 

0,085 kg 

                 *Import-Tomate aus Freilandanbau                                 Spanien  

0,600kg 

                 *Tomatendose 

1,9 kg 

                 *Tomate Bio-Anbau Treibhaus 

         9,2 kg 

                 *Tomate konventionell Treibhaus 

         9,3 kg 

                 Gemüse / Obst Import Schiff 

          4,2 kg 

                 Gemüse / Obst Import Flug 

        25,5 kg 

 

 

 

 

OBST

 

regionale Äpfel (saisonal)

0,06 kg 

Erdbeere (frisch) 

0,3 kg 

Pfirsich 

0,3 kg 

Granatapfel 

0,4 kg 

Orange 

0,4 kg 

Wassermelone 

0,4 kg 

Zitrone 

0,4 kg 

Heidelbeere (frisch) 

0,5 kg 

Äpfel aus Übersee 

0,6 kg 

Bananen 

0,6 kg 

Heidelbeere (Tiefkühlware) 

0,6 kg 

Ananas 

0,7 kg 

Erdbeere (Tiefkühlware) 

0,7 kg 

Feigen  

0,9 kg 

 

 

SÜSSES

 

Zucker 

0,6 kg 

Honig 

1,9 kg 

 

 

 

Wenn wir uns darüber klar werden, an welchen Stellen wir CO2 einsparen/verbrauchen, können wir gezielter die Klimaungerechtigkeiten bremsen. Natürlich sollten wir weiterhin darauf achten, dass wir uns auch gesund ernähren.

Ein Highlight im Speiseplan darf auch ein echt gutes Fleisch sein. Damit ist in dem Fall Fleisch von beispielsweise Rindern gemeint, die in der Landschaftspflege und für den Naturschutz ihren wichtigen Beitrag leisten. Der LBV hat solche Beweidungsprojekte:

Und ein besonders guter Trick CO2 zu sparen, ist es, nur soviel einzukaufen, wie ihr auch gut verwerten könnt. Es sollte also nichts im Müll landen.

Du kannst CO2 wieder loswerden…oder!?

Pro Kopf produziert jeder Deutsche im Durchschnitt um die 11 Tonnen CO2 jährlich. Wir fahren Auto, heizen, surfen im Netz, kochen, kaufen Dinge und vieles mehr.  Jedoch haben wir eigentlich nur 1-2 Tonnen CO2 pro Jahr zur Verfügung, um die Klimakatastrophe nicht noch weiter anzukurbeln, die zu viel Ungerechtigkeit führt. 

 

Stellen wir uns das mit dem CO2 so vor, als wäre es Geld.  

Wir hätten somit 2.000€ im Jahr zur Verfügung. Mit diesem Geld müssen wir auskommen, um uns Lebensmittel zu kaufen, Kleidung, die Heizkosten, die Fahrtkosten, Schulsachen und so weiter. Um alles zu erhalten, was wir so brauchen, geben wir dann im Durchschnitt 10.000€ jährlich aus. Und was zeigt uns die Jahresbilanz am Ende: Uff – 8.000€ überzogen! 

Und jetzt? 

Jetzt passiert gar nichts. Scheinbar. Denn wieso sonst machen 80 Millionen Deutsche mit? 80.000.000 mal 8.000€ sind 640.000.000.000 €. 

Würde es wirklich um Geld gehen, wäre der Aufschrei groß. 

Es handelt sich aber um CO2, bzw. CO2-Äquivalente die wir verbrauchen, als gäbe es kein Morgen. 

Glücklicherweise beginnen wir mit der Erkenntnis, dass das so nicht weitergehen kann. Die Folgen der Klimakatastrophe werden sich nicht nur andernorts auswirken, sondern uns alle betreffen. Doch unseren Lebensstil können oder wollen wir nicht verändern. Aus diesem Grund haben wir uns etwas einfallen lassen müssen: Die CO2-Kompensation. 

Nicht nur große Unternehmen versuchen ihre CO2-Bilanz zu kompensieren. Auch immer mehr Privatpersonen möchten wenigstens dazu beitragen, ihren CO2-Verbrauch auszugleichen. 

 

Was ist CO2-Kompensation? 

Erklären möchte ich das an einem Beispiel: Wenn du beispielsweise von Frankfurt nach Sydney und zurück fliegst, verbrauchst du ungefähr 10 Tonnen CO2.  Du könntest nun mit einer Ausgleichszahlung an Organisationen wie Atmosfair, Primaklima & Co Aufforstungsprojekte im Regenwald oder der Einsatz von Solarlampen in Entwicklungsländern finanzieren, um Deinen Verbrauch an anderer Stelle einzusparen. Denn Kompensation heißt, dass an anderer Stelle konkret dieselbe Menge CO2 eingespart wird, die du – etwa indem du ein Flugzeug nutzt – verbraucht hast. 

Eigentlich müssten hier jetzt diverse Anbieter auftauchen, bei welchen Privatpersonen für ihre CO2-Kompensation zahlen können. Ich ziehe es aber vor, euch hier den Downloadlink des Umweltbundesamts einzustellen.

 

Das mit der CO2-Kompensation ist nämlich auch umstritten und nicht ganz einfach. Mich interessiert an dieser Stelle viel mehr: Was haltet ihr davon? Ist CO2-Kompensation gerecht? Würdet ihr lieber im Vorfeld den eigenen CO2-Fußabdruck klein halten? Über eure Gedanken dazu freuen wir uns sehr. Bitte sendet diese an naturschwaermer@lbv.de

Foto-Challenge #klimagerechtbeiuns: Klimagerechtigkeit vor eurer Haustür

Wir haben jetzt schon erfahren, dass Klimagerechtigkeit oft im Zusammenhang zwischen den reichen westlichen Ländern und den armen Ländern des globalen Süden zu betrachten ist. 

Doch gibt es auch Ungerechtigkeiten in Zusammenhang mit dem Klimawandel, die uns hier in Deutschland betreffen?  

Ihr denkt dabei vielleicht an euren Arbeitsweg, den ihr nur mit dem Auto zurücklegen könnt, weil der ÖPNV auf dem Land so schlecht ausgebaut ist? Oder wie ihr jeden Morgen in der überfüllten U-Bahn steht? Eine haarsträubende Fahrt mit dem Fahrrad, weil man in der Stadtplanung jahrzehntelang Autos den Vorrang gegeben hat?  

Aber auch Aspekte wie Versiegelung, Hitzesommer und mangelnder Zugang zu Grünflächen in der Stadt können ein Ausdruck von Klimaungerechtigkeit sein. Seid ihr davon betroffen?


Zeigt uns die Situation bei euch vor der Haustüre: geht raus und dokumentiert die klimagerechte oder -ungerechte Situation in eurer Stadt. Dazu könnt ihr Fotos oder Videos machen, oder ihr zeigt uns eure gezeichnete Vision einer klimagerechten Entwicklung. 

Schickt eure Bilder an naturschwaermer@lbv.de oder teilt sie direkt auf Instagram oder Facebook

Zur Inspiration gibt es hier die Klimagerechtigkeitskarte des LBV-München.

Mit Padlet erstellt

Call your BürgermeisterIn

In eurer Kommune sind sichere Fahrradwege auch 2021 immer noch ein Manko? Tauschangebote wie Bücherschränke oder Foodsharing fehlen bei euch vollständig? Ihr wollt endlich ein vernünftiges Klimaschutzkonzept für die Gemeinde?

Daran könnt ihr rütteln! Schreibt euren Stadträten und Stadträtinnen oder eurem Bürgermeister bzw. eurer Bürgermeisterin: Was wünscht ihr euch für eure Kommune? Schreibt einen Brief, ruft beim Bürgermeister an oder schließt euch zusammen und dreht ein Video. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und: je mehr Aufrufe, desto größer die Wirkung, also mobilisiert eure Freunde, Nachbarn, Klassenkameraden oder Arbeitskollegen.

 

Doch was bringt euch das? Partizipation, also die Beteiligung an politischen Prozessen, endet nicht bei Wahlen. Ihr könnt und sollt eure Belange, die weit über ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel hinaus gehen, sichtbar und hörbar machen.

Besonders die Klimagerechtigkeitsbewegung um Greta Thunberg und Fridays For Future hat gezeigt: viel Druck von „unten“ kann Prozesse anstoßen. Nur mit Bürgerbeteiligung ist die Demokratie auch wirklich lebendig, deswegen rufen Verbände wie der LBV, der NABU oder der BUND immer wieder dazu auf, bei den Parlamentarierinnen oder den Kommunalpolitikerinnen anzurufen. 


Klimagerechtigkeit in Deutschland: Braunkohleabbau

Wir haben erfahren, dass Klimaungerechtigkeit größtenteils Länder des globalen Süden betrifft. Doch werden auch Menschen in Deutschland durch Auswirkungen der Klima - und Energiepolitik ungerecht behandelt? 

Dazu müssen wir den Braunkohleabbau in unserem Land betrachten. In Deutschland wird heute in drei großen Revieren Braunkohle gefördert: in der Lausitz, dem Rheinischen Revier und im Mitteldeutschen Revier um Leipzig. Zu dem Effekt, dass Braunkohle als einen der schmutzigsten Energieformen auf das Klima hat, kommen dadurch weitreichende Gerechtigkeitsaspekte hinzu. Für den Abbau der oberflächennahen Braunkohle müssen nämlich auch heute noch viele alte Dörfer abgerissen und umgesiedelt werden, um die darunter liegende Kohle fördern zu können.  

Zwar werden die Betroffenen mit Baugrundstücken und Ersatzzahlungen entschädigt, doch der Verlust ihrer Heimat, ihrer Häuser, der über jahrzehntelang gewachsenen Nachbarschaften sowie historischen und kulturellen Städten wie Kirchen kann so nicht ausgeglichen werden.  

Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ ruft daher immer wieder zum Protest gegen die Klimapolitik der Bundesregierung und den großen Energieversorgern auf. Außerdem will sie den Bewohnerinnen und Bewohnern der Dörfer eine Stimme geben. Wir möchten euch dazu aufrufen, ihnen zuzuhören. Stellt euch dabei die Frage: ist es gerecht, dass wir hier in Bayern sorglos Strom beziehen, während an anderer Stelle in Deutschland Menschen ihre Heimat verlieren? Versetzt euch in ihre Lage und stellt euch vor, euer Dorf würde weggebaggert. 

Hier ein paar Stimmen von Betroffenen:

Marita Dresens Bauernhof ist durch den Ausbau von Garzweiler 2 bedroht. Sie berichtet, wie es ihr geht und ruft zu einer Aktion auf, die bereits in der Vergangenheit statt fand.

Britta Kox berichtet von der Situation in Beverath: Die Bewohner des kleinen, alten Dorfes sind bereits seit 40 Jahren durch den Kohleabbau bedroht und fürchten um die Existenz ihres Dorfes. Auch hier gilt: Der Sternenmarsch, zu dem zum Schluss aufgerufen wird, fand bereits statt.

David Dresen berichtet von seiner Situation. In seinem Beitrag wird auch thematisiert, dass die Dörfer nicht nur dem direkten Tagebau, sondern auch der damit einhergehenden Infrastruktur weichen müssen.

Erfolge  - wie wir uns für Klimagerechtigkeit in Deutschland einsetzen können

Der Protest zeigt auch Wirkung: im sächsischen Pödelwitz können die Einwohner und Einwohnerinnen bleiben. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Umweltverbänden und Klimabewegung konnte das Dorf gerettet werden. 

Damit der Braunkohleabbau endlich Geschichte wird, braucht es eure Unterstützung. Doch was könnt ihr in Bayern tun? Der wichtigste Schritt im Kampf für Klimagerechtigkeit ist es, selbst keinen Braunkohlestrom mehr zu beziehen. Wie ihr euren Stromanbieter wechseln könnt und welche Tarife wirklich grün sind, erfahrt ihr in unserem morgigen Beitrag. Außerdem könnt ihr die Klimabewegung durch eure Anwesenheit auf Demos oder finanzielle Hilfe unterstützen. Wenn euch das nicht möglich ist, hilft auch jedes Like auf Facebook und Instagram, die Bewegung noch größer zu machen. Wichtig ist, nicht untätig zu bleiben!  

Was passiert eigentlich in Lützerath?

Interview mit einer Aktivistin

Ziviler Ungehorsam war als Protestform schon immer Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung. Doch wer sind eigentlich die Menschen, die sich an Bagger ketten oder Häuser besetzen? Was treibt sie an und warum wählen sie diese Form des Protests? Um das herauszufinden haben wir ein kurzes Interview mit einer*m Aktivist*in geführt, die*der bei den Protesten in Lützerath dabei war. Die abgebildeten Fotos sind Symbolbilder und zeigen nicht die interviewte Person. Der*Die Aktivist*in ist minderjährig und will aus Sicherheitsgründen anonym bleiben, der Name ist jedoch der Redaktion bekannt. 

 

Was passiert gerade in Lützerath? 

Lützerath ist ein zum Teil noch bewohntes Dorf in der Nähe des Tagebaus Garzweiler. Durch den Energiekonzern RWE, der dort weiterhin Kohle abbauen will, wurde die Dorfgemeinschaft zerstört und Bewohner*innen teilweise enteignet. RWE beginnt nun mit dem Abriss von Häusern, Landstraßen und dem Fällen von Bäumen. Deshalb finden dort aktuell verschiedene Protestaktionen statt, die von friedlichen Kundgebungen über Sitzblockaden bis hin zum Bauen von Barrikaden und der Besetzung von Häusern, Bäumen oder Baggern reichen. Das Ziel ist es den Abriss zu erschweren. 

 

Wie läuft so eine Besetzung ab? 

Die Häuser in Lützerath stehen aktuell kurz vor dem Abriss und wurden deshalb von RWE mit Bauzäunen abgesperrt. Das Ziel unserer Gruppe war es, Häuserdächer zu besetzen und so den Abriss zu verzögern. Wir haben in der Nähe gecampt, sind sehr früh aufgestanden und haben dann versucht die Bauzäune zu überwinden. Einer Freundin und mir gelang dies und wir konnten auch eines der Häuser erfolgreich besetzen. Daran wurden wir unter anderem von der RWE-Security gehindert. Nach einiger Zeit wurde uns von RWE zugesichert, dass die Arbeiten an diesem Tag eingestellt würden, wenn wir freiwillig das Dach verlassen würden. Das ist dann auch passiert und wir hatten somit das Ziel unserer Aktion erreicht. 

 

Warum wählst du diese Form des politischen Protests? 

Ich habe mich sehr lange bei FridaysForFuture engagiert und auch unter anderem Großdemonstrationen mitorganisiert. Doch selbst die 1.6 Millionen Menschen, die am 20.09.2019 bundesweit friedlich für gerechtere Klimapolitik auf die Straße gingen, wurden im politischen Entscheidungsprozess zugunsten der Kohlelobby ignoriert. Da die Klimakrise jetzt schon weltweit Extremwetterkatastrophen und damit den Tod und die Vertreibung von Millionen Menschen verursacht, sehe ich keine Option im Verzicht auf Klimaschutz. Deshalb habe ich mich entschieden, mich mit meinem politischen Protest der Zerstörung unserer Umwelt direkt entgegenzustellen. Wie zum Beispiel in Lützerath. 

 

Zeigt euer Protest Wirkung? 

Das ist immer schwierig festzustellen. So können wir zum einen mit unseren Mitteln den Ausbau des Tagebaus und den Abriss Lützeraths nicht stoppen, sondern nur ein Stück weit hinauszögern. Zum anderen können wir mit unseren Aktionen aber auch viel Aufmerksamkeit erreichen, den Bewohner*innen der umliegenden Dörfer Mut machen und Erfahrungen sammeln für zukünftige Proteste. Ohne unsere Besetzungen wäre der Abriss Lützeraths schon längst vollzogen. 

 

Was ist dein persönlicher Lösungsansatz zur Klimakrise? 

Ich persönlich bin der Überzeugung, dass die Klimakrise ein Symptom eines viel tiefer sitzenden gesellschaftlichen Problems ist. Denn durch die Art und Weise wie wir wirtschaften leben wir gezwungenermaßen in einer Gesellschaft, in der Profitinteressen und die Erhaltung des Status Quo über die Erhaltung von Menschenleben gestellt wird. In so einem System kann keine nachhaltige Lösung für diese existenzielle ökologische Krise gefunden werden. Ich bezeichne mich deshalb als Antikapitalist*in. Mir geht es darum eine alternative und solidarische Art zu leben zu finden – außerhalb unseres kapitalistischen Systems. 

 

Welche Konsequenzen spürst du wegen deiner Teilnahme an solchen Protestaktionen? 

Ich habe bislang Glück gehabt und wurde noch nicht zu einer Geldstrafe oder ähnlichem verurteilt. Freund*innen von mir aber schon. Wir alle haben schon Kontakt mit der Polizei gehabt und auch schon teilweise längere Zeit im Polizeigewahrsam verbracht. Dieses Risiko gehe ich bewusst ein.  

Aber es gibt auch viele Aktivist*innen, die das nicht wollen und daher hinter den Kulissen mithelfen. Von Kochen und putzen, bis hin zu mentaler Unterstützung und rechtlicher Hilfe, in einem Protestcamp gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, sich legal zu engagieren. 

 

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko bei solchen Aktionen? 

Wir Aktivist*innen passen gut aufeinander auf und versuchen körperlich sehr belastende Situationen wie Auseinandersetzungen mit Polizei oder RWE Security zu vermeiden. Das Verletzungsrisiko ist trotzdem sehr hoch, weshalb oft Demosanitäter*innen anwesend sind und eigentlich alle Aktivist*innen Erste-Hilfe-Sets dabei haben. 

 

Noch Fragen?

Habt ihr noch Fragen an die Aktivistin? Dann schreibt uns an naturschwaermer@lbv.de

Wir leiten eure Fragen weiter und bald könnt ihr hier Ihre Antworten lesen.

Kinoabend fürs Klima

Filme

Draußen ist es ungemütlich und ihr wollt trotzdem etwas Gutes tun? Wie wär’s denn mit einem Kinoabend mit spannenden Filmen über den Klimawandel mit euren Liebsten auf der Couch?

Für einen gelungenen Filmabend braucht ihr zuerst einmal den richtigen Film. Ein Klassiker unten den Klima-Filmen ist natürlich nach wie vor der 2006 erschienene „Eine unbequeme Wahrheit“ des ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten Al Gore. Auch 14 Jahre später trifft er den Nagel immer noch auf den Kopf. Der Film gilt als Standardwerk und wird für seine präzise und verständliche Aufarbeitung des menschengemachten Klimawandels gelobt.  In eine ähnliche Richtung geht es in „Before the Flood“, der 2016 vom Oscar-Preisträger Leonardo di Caprio produziert wurde. Er beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme, bedrohte Tierarten und indigene Völker. Außerdem kommen hochrangige Politiker und Organisationen zu Wort, die über ihren Kampf gegen den Klimawandel berichten.

Positive Lösungsansätze für die Klimakrise und das Artensterben gibt es in „Tomorrow - die Welt ist voller Lösungen“, in dem Politiker, Aktivisten, Landwirte und viele mehr begleitet werden, wie sie die Welt ein Stückchen nachhaltiger machen wollen.

Klassische Naturfilme wie Unser Planet oder Planet Erde eignen sich übrigens auch immer wieder, um die Schönheit der Natur zu entdecken. Gerade für jüngere Zuschauer, für die drastische Bilder wie aus den oben genannten Filmen noch nicht geeignet sind, sind Naturfilme daher eine schöne Lösung, sich trotzdem mit Themen wie Natur und Artenvielfalt zu beschäftigen. Oft wird der Klimawandel trotzdem behandelt.

 

Snacks

Für einen gelungenen Kinoabend braucht es unbedingt Snacks. Vielleicht habt ihr ja dieses Mal Lust, auf Chips und Popcorn aus Massenproduktion und dick in Plastik verpackt zu verzichten? Dann hätten wir hier einige Rezepte, die sich aus regionalen und saisonalen Zutaten herstellen lassen.

Grünkohl-Chips:

Das saisonale Superfood versorgt euch im Winter mit wichtigen Vitaminen.  Am besten natürlich regionalen Bio-Grünkohl vom Markt verwenden. Für die Chips braucht ihr Grünkohl, Salz, etwas Öl und nach Belieben Gewürze.

  1. Den Grünkohl waschen, in mundgerechte Stücke zupfen und gut trocknen lassen.
  2. In Öl und Salz marinieren und Gewürze beimengen.
  3. Den Ofen auf 130 Grad heizen und 30-40 Minuten darin backen. Zwischendurch die Klappe öffnen, damit das verdampfende Wasser entweichen kann.
Grünkohl-Chips
Grünkohl-Chips

Bio-Popcorn

Für alle, die den Grünkohl lieber im Eintopf haben als beim Kinoabend, empfiehlt sich, Popcorn selbst zu machen. Dazu Popcornmais in Bioqualität (zum Beispiel von Rapunzel) besorgen und in der Pfanne die Körner selbst zum poppen bringen.

  1. Dafür Mais und Butter oder Öl in eine Pfanne geben, so dass der Boden damit bedeckt ist.
  2. Jetzt mit geschlossenem Deckel erhitzen und den Mais zum poppen bringen. Wenn die Hälfte der Körner gepoppt ist, könnt ihr die Pfanne vom Herd nehmen. Die Resthitze reicht aus und so verhindert ihr, dass euch das Popcorn anbrennt.
  3. Nach belieben würzen.
Bio-Popcorn
Bio-Popcorn

Jetzt seid ihr perfekt vorbereitet und könnt euch dick in eure Wolldecken einkuscheln. Wir wünschen euch viel Spaß bei eurem Klima-Kinoabend!

Urlaub, Sonne, Meer – klimagerecht reisen

Wir lieben das Reisen: fremde Kulturen, neue Landschaften, spannende Tiere und Pflanzen, würzige Speisen, leckere Früchte, neue Freundschaften, besondere Abenteuer, Meer, Wüste, Berge, Wasserfall, Höhlen und so unendlich vieles mehr.

Es ist bereichernd fremde Länder kennen zu lernen. Wir glauben, es ist sogar wichtig für den Frieden, Offenheit, für den Wissensaustausch, den individuellen Horizont.

 

Wie wir auch alles wissen, ist das Reisen, wie wir es meistens unternehmen, nicht klimagerecht. Flugzeug, Individualverkehr und Kreuzfahrtschiffe belasten nicht nur unseren eigenen CO2-Fußabdruck. Die wirklich schlimme Auswirkung daran ist, dass gerade die Klimaerwärmung zur Zerstörung von Lebensräumen beiträgt. Dabei zerstören wir auch beliebte Urlaubsziele und die Heimat der Bewohner und Bewohnerinnen.

Aber wir haben ja einen Kopf, der dient zum Denken 😉 Und es gibt auch schon viele Menschen, die gerne reisen und sich klimafreundlichere Lösungen ausgedacht haben. Unser guter und erfahrener Freund Ulle ist so einer. Wir haben ihm mal einen Brief geschrieben, dass er uns von seinen Erfahrungen berichten kann, wie er das so macht.

 

 

…weil Ulles Handschrift sicherlich nicht für alle leicht lesbar ist, haben wir seine Antwort mal abgetippt.


Mobilitäts-Challenge: #entspannterholen

Selbst wenn die Welt Kopf steht ist Erholung im Alltag oft nur wenige Minuten zu Fuß oder mit dem Rad entfernt. Wälder und Parks sind erholsame Orte in denen es auch im Winter viel zu entdecken und erleben gibt!

Naherholungsgebiete wie Wälder oder naturnahe Parks leisten zweifelsohne einen großen positiven Beitrag zu unserer Freizeitgestaltung. Doch auch hier schlägt die Klimakrise zu. Das Baumsterben in öffentlichen Parks und Wäldern ist so hoch wie noch nie. Unseren geliebten Naherholungsflächen steht mit der Klimakrise eine riesige Herausforderung bevor, die sie wahrscheinlich nicht überwinden können. Doch das was sich bei uns gerade ankündigt ist in anderen Regionen der Welt schon längst Realität. Durch andauernde Waldbrände, extreme Dürreperioden und Wasserknappheit haben bereits jetzt weltweit nicht nur massenhaft Menschen an den Rand der Besitzlosigkeit gebracht, sondern auch gleichzeitig wichtige natürliche Erholungsorte zerstört, die nachweislich Stress lindern können.

Sich in der Natur erholen zu können ist also ein Privileg, das wir nutzen sollten solange wir noch können. Wäre es nicht schön, wenn in Zukunft die Menschen überall auf der Welt diese Möglichkeit hätten? Dieser Traum ist erst dann zerstört, wenn wir die Klimakatastrophe nicht bewältigen.

 

Foto: A. Baumgarten
Foto: A. Baumgarten

Wie weit habt ihr es zu einem Wald, einem Park oder einem Flussufer? Wo findet ihr Erholung?

 

Unter dem #entspannterholen sammeln wir eure Fotos von eurem nächsten natürlichen Erholungsort. Oder schickt uns gerne ein Bild an naturschwaermer@lbv.de und schreibt uns, was euch dort gefällt und wie ihr dort hinkommt. 

Frag Oma und Opa

Die Menschheit passt sich an, an alle Widrigkeiten – das ist natürlich. Wir forschen und experimentieren, weil wir wissen, dass wir beispielsweise, um nur den Fokus auf die Ernährungssicherheit zu lenken, neue Anbaumethoden, andere Pflanzenarten und Sorten benötigen, um mit den Folgen des Klimawandels klar zu kommen. Und trotz all unserer Errungenschaften, fehlt oftmals die Zuversicht, dass wir in eine gute Zukunft segeln. Denn wir alle kennen die Bilder der geschrumpften Gletscher, der verschwundenen Flachinseln im Pazifik, der Klimaflüchtlinge, der Hochwässer und Dürreperioden in unserer Heimat. Stets treffen uns diese Bilder. Indirekt als mitfühlende Wesen und unter Umständen als Betroffene. Gerne würden wir in unserem privaten Leben was dagegen tun. Wir kennen auch einige Wege, aber oftmals schlagen wir sie nicht ein. 

 

Warum fällt es uns so schwer, unsere Lebensgewohnheiten zu verändern? Wovor fürchten wir uns? Wir sind doch nicht nur bequem! Manchmal glaube ich, uns fehlen die Geschichten aus alten Zeiten. Denn aus ihnen geht hervor, dass Lebensgewohnheiten wandelbar sind. 

 

Lasst euch von euren älteren Familienmitgliedern oder Bekannten Fotos aus ihrer Jugend zeigen und die Geschichten dazu erzählen. Dabei geht es nicht darum, dass diese etwas mit dem Klima zu tun haben. Geschichten aus der Vergangenheit können uns viel lehren. Probiert es aus, mehrfach. Vielleicht müsst ihr das Erzählen und Zuhören üben. Lasst es ein Ritual werden. 

Macht es euch dazu gemütlich. Vielleicht wie in den alten Bilderbüchern: Eine Kerze, eine kuschelige Decke, gemütliche Kissen. Und entweder zusammensitzend oder über das Telefon oder bei einem digitalen Meeting.  

 

Gerne würde ich euch noch einen weiteren Vorschlag machen. Vorab ein paar Zeilen. 

 

Wir wünschen uns, unseren Lebensstandard, unsere Lebensgewohnheiten beibehalten zu können.  Aber was ist es, das uns so lieb und wichtig ist? 

Vielleicht könnt ihr euch, gemeinsam mit Oma und Opa oder anderen Personen, die schon einige Jahrzehnte auf unserem Planeten leben, überlegen, was ihnen besonders wichtig ist und war, in ihrem Leben. Sie haben Zeiten hinter sich, die Entbehrungen abverlangten. Sie haben Zeiten hinter sich, die Kreativität und Mut erforderten.  

Und dann überlegt euch gemeinsam 10 Dinge, die wichtig sind für Euch. Es müssen nicht nur materielle Dinge sein. Schickt uns gerne Eure UNENTBEHRLICH-LISTE an naturschwaermer@lbv.de.

Weniger ist mehr!

Es ist uns allen bekannt, dass die Ungerechtigkeiten dieser Welt oftmals – und gerade die Klimaungerechtigkeit – mit unserem Verbrauchsgewohnheiten zusammenhängen. Für uns ist alles jederzeit verfügbar. Meistens machen wir uns keine Gedanken darüber, wie die Entstehungs- und Transportwege unserer Waren sind. Wir denken nicht darüber nach, wie die Rohstoffe gewonnen wurden und was das für Folgen hat. Es ist nicht nötig hier in die Tiefe zu gehen und detailliert aufzuführen, welche Rohstoffe wie gewonnen werden, es ist nicht nötig darüber zu diskutieren woher die Jeans, die Tasche, die Autobauteile, etc. kommen. Wir wissen, dass wir in einer globalen Welt leben, die versucht möglichst billig zu produzieren, um hohe finanzielle Gewinne für Unternehmen zu erzielen und auch, um die eigene Geldbörse nicht zu belasten. Wir wissen, dass all das dazu führt, dass wir CO2 und CO2-Äquivalente – klimarelevante Gase – in die Luft blasen und damit zur Klimaungerechtigkeit beitragen.

Was können wir tun?

Ein Weg ist die Nachhaltigkeits-Pyramide, aus dieser geht hervor, dass es viele Alternativen zum Kaufen gibt. Die Pyramide zeigt, welche sinnvollen Überlegungen wir vor Neuanschaffungen anstellen sollten:

  • Erstmal sollten wir nachsehen, ob wir das wirklich brauchen!
  • Dann sollten wir überlegen, ob wir nicht nutzen könnten, was wir haben.
  • Wenn nein, gibt es die die Möglichkeit, sich Dinge auszuleihen,
  • zu tauschen
  • gebraucht zu erwerben
  • oder es selbst herzustellen.

Ihr seht selbst – die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas neu kaufen müssen, ist viel niedriger, als wir es gewohnt sind.

Und was in unserer Gesellschaft ganz vergessen wird – Dinge können oft repariert werden. Viele Unternehmen machen uns das zwar nicht leicht – aber einiges geht doch. Wir haben vieles verlernt. Fragt doch mal Oma und Opa, denn sie haben bestimmt noch so einiges drauf, wenn es darum geht: Reparieren statt verlieren.

 

Zeigt uns gerne, was ihr repariert oder welches Kleidungsstück ihr ausgebessert habt und schickt uns gerne eure Fotos!

Klimafasten - Nachhaltigkeit im Alltag

Am heutigen Aschermittwoch beginnt für viele Christinnen und Christen die 40-tägige Fastenzeit. Bei vielen Familien hat es sich eingebürgert, in dieser Zeit auf etwas zu verzichten, das ansonsten fest zum gewohnten Alltag gehört. Oftmals sind es Luxusprodukte, viele verzichten dabei auf Genussmittel wie Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten.

Doch wie wäre es damit, die Fastenzeit dieses Jahr unter den Aspekt des Klimaschutz und der Nachhaltigkeit zu stellen? Wir nehmen dieses Jahr den Beginn der Fastenzeit als Anreiz, euch zum Klimafasten aufzurufen. Ihr könnt dieses Projekt natürlich nach Belieben verlängern oder verschieben - niemand ist an religiös konnotierte Zeiträume gebunden beim Klimaschutz.

Um erfolgreich „Klima“ zu fasten, kann es euch helfen, folgende Fragen zu beantworten:

  • Welcher Aspekt meines Konsumverhaltens hat Auswirkungen auf das Klima?
  • Auf was kann ich leicht verzichten?
  • Was wird mir schwerfallen?
  • Wen kann ich noch motivieren, mitzumachen?

Um euch den Start leichter zu machen, haben wir einige Möglichkeiten für die Klima-Fastenzeit aufgezeigt, die ihr gerne nachmachen könnt. Natürlich könnt ihr auch mehrere Vorschläge kombinieren oder abwandeln, so dass es für euch und eure Familie passt.

 

Woche 1: Auto fasten. Erledigt eure Einkäufe zu Fuß oder mit dem (Lasten-)Rad, bringt die Kinder mit dem ÖPNV in die Kita und macht den Wochenendausflug mit dem Zug. Auch wenn der Verzicht auf das Auto oft mit einem größeren Planungsaufwand einhergeht und auch mehr Zeit kosten kann, lohnt es sich. Denn der Verkehr ist ein großer Treiber des Klimawandels. Besonders im Februar ist es natürlich eine echte Herausforderung, wenn es kalt und dunkel ist. Aber wenn ihr einmal damit angefangen habt, werdet ihr sehen, wie entspannt der Autoverzicht sein kann, wenn ihr euch nicht im Stau oder mit der Parkplatzsuche herumschlagen müsst.

 

Woche 2: Vegane Ernährung. Schafft ihr es, eine Woche bewusst auf tierische Produkte zu verzichten? Damit schafft ihr nicht nur Abhilfe gegen Massentierhaltung, sondern könnt eure ernährungsbedingen Emissionen um ca. zwei dritten senken. Achtet dabei auch auf Regionalität und Saisonalität. Ein Besuch auf dem Wochenmarkt

 

Woche 3: Nichts kaufen, was ihr nicht braucht. In dieser Woche wollen wir den Fokus auf Konsum legen. Versucht, nur zu kaufen, was ihr wirklich braucht. Und wenn ihr eine Neuanschaffung tätigen müsst, versucht, diese im Second-Hand Laden oder über Ebay Kleinanzeigen abzuwickeln, um Gebrauchten noch eine zweite Chance zu geben.

 

Woche 4: Do It Yourself. Selbermachen anstatt kaufen. Oft gibt es für viele Dinge des täglichen Gebrauch einfach Alternativen, die man selbst herstellen kann. Dadurch spart man Transportemissionen und auch ein Großteil an Verpackungen.

 

Woche 5: Bewusst Digital. Einfach mal das Handy weglegen und Netflix ausschalten. Wusstet ihr, dass das gesamte Internet ähnliche hohe Emissionswerte hat wie der Luftverkehr? Also: wer schafft es diese Woche, das Internet in der Freizeit zu drosseln? Alternativen zur Freizeitbeschäftigung findet ihr in der Natur zur Genüge. Oder ihr spielt mal wieder ein klassisches Brettspiel.

 

Woche 6: Tauschen, verschenken, spenden! Sei ehrlich: wie viel deiner Sachen brauchst du wirklich im Alltag und was davon ist nur ein Platzhalter? Miste deinen Kleiderschrank oder deine Rumpelkammer aus und organisiere eine Tauschparty mit deinen Freunden oder für deine Nachbarschaft. Auch soziale Einrichtungen freuen sich über Kleiderspenden.  Zwar kannst du deine eigenen CO2-Emissionen dadurch nicht verringern, aber du gibst deinen Sachen dadurch eine zweite Chance und trägst indirekt zu einem ressourcenschonenden Umgang bei. Noch dazu hilfst du anderen Menschen, die weniger Geld haben, mit deiner Spende.

 

Woche 7: Langfristig Nachhaltigkeit verankern. Der Klimawandel hängt unumstritten mit unserer westlichen, konsumorientierten Lebenswirklichkeit zusammen. Darum ist es umso wichtiger, im persönlichen Alltag langfristig Nachhaltigkeit zu verankern. Deshalb frage dich in der letzten Woche: welche der Herausforderungen könntest du als dauerhafte Lösung in deinen Alltag implementieren? Welche Möglichkeiten gibt es zusätzlich, über die du beispielsweise noch nicht nachgedacht hast? Hast du dein Geld schon bei einer nachhaltigen Bank? Beziehst du dein Gemüse bei einer SoLaWi? Fliegst du in den Urlaub oder darf es auch mal eine Auszeit in der Region sein? Du findest bestimmt die richtigen Parameter für deinen nachhaltigen Lebenswandel. Und denke immer daran: Nachhaltigkeit ist kein Wettbewerb und muss sich für dich auch immer gut anfühlen.

Die Balance zwischen Fast-Fashion and back to the roots

Ein großer Sektor, der zu Klimaungerechtigkeiten führt, ist unser Umgang mit Kleidung. Wir nennen es sogar Mode. Auf Wikipedia gibt es diese Definition dazu: „Mode bezeichnet die in einem bestimmten Zeitraum geltende Regel, Dinge zu tun, zu tragen oder zu konsumieren, die sich mit den Ansprüchen der Menschen im Laufe der Zeit geändert haben.“ Wir kaufen also nicht Kleidung, sondern Mode. Und das ist ein Problem, denn damit brauchen wir ständig was Neues, etwas Modernes. Dabei lässt sich selbst in der Harper`s Bazaar lesen: „Die Erkenntnisse des „Fashion on Climate“-Reports der Global Fashion Agenda und McKinsey zeigen, dass die Modeindustrie bei Beibehaltung der aktuellen Bemühungen bis 2030 doppelt so viele Emissionen produzieren würde, wie es für das Pariser Abkommen festgelegt wurde. Das soll heißen, dass die Akteure der gesamten Wertschöpfungskette der Mode ihre Rolle sowie ihr Potenzial zur Veränderung erkennen müssen. Dazu gehören neben den Unternehmen und Herstellern auch zu einem Großteil die Konsumenten.

 

Die Rechnung scheint zunächst relativ einfach: Aktuell sind es von der Produktion bis hin zur Nutzung und Entsorgung bzw. der Weiterverwertung von Kleidung insgesamt 2.1 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen, die auf das Konto der Modeindustrie gehen. Dieser Wert entspricht vier Prozent der globalen CO2-Emissionen und ist im Vergleich höher, als die Kohlenstoff-Ausstöße von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Darunter tragen die Konsumenten zu 20 Prozent dazu bei, wie viele CO2-Emissionen in der Mode verursacht werden. Die Gesamtheit der Verbraucher ist somit für knapp eine halbe Milliarde Tonnen der der ausgestoßenen CO2-Gase der Modeindustrie verantwortlich. Dieser Wert hängt wiederum davon ab, wie und vor allem wie viel Kleidung konsumiert, wie oft sie gewaschen oder gereinigt und ob sie nach Ablauf der persönlichen Nutzung entweder weggeworfen oder wiederverwendet wird

( Quelle: https://www.harpersbazaar.de/nachhaltigkeit/mode-einfluss-klimawandel-fashion-on-climate-report).

 

Wir halten fest – auch hier gilt: weniger ist mehr.

 

Umso weniger weit die Produkte an Wegstrecke für die Herstellung und den Verkauf um die Welt fliegen, umso weniger synthetisch und chemisch diese sind, desto mehr tragen sie dazu bei, die Klimaungerechtigkeit zu reduzieren.

Support your locals!

Die Verwendung von heimischen Rohstoffen zur Produktion von Kleidung steckt zwar in ihren Kinderschuhen, aber etwas von dem alten Wissen wird derzeit wieder herausgegraben.

An dieser Stelle möchten ich euch auf eine meiner Lieblingspflanzen aufmerksam machen: Die Brennnessel. Sie ist gesund, eignet sich zum Färben und aus ihr wurde Papier und Stoff gefertigt.

 

Hier könnt ihr lernen, wie ihr ein Freundschaftsarmbändchen aus den Fasern der Brennnessel macht:

Färben mit Naturmaterialien - mit Caroline Hosmann

Im Herbst, wenn ich Bilanz über meine gefärbten Garne und Stoffe ziehe, fühle ich mich ein bisschen wie Frederick. Kennt Ihr die Maus, die das ganze Jahr über Farben sammelt, um sie dann in der kalten Jahreszeit mit den anderen zu teilen?

Das Färben mit Naturmaterialien ist eine uralte Methode, weiße oder naturfarbene Textilien aufzufrischen. Auch um etwaige Flecken zu verbergen hat sich diese Tradition bewährt.

Das Tolle ist, dass man für den Anfang keine große Ausstattung kaufen muss, sondern sowohl Werkzeuge als auch Färbematerialien meist im Haushalt oder der Küche findet. Tee, Zwiebelschalen oder Avocadokerne zum Beispiel sind Zutaten, die sich jederzeit zum Ausprobieren anbieten. Auch ein alter Topf, ein Sieb und ein paar Kochlöffel lassen sich sicherlich leicht finden. (Die Färbeutensilien sollte man später allerdings nicht mehr zum Kochen verwenden und umgekehrt.)

Wenn man erst mal Spaß an der Färberei gefunden hat, eröffnet sich ein weites Spektrum an Möglichkeiten, mit Textilien kreativ zu sein. Ich selbst färbe hauptsächlich Naturwolle und habe mir ganz viel einfach selbst angeeignet und durch viele Versuche herausgefunden. Es gibt unglaublich viel Wissenswertes rund um das Thema Färben mit Pflanzen beziehungsweise Naturmaterialien und mittlerweile auch tolle Bücher, die am Ende des Artikels aufgelistet sind.

 

Die Ergebnisse solcher Färbeprojekte sind immer wieder eine Überraschung und laden zum Experimentieren ein. Wichtig sind Neugierde und Ergebnisoffenheit, denn nicht immer wird das Endergebnis ganz genau so, wie geplant.


 

Hier nur einige Beispiele, die sich gut zum Ausprobieren und Experimentieren eignen:

Johanniskraut – warmes leuchtendes Gelb

Birkenblätter – frisches, sonniges Gelb

Brennnesselblätter – helles, grünliches Gelb

Zwiebelschalen – diverse Gelbtöne

Goldrute – kräftiges Gelb

(Schwarze) Stockrose – Blau- und Grüntöne

Walnuss – Brauntöne

Erlenzapfen – warme Brauntöne

Schwarztee – Rot- bis Brauntöne

Avocadokerne- und Schalen – Rosatöne

 

Natürlich mit vielen Nuancen und immer wieder mit Überraschungen!

Das kommt daher, dass bei der Färberei so viele Faktoren mitspielen:

  • Zeit
  • Wasserhärte
  • ph-Wert
  • Wassertemperatur
  • Beschaffenheit von Färbegut
  • Färbematerial (Textilien)

(Alle Zutaten und Rohstoffe sollten in jedem Fall ungiftig und schadstofffrei sein!)

 

Man kann sowohl Rohmaterial (Stoffe, Garne, Vlies) als auch fertige Kleidungsstücke aus Naturfasern färben. Diesbezüglich ist es gut zu wissen, dass tierische (Protein-) Fasern – wie Wolle und Seide – Naturfarben leichter annehmen als pflanzliche (Cellulose-) Faser – wie zum Beispiel Baumwolle oder Leinen. Deshalb können vor allem Letztere bei Bedarf vorbehandelt werden. Dazu bieten sich verschiedene Arten des „Vorbeizen“ an, mit denen man auch Variationen in der Färbung erhalten kann. Die einfachste und unbedenklichste Methode, die ich kenne, ist ein 24-Stunden-Bad in Sojamilch. Ansonsten beize ich mit wenig Alaun oder verzichte gänzlich darauf.

Im Vordergrund steht für mich, mit Liebe und Respekt für Menschen, Tiere und Umwelt zu färben. Ich verwende, wenn möglich Regenwasser (außerdem anderer ph-Wert!) und gieße wiederum mit dem übriggebliebene Färbesud unseren Garten. Ich freue mich, wenn meine Garne mit ebensolcher Wertschätzung weiterverarbeitet werden!

 

Buchempfehlungen mit vielen Anleitungen und Inspirationen:

• wild gefärbt von Abigail Booth, Haupt Verlag

• Botanical Colours at your Fingertips, Rebecca Desnos – sie färbt vegan

• natürlich färben von Jackie Cross, Haupt Verlag

• the modern natural dyer von Kristine Vejar

Anleitung zum Färben mit Naturmaterialien
Färben mit Naturfarben.pdf
Adobe Acrobat Dokument 112.0 KB

Tag der sozialen Gerechtigkeit: Klimaflucht als Fluchtursache

Der 20. Februar ist der weltweite Tag der sozialen Gerechtigkeit. Er dient dazu, auf Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Dabei geht es um Probleme wie Armut, Hunger und Benachteiligung aufgrund von Religion, Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit.

Auch das Thema Klimawandel lässt sich lässt sich unter diesen Problemen einreihen. Denn auch hier herrscht eine große Ungerechtigkeit: Obwohl die Länder des globalen Nordens hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich sind, sind die Länder des globalen Südens stärker davon betroffen. Weltweit sind die klimatischen Veränderungen eine wichtige Ursache für Hunger und Armut. Eine schwerwiegende Folge ist außerdem die immer stärkere Migration auf Grund von Klimaveränderungen: der Klimawandel zwingt immer mehr Menschen zur Flucht.

Durch die Veränderung des Klimas kommt es immer häufiger zu Katastrophen und extremen Wetterlagen. Vor allem in vielen südasiatischen und afrikanischen Ländern führen Wetterereignisse wie Stürme oder Dürren dazu, dass Menschen ihr Zuhause verlieren und ihr Lebensunterhalt nicht mehr gesichert ist. Besonders Bauern sind davon stark betroffen. In Gebieten wie beispielsweise im Subsahara-Afrika breiten sich die Wüsten immer weiter aus. 

 


Gleichzeitig führt in vielen Regionen, wie zum Beispiel im Pazifik oder der Karibik, der steigende Meeresspiegel immer häufiger zu Überflutungen. Ganze Küstendörfer verschwinden schon jetzt im Meer. Irgendwann werden es ganze Inseln sein. Oft ist ein Verlassen ihrer Heimat für die betroffenen Menschen die letzte Option. Sie müssen sich in die Ungewissheit aufmachen und hoffen, an einem anderen Ort Arbeit und eine Bleibe zu finden. Häufig bringt sie ihre Flucht in lebensgefährliche Situationen: Folter und Erpressung von Flüchtigen sind keine Seltenheit. Immer wieder Ertrinken Flüchtige, zum Beispiel beim Überqueren des Mittelmeers, oder Verdursten in der Wüste. Jedes Jahr fliehen schon jetzt durchschnittlich rund 20 Millionen aufgrund von Klimakatastrophen.


Ein großes Problem ist, dass die oft ohnehin schon armen Länder wenig Kapazitäten haben, um sich an die veränderten Bedingungen anzupassen und die Schäden zu beheben. Ein Bevölkerungswachstum durch Flüchtlinge kann zu einer noch stärkeren Mangel an Ressourcen führen und neue Konflikte herbeiführen. Durch den Klimawandel verlieren viele Menschen nicht nur ihre Lebensgrundlage. Auch ihre Menschenrechte sind durch die Klimakatastrophen oft nicht mehr erfüllt: Denn jeder hat das Recht auf Trinkwasser, Nahrung, Unterkunft und Sicherheit vor unmittelbaren Gefahren für die Gesundheit zuteil.

Doch nicht nur im globalen Süden ist der Klimawandel bereits zu spüren. Auch in Deutschland gibt es erste Anzeichen. Im Jahr 2018 war Deutschland weltweit am drittstärksten von extremen Wetterlagen betroffen. Dazu zählten Starkregenereignisse, Stürme, extreme Hitze und Überschwemmungen. Seit 2018 befinden wir uns außerdem in einer extremen Dürre. Vor allem Landwirte sind davon stark betroffen, die in den letzten Jahren starke Ernteeinbußen zu verzeichnen hatten. Zuweilen sind Betroffene auch hier schon gezwungen, ihren Beruf zu wechseln oder müssen aufgrund von Überschwemmungen oder Stürmen ihre Häuser verlassen. Klimaflucht kann also auch in Deutschland in den nächsten Jahren immer mehr zum Problem werden.

 


Aufhalten lässt sich diese Migration nicht mehr, dafür sind die Veränderungen bereits zu stark. Doch es ist wichtig, sie so gut es geht zu begrenzen, indem man die Menschen unterstützt und Lebensgrundlagen erhält. Dazu steht zuvorderst der aktive Klimaschutz. Denn nur, wenn wir den Klimawandel stoppen, können Klimakatastrophen begrenzt werden. Bisher gilt klimainduzierte Flucht in keinem Land der Erde als offiziell anerkannte Fluchtursache. Auch das sollte sich in der Zukunft ändern, damit die Menschen die Chance erhalten, in den Zufluchtsländern Fuß zu fassen. Verschiedene Organisationen wie die Welthungerhilfe oder Brot für die Welt engagieren sich für die Betroffenen: sie installieren zum Beispiel Frühwarnsysteme für Überflutungen oder lehren alternative Anbaumethoden, die den klimatischen Bedingungen gerecht werden.  

Eisschollen Spiel

Wie nimmt der Eisbär den Klimawandel wahr?

Besonders an den Polen ist die Klimaveränderung schon sehr stark zu spüren. Für die Tiere dort, also zum Beispiel die Eisbären am Nordpol, ist das schmelzende Eis ein großes Problem, weil ihr Lebensraum immer kleiner wird.

 

Heute haben wir ein Spiel für euch, in dem es genau um dieses Thema geht. Spielend können so die Probleme des Klimawandels besser verstanden werden. 

Anleitung zum Eisschollen Spiel
Eisschollen Spiel.pdf
Adobe Acrobat Dokument 48.8 KB

Perspektivwechsel Klimabudget: Was kann ich mir erlauben?

Deutschland liegt im internationalen Vergleich des Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 auf Platz 28 von 182. Besonders erfreulich ist das nicht, auch wenn wir immerhin nicht unter den Top 10 gelandet sind. Jeder Deutsche und jede Deutsche produzieren jährlich knapp 9 Tonnen CO2 – je nach Berechnungsmethode sogar bis zu 11 Tonnen.

Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung hat berechnet, dass ein CO2-Budget von 2,7 Tonnen pro Kopf verbliebe, wenn wir bis 2050 das 2°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens erreichen wollen. Insgesamt liegen 87 Länder in ihrem Durchschnitt über diesem Wert.

Für ärmere Länder des globalen Südens kann der Wert eine mögliche Steigerung der Emission zum Ziele der wirtschaftlichen Entwicklung bedeuten. Für fast alle Länder des globalen Nordens heißt das aber eine strikte Einschränkung. Bis auf Albanien liegt kein europäisches Land unterhalb des Budgets von 2,7 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr. Doch natürlich sind diese Länder nicht freiwillig so weit „unten“ im Ranking. Dies liegt vor allem an der Armut, der fehlenden Infrastruktur sowie der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder, die immer mit einem Ressourcenverbrauch einhergeht. Auch vorbildliche Europäische Länder beim Klimaschutz wie die Schweiz oder Schweden liegen knapp über dem Mittelwert von 4,37 Tonnen. Also auch mehr als 1,5 -Fache als die maximal Pro-Kopf Menge.

Doch was würde eine so drastische Einschränkung für uns bedeuten? Nehmen wir einmal an, wir müssten unser westliches Konsumverhalten mit dem CO2-Budgets einer Person auf Jamaika (2,74 T) kombinieren.  Wenn wir das CO2-Budget als leeren Warenkorb betrachten, den wir jedes Jahr mit Konsum, Energiebedarf und Mobilität füllen, können wir einige Beispielrechnungen aufstellen.

  • Heizen mit Heizöl und konventionellem Strom: 3.2 t*

Damit hätten wir das Budget schon überschritten. Also, schnell den Stromanbieter wechseln!

Versuchen wir es nochmal, unter der Voraussetzung, dass durch den Strom – und Gasverbrauch keine Emissionen mehr entstehen.

  • Ernährung: der durchschnittliche deutsche CO2-Außsstoß der Ernährung liegt bei 2 Tonnen pro Kopf und Jahr. [2]

Auch hier merkt ihr: es wird schnell eng. Viel ist nicht mehr drin im Budget. Aber wir könne doch nicht auf die Ernährung verzichten? Nein, das können wir natürlich nicht. Aber wir können den Ausstoß auch hier drastisch senken. Eine vegane Ernährung könnte die Treibhauseffekte bereits um knapp 69 Prozent reduzieren (siehe Grafik). Dann schaut es doch gar nicht mehr so schlecht aus.

Grafik: WWF
Grafik: WWF

  • Konsum: 40 Prozent unserer gesamten Emissionen stammen aus dem Konsum. In Zahlen etwa 4,5 Tonnen pro Jahr.

Damit übersteigen wir das Budget um das 1,7-fache, alleine mit Konsum. Doch gibt es überhaupt nachhaltigen Konsum? Sehr wohl: ihr könnt bei Second-Hand Läden einkaufen, eure kaputten Sachen ins Repair Café bringen oder bei Ebay-Kleinanzeigen gebrauchtes kaufen und verkaufen. So drosselt ihr eure Konsum-Emissionen bestimmt auf ein Minimales.

  • Fernreisen: Mal schnell nach New York zum Shopping? Sorry, Fehlanzeige! Mit einem Überseeflug, wie beispielsweise von München nach New York, verpulvert man bereits 2,1 Tonnen CO2. Damit hätte man für alles andere wie Essen, Wohnen und Konsum nur noch 600 kg CO2 zur Verfügung.

 

Diese Berechnungen sind natürlich nur exemplarisch. Aber wir wollen euch ein Gefühl dafür geben, auf welch großem Fuß wir in Deutschland unterwegs sind. Ob mit unserem Lebenswandel die 2,7 Grad machbar sind bleibt fraglich. Da von der großen Politik so schnell leider nicht viel zu erwarten ist, liegt es größtenteils an Euch, zu entscheiden, ob ihr die Schere zwischen Nord und Süd, zwischen Arm und Reich durch euer Verhalten etwas kleiner machen wollt. Es geht ganz einfach.


* Berechnet nach: www.co2.myclimate.org

Interviews zu Klima(un)gerechtigkeit

Momentan stecken wir zwischen Winter und Frühling. Das Thema Klimaerwärmung scheint in dieser Zeit fast vergessen. Doch trotz der kalten Tage ist die Klimakrise nicht überstanden und sollte nicht vergessen werden. Und auch das Thema Klimagerechtigkeit bekommt immer mehr Bedeutung. 

Im Sommer haben wir in München Passanten zu diesem Thema interviewt. Auf die Frage, was ihnen spontan zu Klima(un)gerechtigkeit einfällt, haben wir die unterschiedlichsten Antworten erhalten und mussten in manchen Fällen erst einmal aufklären was mit dem Begriff gemeint ist. Die Antworten waren ganz unterschiedlich und doch sind die Meinungen ähnlich: Klima(un)gerechtigkeit ist ein Problem, gegen das wir etwas tun müssen. Aber seht selbst:


Was denkt ihr über das Thema? Beantwortet die Fragen doch auch für euch selbst. Hier haben wir nochmal alle Fragen aufgelistet:  

  • Was fällt dir zum Thema Klimagerechtigkeit ein? 
  • Wo siehst du Klimaungerechtigkeiten in der Stadt? BZW. Wo fallen dir Klimaungerechtigkeiten auf? 
  • Können wir das Klima mit unserem Verhalten beeinflussen? 
  • Ist dir bereits eine Veränderung des Klimas aufgefallen? 
  • Gibt es in deiner Nähe Rückzugsorte im Grünen? 
  • Fährst du in Hitzesommern häufiger ins Grüne? 
  • Welches Fortbewegungsmittel nutzt du am häufigsten? 
  • Was könnten wir für mehr Klimagerechtigkeit tun?

Stromanbieter-Check

Jeden Morgen, wenn ihr eure Kaffeemaschine anschaltet, euch einen Hafer-Kakao kocht oder die elektrische Zahnbürste benutzt, fließt Strom. Den ganzen Tag über brauchen wir immer wieder elektrische Energie, besonders in der dunklen Jahreszeit, in der wir den großen Teil unserer Zeit in unseren Wohnungen, Büros oder Schulen verbringen. Vom Kühlschrank über das Licht über unseren Computer und unser E-Bike: ohne Strom läuft nichts.

Doch was wisst ihr überhaupt über euren Stromverbrauch? Wie viel Strom verbraucht eure Familie im Jahr? Wer ist euer Stromanbieter? Wie wird euer Strom produziert? Ist er komplett erneuerbar?

Das sind wichtige Fragen, die ihr euch selbst beantworten solltet. Denn der durchschnittliche Strom, der aus den Steckdosen in Deutschland kommt, der sogenannte Deutsche Strommix, bestand 2019 nur zu 47 % aus erneuerbaren Energien. Das heißt also, dass über die Hälfte noch aus fossilen Brennstoffen stammt und damit immer noch eine hohe CO2-Belastung bedeutet. Für 2019 ergab sich eine CO2-Belastung von 401 g / kWh. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4.000 kWh für eine vierköpfige Familie kommt man da auf einen jährlichen Ausstoß von 1,6 Tonnen CO2, den man ziemlich einfach einsparen könnte.

Deshalb rufen wir euch auf: wechselt jetzt zu Ökostrom!


Achtung: Grün ist nicht gleich Grün

Zwar haben auch die großen vier Stromhersteller - E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW - regenerative Tarife, doch sollte man bedenken, dass diese Unternehmen hauptsächlich für klima- und umweltzerstörerische Technologien wie Kohle und Gas Lobbyarbeit betreiben. Auch die Stadtwerke München geben sich einen grünen Anstrich und finanzieren gleichzeitig die Erdölförderung über eine Beteiligung am Unternehmen Spirit Energy. Dazu gibt es übrigens eine Petition:

Welche Anbieter können wir empfehlen?

Dennoch gibt es neben den großen vier einige unabhängige Stromanbieter, die auf vielfältige Weise für die Energiewende arbeiten. Davon können wir euch folgende Anbieter empfehlen:

  • Bavariastrom von Naturstrom: durch den Bezug von Bavariastrom unterstütz ihr regionale Bürgerenergieprojekte, die zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehen.
  • Greenpeace Energy: 100 % Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen aus Deutschland und Österreich.
  • Polarstern: das Münchner Start-Up versorgt euch mit ökologischem Strom aus nachhaltiger Wasserkraft und unterstützt dabei noch mit 1ct/kWh regenerative Projekte in Ländern des globalen Südens. Ist darüber hinaus als Unternehmen gemeinwohlzertifiziert.
  • Bürgerwerke: damit unterstützt ihr deutschlandweit erneuerbare Projekte in Bürgerhand.
  • EWS Schönau: einer der Ökostrompioniere Deutschlands produziert seit den 80er Jahren sauberen, umweltfreundlichen Strom und gilt als Vorreiter für die Energiewende.

Für welchen Anbieter ihr euch letztlich entscheidet, müsst ihr selbst rausfinden. Der Utopia-Stromwechselratgeber ist dafür nur zu empfehlen!

Es gibt eine Vielzahl an Klimainitiativen, die alle eins gemeinsam haben: Sie setzen sich für mehr Klimagerechtigkeit ein. Wir wollen euch heute ein paar Initiativen vorstellen.

Die verschiedenen Gruppen machen durch ihre Aktionen auf aktuelle Klimaprobleme aufmerksam und klären gleichzeitig auf. Sie stellen unter anderem Forderungen an die Politik, aber auch an uns als Mitglieder der Gesellschaft. Mit Aktionen wie Demonstrationen, Klimacamps oder Vorträgen informieren sie und laden zum Mitmachen ein. Gibt es bei Euch, neben den großen Initiativen, auch regionale Klimaretter*innen oder seid ihr sogar selbst schon bei einer Klimainitiative aktiv?

Klimainitiativen

Fridays for Future

Fordern unter anderem die Einhaltung des 1,5 Grad Ziels und der Ziele des Pariser Klimaabkommens und machen mit regelmäßigen Demonstrationen auf die Probleme aufmerksam.


Sand im Getriebe

Ist ein Aktionsbündnis aus verschiedenen klima-, verkehrspolitischen und globalisierungskritischen Gruppen, das unter anderem eine Verkehrswende fordert.


Ende Gelände

Dieser Klimainitiative liegt besonders der Kohleausstieg am Herzen.


Am Boden bleiben

Ist eine aktivistische Gruppe, die für drastisch reduzierten Flugverkehr, enkeltaugliches Reisen und eine lebenswerte Zukunft eintritt – über Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung.


Radentscheid

Radentscheid setzt sich für die Sicherheit und Förderung des Radverkehrs ein. Sie wollen die Situation für Radfahrer in den Städten zügig und nachhaltig verbessern.

Städte in Bayern mit Radentscheid sind zu finden unter auf der Webseite von Changing-Cities.

 


Ein Zeichen setzen

Ihr kennt alle Greta Thunberg, die Fridays-for-Future-Bewegung und sicherlich viel mehr Menschen und Initiativen, die auf die Klimakatastrophe und die Klimaungerechtigkeit hinweisen. 

Vielleicht seid ihr bei den ein oder anderen Aktionen dabei oder setzt euch auf eure Weise dafür ein, die Klimakatastrophe zu begrenzen. Denn mögen wir noch so viel Naturschutz betreiben und noch so viel für die Artenvielfalt kämpfen – ohne heilender Ökosysteme, ohne die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs – verlieren wir unsere Lebensgrundlagen. Und wenn es nicht wir persönlich sind, dann sind es die Menschen in den Ländern, die schon jetzt stärker von den Auswirkungen der Klimakatastrophe betroffen sind und unsere nachfolgenden Generationen. 


Es ist eine moralische Entscheidung die Natur zu schützen, da sie uns hilft die Klimakrise zu begrenzen. Ebenso ist es eine moralische Entscheidung, dass wir gleichzeitig dafür sorgen, die Klimakatastrophe zu begrenzen, dass die Schäden an der Natur heilen können. Klima- und Naturschutz begünstigen sich gegenseitig. 

Wenn euch wichtig ist, dass immer mehr Menschen darüber nachdenken, dann redet mit ihnen. Sprecht euren Hausmeister an, die Lehrkräfte der Schule, den Arbeitgeber, eure Freunde und Verwandten. Macht die Problematik sichtbar über Social-Media, beim Bürgermeister, in einer Naturschutzorganisation (wie dem LBV 😉) oder bei einer Klima-Initiative. 

Berichtet den Menschen die ihr kennt von Euren Aktionen die ihr unternehmt, um die Klimaungerechtigkeit zu mildern. Gerne könnt ihr uns im Gästebuch von Euren Erfahrungen berichten. 

Vielleicht wollt ihr einfach erstmal nur ein Statement setzen, dass ihr als Profilbild auf Socia-Media nutz. Vielleicht möchtet ihr ein Demoschild aufstellen. 

Das geht einfach.

 

Ihr braucht: 

einen alten Karton / oder ein altes Tuch 

Farben (alte oder umweltverträgliche) 

eine Idee 

 

Dann müsst ihr nur den Karton oder das Tuch grundieren, u.U. die Grundierung trocknen lassen, um darauf euer Statement zu malen oder zu schreiben. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Beim Ausstellen des Demoschildes müsst ihr drauf achten, dass es nicht von Wind und Wetter beschädigt wird.  

Auch hier freuen wir uns über eure Einsendungen an naturschwaermer@lbv.de!

Jahrbuch für die Klimagerechtigkeit

Es ist immer schwer, von den Ungerechtigkeiten in der Welt zu erfahren. Wir Menschen streben nach Harmonie. Wir Menschen sind soziale Wesen. Leichter wird es mit den Ungerechtigkeiten und Missständen der Welt umzugehen, wenn wir wissen, dass wir etwas dagegen tun können.

 

Besonders schön ist es, wenn wir von all den guten Aktionen die wir anstoßen, selbst umsetzen oder an denen wir teilnehmen eine Erinnerungs-Sammlung anlegen. Denn das Gute vergessen wir Menschen schneller als weniger Erfreuliches.

 

Tipp: Legt euch ein Climate Justice Jahrbuch an. Darin könnt ihr all die kleinen und großen Beiträge festhalten, die ihr alleine oder als Familie Tag für Tag umsetzt, um die Klimaungerechtigkeit zu reduzieren.

Es ist egal, ob das ein digitales Workbook wird, eine Fotosammlung eurer Aktionen oder ein altes Heft, das ihr euch aufhübscht. Einigt euch als Familie drauf, was euch allen am besten gefällt. Ich könnt ja demokratisch abstimmen.

 

Wir bevorzugen ein Heft aus Recyclingpapier, in das mit Naturtinte geschrieben wird. Den Einband kann man auch gerne noch mit geschöpften Papier verzieren.

 

Eine Anleitung zum Papierschöpfen findet ihr hier:

 

Heft mit Tintenfass, Foto: A. Baumgarten
Heft mit Tintenfass, Foto: A. Baumgarten

Papier schöpfen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 566.1 KB

Es wird sicherlich toll, wenn ihr nächstes Jahr zusammensitzt und rückblickend in euer Jahrbuch schaut und feststellen werdet, wie viele kleine und große Aktionen ihr gemacht habt, um die Klimaungerechtigkeit zu reduzieren.

Naturtinte selbst herstellen

Schöne Worte in erlenbraun – oder ligusterlila?

Gestern haben wir versprochen, euch heute zu zeigen, wie ihr ganz einfach Naturtinte selbst hergestellt könnt.

Gregor hat ein wunderbares Video vorbereitet, das euch Schritt für Schritt den Vorgang erklärt.

Außerdem findest Du hier nochmal alles zusammengefasst – ein Rezept quasi: 

 

Was du zum Tinte kochen brauchst:

  • Herdplatte
  • Topf
  • Zwei Tassen voll Erlenzapfen
  • Wasser
  • Eine Tasse 
  • Cocktailstößel, Kartoffelstampfer oder Aststück
  • Zwei Marmeladengläschen oder ein Tintenfass
  • Sieb
  • Trichter
  • Eine alte saubere Socke oder Stoffstück zum filtern
  • Ein Teelöffel
  • Agar Agar (Geliermittel aus der Backabteilung oder Drogerie)
  • Etwas Essig
  • Papier und Pinsel zum ausprobieren
  • und falls du hast Schreib oder Zeichenfeder

 

Noch ein paar Hinweise zum Sammeln:

Du benötigst die Zapfen der Schwarz- oder Grauerle. Du findest diese Bäume in Gewässernähe. Die darin enthalten Samen sind im Winter eine begehrte Nahrung für den Erlenzeisig. Nimm also bitte nur so viel wie du benötigst und lass mindestens 2/3 der Zapfen hängen.

Falls du die Zapfen nicht direkt verarbeitest, dann trockne sie auf einem Teller auf dem Fensterbrett. Nichts ist trauriger als die Zapfen nach ein paar Tagen schimmelig entsorgen zu müssen. Informiere dich vorab über die Schutzgebietsbestimmungen in deiner Gegend. In Naturschutzgebieten ist es verboten Pflanzenteile zu entnehmen. 

Alles was die Natur hervorbringt sind Geschenke an uns Menschen von Mutter Erde. Dafür sollten wie dankbar sein und eine Gabe von uns zurücklassen - das kann ein Haar von uns sein, Haselnüsse oder einfach gute Wünsche oder ein Lied.

 

Und so kochst du die Tinte:

1. Zwei Tassen Erlenzapfen in den Topf geben.

2. Eine bis zwei Tassen Wasser dazugeben und erhitzen.

3. Immer wieder stampfen, um die Pigmente im Wasser zu lösen.

4. Teste die Farbe und Intensität deiner Tinte immer wieder mit dem Pinsel auf einem Stück Papier.

5. Falls zu viel Wasser verdampft ist, gieße Wasser nach.

6. Wenn du mit der Farbe und Intensität zufrieden bist dann gieße deine Tinte durch die Socke (Filter) in ein sauberes Marmeladenglas.

Das Marmeladenglas am besten vorher auskochen, damit deine Tinte später länger hält.

7. Nun rühre einen halben gestrichenen Teelöffel Agar-Agar als Bindemittel in die noch warme Tinten. 

Wenn du zu viel Agar-Agar nimmst wirst du keine Tinte, sondern Wackelpudding erhalten. Dieser ist nicht zum Essen geeignet und leider auch nicht zum Malen. 

8. Falls du möchtest, fülle die Tinte nun noch in ein leeres und ausgekochtes, sauberes Tintenglas.

9. Zum Schluss gibst du noch zwei Tropfen Essige dazu, dies verbessert die Haltbarkeit.

10. Die Tinte lagerst du am besten an einem kühlen und lichtgeschützten Ort.

Februar-Quiz zur Klimagerechtigkeit

Zum Abschluss im Februar gibt es wie immer ein kleines Quiz über das vergangene Monatsthema. Wer hat gut aufgepasst und kann alle Fragen zur Klimagerechtigkeit lösen? Die Antworten zu den Fragen könnt ihr nochmal auf unserer Monatsseite auffrischen.

Radeln fürs Klima

Die Naturschwärmer radeln fürs Klima und nehmen euch einmal quer durch Bayern mit. So verabschieden wir das Monatsthema Klimagerechtigkeit und freuen uns auf den Insektengarten im März zusammen mit EUCH!